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Diana Ross
Königin der Pop-Musik wird 70

Sie startete ihre Karriere mit den Supremes, verkaufte weltweite 100 Millionen Platten, landete 28 Nummer-1-Hits und erhielt eine Oscar-Nominierung: Diana Ross. Als erste afroamerikanische Pop-Diva ist sie Vorbild und Inspiration für andere Musikerinnen. Nun wird die erfolgreiche Sängerin 70 Jahre alt.

Von Oliver Stangl | 26.03.2014
    Sängerin Diana Ross bei einem Auftritt in Chile 2013.
    Im vergangenen Jahr tourte Diana Ross durch die USA und Südamerika und sang vor ausverkauften Häusern. (picture alliance / dpa - Felipe Trueba)
    "From Hitsville U.S.A., the home of the world famous 'Detroit Sound', we invite you to meet Motown Records' Golden Girls. The undisputed queens of popular music - The Supremes."
    Die unangefochtenen Königinnen der Pop-Musik. So wurden die Supremes 1965 angekündigt. Und das mit recht. Mitte der 60er waren Diana Ross und The Supremes die einzigen, die es mit den Beatles aufnehmen konnten: zwölf Nummer-1-Hits in nur fünf Jahren. Die Band um Diana Ross musste strikt den Anweisungen des Motowon Chefs Berry Gordy folgen, damit sie auch das weiße Publikum erreicht. Besonders wichtig war die perfekte Präsentation nach außen. Und die lernte Diana Ross in einer eigenen Abteilung von Motown: die "Motown Finishing School" unter der Leitung von Maxine Powell.
    "Einfach nur gehen kann jeder - ich zeige wie man dahinschwebt". Jahrelang musste Diana Ross, wie alle anderen Künstlerinnen und Künstler bei Motown auch, durch die harte Benimm-Schule von Maxine Powell: wie bewegt man sich elegant auf der Bühne. Wie spricht man anständig in der Öffentlichkeit. Wie steigt man anmutig aus einem Auto aus. "Ihr habe ich alles zu verdanken, was ich weiß", sagte Diana Ross später über Maxine Powell. Mit ihrem adretten und durchgestylten Auftreten gelang es den Supremes, auch die weißen Pop-Charts zu stürmen. Alles andere als eine Selbstverständlichkeit, in einer Zeit, als auch im Radio und in den Hitparaden das Kriterium "Hautfarbe" noch eine entscheidende Rolle spielte. Mit ihrem Erfolg ebneten Diana Ross und die Supremes den Weg für andere Bands, wie etwa die Jackson 5. Ein Weg, den Diana Ross ab 1970 auch selbst als Solokünstlerin weiterging.
    Vorbild für Künsterinnen
    Mehrere Kinofilme, über 100 Millionen weltweit verkaufte Platten, 28 Nummer-1-Hits, dazu eine Oscar-Nominierung für ihre Darstellung von Billie Holiday im Film "Lady Sings The Blues". Diana Ross hat ihren Teil zur "schwarzen Emanzipation" beigetragen. Als erste afroamerikanische Pop-Diva lieferte sie die Blaupause für Künstlerinnen wie etwa Whitney Houston, Beyoncé oder Rihanna. Doch ihre Karriere war nicht nur Vorbild und Inspiration für andere Musikerinnen. Fernsehstar Oprah Winfrey beschreibt den Eindruck den Diana Ross auf sie als kleines Mädchen hinterließ.
    "Als ich zehn war sah ich Diana Ross zum ersten mal in der Ed Sullivan Show. Es ist heute unvorstellbar, aber man muss sich klarmachen: Mitte der 60er sah man normalerweise keine schwarzen Menschen im Fernsehen. Für ein Mädchen wie mich gab es niemanden, mit dem man sich identifizieren konnte. Und dann: Diana Ross. Eine schwarze Frau, glamourös und schön, die gleichzeitig aber auch Hoffnung und eine Perspektive verkörperte. Dieser Moment hat mein Leben verändert."
    Sich selbst bezeichnete Diana Ross wiederholt als Workaholic, doch besonders wichtig war und ist ihr die eigene Familie. Fünf Kinder hat Diana Ross großgezogen. Und alle waren mit dabei, als sie 2012 einen Grammy für ihr Lebenswerk verliehen bekam, den "Lifetime Achievement Award". Denn: Sie habe sich selbst immer vor allem als Mutter, und erst dann als Künstlerin gesehen.
    "I always like to think of me first as a parent. For me, my lifetime achievement – ladies and gentlemen, and the rest of the world – are my children."