Berechnungen
DGB: 64 Milliarden Euro Schaden durch Mindestlohn-Betrug seit dessen Einführung

Die Umgehung des Mindestlohns hat nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes seit dessen Einführung im Jahr 2015 insgesamt rund 64 Milliarden Euro wirtschaftlichen Schaden angerichtet.

    Eine Kellnerin räumt in einem Restaurant Geschirr ab. Man sieht ihren Kopf nicht.
    Häufig mit dem Mindestlohn bezahlt: Beschäftigte in der Gastrobranche. (picture alliance / Zoonar / Elmar Gubisch)
    35 Milliarden Euro davon hätten betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer getragen, die den Mindestlohn nicht in voller Höhe erhalten hätten, heißt es in einer Auswertung des DGB, aus der die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Weitere 22 Milliarden Euro Verlust entfielen demnach auf die Sozialkassen, an die zu wenig Beiträge gezahlt worden seien. Zudem hätten dem Staat sieben Milliarden Euro Einkommensteuer gefehlt, hieß es weiter.
    Grundlage der Auswertung waren Auskünfte von Beschäftigten zu Einkommen und Arbeitszeiten in der Langzeitbefragung "Sozioökonomisches Panel". Daraus ergibt sich laut dem DGB, dass durchschnittlich etwa 2 Millionen Beschäftigte pro Jahr zu wenig Lohn erhalten hätten. Im Schnitt fehlten demnach 1,70 bis 2,40 Euro pro Stunde.
    Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 13,90 Euro. Die Untergrenze darf nur in wenigen Ausnahmefällen unterschritten werden.
    Diese Nachricht wurde am 10.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.