
Mit dem Beitritt wird Deutschland künftig als vollwertige Vertragspartei an der Umsetzung des Abkommens mitwirken können. Das internationale Regelwerk soll die biologische Vielfalt in Meeresgebieten außerhalb nationaler Hoheitsgewässer besser schützen. Diese sogenannte Hohe See umfasst mehr als 60 Prozent der Weltmeere und gilt als das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde.
Schutzgebiete auf hoher See
Das Hochseeschutzabkommen war nach fast 20 Jahren Verhandlungen im Juni 2023 von den Vereinten Nationen angenommen worden und trat am 17. Januar dieses Jahres in Kraft. Zuvor hatten mindestens 60 Staaten das Abkommen ratifiziert. Es schafft erstmals die Möglichkeit, Meeresschutzgebiete auf der Hohen See auszuweisen. Zudem sind für bestimmte Vorhaben in internationalen Gewässern künftig Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgesehen.
Minister Schneider bezeichnete das Abkommen als "den größten internationalen umweltpolitischen Erfolg der letzten Jahre". Die Hohe See gehöre keinem einzelnen Staat, sondern sei ein gemeinsames Erbe der Menschheit. Angesichts von Plastikverschmutzung, Überfischung, Schadstoffen und den Folgen des Klimawandels sei ein stärkerer Schutz der Ozeane dringend notwendig, betonte der SPD-Politiker.
Umweltverbände fordern weitere Schritte
Auch Umweltschutzorganisationen begrüßten den deutschen Beitritt. Der WWF forderte die Bundesregierung auf, sich bei der ersten Vertragsstaatenkonferenz im Januar 2027 in New York für starke Institutionen, eine gesicherte Finanzierung und die schnelle Ausweisung wirksamer Schutzgebiete einzusetzen. Greenpeace sprach von einer "wichtigen und überfälligen Ratifizierung". Die Bundesregierung müsse nun auf der ersten Meeres-COP Verantwortung übernehmen und konkrete Schritte für den Schutz der Hohen See vorantreiben. Der Umweltschutzorganisation zufolge ist derzeit nur etwa ein Prozent der Hohen See effektiv geschützt.
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums arbeitet Deutschland bereits gemeinsam mit mehreren Partnerstaaten an Vorschlägen für erste Schutzgebiete auf der Hohen See. Das Abkommen soll dazu beitragen, bis 2030 weltweit 30 Prozent der Meeresflächen unter Schutz zu stellen.
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Diese Nachricht wurde am 22.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
