Aus von Voss-Tecklenburg
Journalistin Becker: "Hat sich angedeutet"

Der DFB hat sich von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg getrennt. Überraschend sei die Trennung nicht, sagte Journalistin Annika Becker im Dlf. Die jüngsten Auftritte und Aussagen Voss-Tecklenburgs hätten "einfach absurd" gewirkt.

Annika Becker im Gespräch mit Matthias Friebe | 04.11.2023
Martina Voss-Tecklenburg ist nicht mehr Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.
Martina Voss-Tecklenburg ist nicht mehr Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. (IMAGO / Eibner / IMAGO / Eibner-Pressefoto / Memmler)
Der Deutsche Fußball-Bund hat sich von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg getrennt. Die Zusammenarbeit mit der 55-Jährigen sei mit sofortiger Wirkung beendet, der Vertrag aufgelöst worden, heißt es in einer Stellungnahme.
Voss-Tecklenburg stand zuletzt beim Vorrunden-Aus der DFB-Frauen bei der WM in Australien und Neuseeland an der Seitenlinie. Danach war sie krankgeschrieben und anschließend in einem Erholungsurlaub.

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"Das hat sich in den letzten Tagen und Wochen angedeutet, dass es sehr wahrscheinlich nicht weitergehen wird", sagt Journalistin Annika Becker im Deutschlandfunk. Becker begleitet die deutsche Nationalmannschaft der Frauen schon seit mehreren Jahren und war auch bei der WM vor Ort.

Schlechtes Stimmungsbild innerhalb der Mannschaft

Das Stimmungsbild innerhalb der Mannschaft sei schlecht gewesen, sagte Becker. Das ließe sich unter anderem daran ablesen, dass es in den vergangenen Wochen von keiner Spielerin ein Bekenntnis zu Voss-Tecklenburg gegeben habe.
Becker meinte zudem, dass die sportliche Leistung Voss-Tecklenburgs vom zweiten Platz bei der EM 2022 bis zum Vorrunden-Aus bei der WM 2023 merklich abgenommen habe: "Bei der EM war es so, dass es eine sehr gute Detail-Vorbereitung auf die Gegner gab und auf einzelne Schwächen des Teams. Und bei der WM in diesem Sommer gab es das nicht. Es hat sehr oft den Eindruck gemacht, als wenn ein gröberes Konzept überhaupt nicht vorhanden ist, oder einfach nicht zusammenkommt. Zudem waren einzelne Spielerinnen außer Form, während bei der EM viele auf den Punkt topfit waren."
Dazu habe die Mannschaft bei der EM eher eine Außenseiterrolle gehabt, was bei der WM dann anders gewesen sei, sagte Becker. "Man wollte dann glaube ich auch versuchen, die Rolle fußballerisch anzunehmen. Aber da kam nie so richtig ein Plan zusammen."

Fragwürdige Personalentscheidungen

Auch die Personalentscheidungen Voss-Tecklenburgs bei der WM seien fragwürdig gewesen, sagte Beckker: "Wenn man schaut, wer nicht gut in Form war und dann trotzdem viel gespielt hat. Und dass dafür manche Spielerinnen kaum eine Chance zu haben schienen, wie zum Beispiel Sophia Kleinherne."
Viel diskutiert wurde auch über die öffentlichen Vorträge, die Voss-Tecklenburg während ihres Erholungsurlaubes gehalten hatte, anstatt die Analyse des WM-Debakles voranzutreiben. Sowohl Voss-Tecklenburg als auch der DFB hätten sich in der Kommunikation "nicht mit Ruhm bekleckert", sagte Becker. "Es ist hochgradig merkwürdig, weil ihr eigentlich klar sein muss, was für eine Außenwirkung das hat und wie das auch auf die Spielerinnen wirkt. Gleichzeitig gab es dann von ihr dieses Statement auf Instagram, wo es von ihrer Seite noch hieß, dass sie sich sehr gut vorstellen könne, weiterzumachen. Es ist schwer, das zu bewerten. Es wirkt einfach sehr, sehr absurd."