
Es ist schon erstaunlich, dass Paul van Kempen heute meist nur noch wenigen Kennern bekannt ist. Dabei hat er zahlreiche Schallplatten mit so bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem Amsterdamer Concertgebouw Orchester aufgenommen.
Legendär sind zum Beispiel seine Einspielungen der Klavierkonzerte von Beethoven mit Wilhelm Kempff und den Berliner Philharmonikern.
Geboren in den Niederlanden, arbeitete er zunächst als Geiger in verschiedenen Ensembles und kam dann als Konzertmeister wie als Musikdirektor nach Deutschland, wo er auch die deutsche Staatsbürgerschaft annahm. Von 1934 bis 1942 war er Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, die sich unter seiner Leitung zu einem der besten Orchester in Deutschland entwickelte. 1942 wurde er der Nachfolger von Karajan als Generalmusikdirektor der Stadt Aachen.
Nach dem Krieg leitete Kempen das Philharmonische Rundfunkorchester Hilversum, doch das niederländische Publikum nahm ihm seine Tätigkeiten im Deutschland der Nationalsozialisten übel, was oft mit lautstarkem Protest einherging, und er konnte nicht wieder so richtig Fuß fassen. 1953 kehrte er daher als Generalmusikdirektor in Bremen nach Deutschland zurück. Gestorben ist er zwei Jahre später in einem Amsterdamer Krankenhaus.