
Im Wahlkreis Magdeburg III kam Schulze laut vorläufigem Ergebnis auf 31,7 Prozent und lag damit hinter dem erstplatzierten AfD-Kandidaten Christian Mertens, der 35,2 Prozent erreichte, wie das Statistische Landesamt in Halle mitteilte. Bei der Wahl 2021 hatte die CDU noch eindeutig die meisten Erststimmen in dem Wahlkreis erreicht. Er ging mit 32,6 Prozent an die Christdemokratin Anne-Marie Keding. Mertens, der auch damals schon in dem Wahlkreis antrat, kam auf 16,5 Prozent.
+++ BSW-Spitzenkandidat Schulze ist nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt offen für Gespräche mit der AfD.
"Wir haben gesagt, wir sprechen mit allen Parteien. Dazu gehört die AfD", sagte Schulze der Deutschen Presse-Agentur. "Die Brandmauer interessiert uns nicht, und wir werden mit allen Parteien sprechen. Auf die Frage nach möglichen Gemeinsamkeiten von BSW und AfD sagte Schulze, es gebe "einige Schnittmengen, vor allen Dingen auch in der Russlandfrage, wo wir sagen, wir sind gegen diese Sanktionen, die unsere Wirtschaft wirklich förmlich ruinieren." Wie die AfD wolle das BSW auch "preiswerte Energie". Es gebe aber auch AfD-Vorhaben, die mit dem BSW nicht gingen, etwa in der Bildungspolitik.
+++ Der Sieg der AfD hat in den europäischen Nachbarländern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.
Der polnische Ministerpräsident Tusk erklärte im Onlinedienst X, in Polen könnten sich "nur Idioten oder Verräter über den Triumph der AfD in Deutschland freuen". Der französische Europaminister Haddad erklärte ebenfalls auf X, es handele sich um einen "schwerwiegenden Moment in Europa". Man müsse den Zorn, die Sorgen und Ängste anhören und darauf reagieren. Doch Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit seien niemals die Lösung.
Der tschechische Parlamentspräsident Okamura, Vorsitzender der rechtsextremen SPD, sagte hingegen im tschechischen Fernsehen, er wolle der AfD für ihren Sieg gratulieren. Er sei das Ergebnis der "schlechten Politik der aktuellen liberalen, EU-freundlichen Parteien", sagte Okamura, dessen Partei Juniorpartner in der rechten Koalition von Ministerpräsident Babis ist.
+++ Die Polizei in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg hat einen störungsfreien Verlauf des Wahlwochenendes verzeichnet.
Wie die Beamten mitteilten, verliefen die Demonstrationen in der Stadt über das gesamte Wochenende weitgehend störungsfrei und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Lediglich vereinzelt seien Straftaten registriert worden. Am Wahltag gab es keine "relevanten Ereignisse". Insgesamt fanden demnach am Wochenende 16 Versammlungen mit 15.000 Teilnehmern statt.
+++ Ein Einzug des BSW in den Landtag zeichnet sich ab.
Das geht aus Hochrechnungen von ARD und ZDF hervor. Danach kommt das BSW auf 5,1 beziehungsweise 5,0 Prozent der Stimmen. Mit dem Einzug des BSW hätte die AfD die absolute Mehrheit zwar verfehlt. Das BSW könnte der AfD aber zur Macht verhelfen.
+++ Der Deutsche Journalistenverband (DJV) wehrt sich gegen die Drohungen des AfD-Spitzenkandidaten Siegmund, den Staatsvertrag mit dem MDR zu kündigen.
Siegmund begründete dies mit angeblicher Desinformation und Fake News im Wahlkampf und seinem Widerstand gegen die von ihm als "Zwangsabgabe" bezeichnete Rundfunkgebühr. "Das ist eine Unverschämtheit, die nichts mit der Qualität der MDR-Berichterstattung zu tun hat", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Beuster.
Diese Nachricht wurde am 07.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
