Montag, 03. Oktober 2022

Der Tag
Stickoxid-Grenzwerte: Die Scheindiskussion

Deutschland diskutiert wieder über Stickoxid-Grenzwerte. Alles nur Panikmache gegen den Diesel oder doch ein Feldzug der Autolobby für den Diesel? Und wer gewinnt den Machtkampf in Venezuela?

Von Philipp May | 24.01.2019

    22.01.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: Autos stehen während dem ersten Feinstaubalarm im Jahr 2019 auf einer Straße hintereinander. Foto: Sebastian Gollnow/dpa | Verwendung weltweit
    Feinstaub, verursacht durch Autoverkehr. Hier stehen Autos während eines Feinstaubalarms in Stuttgart still. (picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow)
    Ralf Krauter, Redakteur der Wissenschaftsredaktion wundert sich über den Vorstoß von 112 Lungenärzten, die die Schädlichkeit von Stickoxiden in der Luft und die Grenzwerte in Frage stellen: Die wisschenschaftliche Studienlage sei "relativ wasserdicht. Das ist das Ergebnis eines jahrelangen Prozesses, zuerst der Grundlagenforschung und dann der politischen Debatte über die Grenzwerte, die seit 2010 feststehen." Angesichts dessen fragt sich Krauter: "Warum kommen die Lungenfachärzte erst jetzt, neun Jahre später, um alles in Frage zu stellen, ohne sich offensichtlich mit der Methodik auseinanderzusetzen?" Ihn erinnere das an die Tabakindustrie, die es jahrzehntelang geschafft habe, Zweifel daran zu säen, dass Rauchen krebserregend sei.
    In Venezuela hat sich der Präsident der entmachteten Nationalversammlung Juan Guaidó zum Interims-Staatschef erklärt und damit Machthaber Nicolas Maduro herausgefordert. Professor Wolfgang Muno von der Universität Rostock erklärt, warum am Ende das Militär den Machtkampf entscheiden wird und warum es nicht gesagt ist, dass mit einem Sieg der Opposition die Lage für die Armen besser wird.