Datenauswertung
DGB: Mindestlohn wird millionenfach umgangen

Der gesetzliche Mindestlohn wird nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes in zahlreichen Fällen unterlaufen.

    Erntehelfer steht in einer Apfelplantage und verschneiden mit einer Heckenschere die Apfelbäume. Die Bäume sind in Reihen aufgestellt.
    Der Mindestlohn wird in einigen Branchen umgangen. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
    Seit Einführung der Lohnuntergrenze 2015 hätten pro Jahr durchschnittlich etwa zwei Millionen Menschen zu wenig Geld bekommen, heißt es in einer Datenauswertung des DGB. Insgesamt belaufe sich dieser Betrag auf rund 35 Milliarden Euro. Besonders betroffen seien Teilzeitbeschäftigte, Menschen mit Minijob, Frauen und Beschäftigte in Ostdeutschland. Den Sozialversicherungen seien durch die zu geringen Löhne etwa 22 Milliarden Euro entgangen, und dem Staat fehlten ungefähr sieben Milliarden Euro an Einkommensteuer, erklärte der DGB weiter.
    Für die Analyse nutzte der DGB Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel. In dieser Langzeitstudie werden jedes Jahr etwa 30.000 Menschen befragt, unter anderem zur Berufstätigkeit und zur Einkommenssituation.
    Diese Nachricht wurde am 10.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.