Freitag, 27. Mai 2022

Der Tag
Europas Angst vor Chinas Neuer Seidenstraße

Mit seiner Infrastrukturinitiative Neue Seidenstraße breitet sich China auf dem Globus aus. Eine Gefahr oder eine Chance für die EU? Außerdem: Wie Deutschland mit der Gaspipeline Nordstream 2 die EU spaltet.

Von Philipp May | 26.04.2019

Das Bild zeigt den Containerhafen in Duisburg. Ungefähr 25 Züge pro Woche nutzuen die neue Seidenstraßen-Verbindung zwischen Duisburg und den chinesischen Städten Chongqing und Yiwu.
Für das chinesische Projekt der Neuen Seidenstraße spielt Duisburg eine wichtige Rolle spielen. (Getty Images Europe)
"China ist wirtschaftlicher Partner aber gleichzeitig Konkurrent für Europa", sagt Steffen Wurzel, ARD-China-Korrespondent. Deswegen mache es aus EU-Perspektive keinen Sinn, das Projekt Neue Seidenstraße zu boykottieren. "Es ist ja schön, wenn der internationale Handel ausgebaut wird. Aber es ist wichtig, dass Europa dabei einheitlich auftritt. Wenn andere Staaten versuchen, die EU zu spalten, dann wird es gefährlich", so Wurzel.
Der deutsche EVP-Spitzenkandidat für die Europawahlen, Manfred Weber (CSU), will die deutsch-russische Gaspipeline Nordstream 2 stoppen, sollte er EU-Kommissionschef werden. Dafür wird er in Berlin jetzt von vielen Politikern kritisiert. Deutschlandfunk-Brüssel-Korrespondentin Bettina Klein wundert sich über die Aufregung: "Ich verstehe nicht, wie jetzt immer noch alle in Berlin aus allen Wolken fallen, dass es in der EU dieses eindeutige Meinungsbild gibt." Dem habe Manfred Weber nur Ausdruck verliehen.