Sonntag, 22. Mai 2022

Der Tag
Das Vermächtnis von Wikileaks

Nach der Festnahme von Wikileaks-Gründer Assange: Was bleibt von Wikileaks? Außerdem: Emil Nolde war einer der größten Expressionisten Deutschlands und ein Nazi. Wie geht man um mit Künstler und Kunst?

Von Philipp May | 12.04.2019

Wikileaks-Gründer Julian Leaks kommt am 11. April 2019 von der Polizei eskortiert am Gericht Westminster Magistrates Court in London an, wo über einen Auslieferungsantrag gegen ihn verhandelt wird.
Julian Assange nach seiner Festnahme auf dem Weg zum Gericht in London. (picture alliance / ZEUS / Rob Pinney)
Daniel Domscheit-Berg hat gemeinsam mit Julian Assange Wikileaks aufgebaut, die Plattform aber September 2010 im Streit verlassen. Unter anderem, wie er sagt, wegen Assanges autoritären Führungsstils. Im Interview erzählt er, warum er eine mögliche Auslieferung seines einstigen Weggefährten in die USA sehr problematisch sieht, was Wikileaks Gutes bewirkt hat und warum das Konzept der Enthüllungsplattform am Ende dennoch gescheitert ist.
"Man kann Kunst und Künstler nicht trennen", sagt Stefan Koldehoff, Deutschlandfunk-Kulturredakteur und Kunstexperte. Für die Kunst von Emil Nolde sei daher das Museum der richtige Ort, allerdings nicht das Kanzleramt: "Wollen wir allen Ernstes unter Bildern eines Menschen, von dem wir wissen, wie er zu den Nazis gestanden hat, wie er einen 'Entjudungsplan' entwickelt hat, den er Hitler schicken wollte, tatsächlich Delegationen aus Israel, Russland, Polen, Frankreich und den Niederlanden empfangen?"