Donnerstag, 18. April 2024

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Unglück eines Space Shuttle vor 20 Jahren
Die Columbia, tödliche Hitze und ein letztes Video

Vor 20 Jahren kehrte die US-Raumfähre Columbia nach zwei Wochen im All zurück zur Erde. Über dem Südwesten der USA war zu sehen, wie der Shuttle glühende Teile verlor und auseinander brach.

Von Dirk Lorenzen | 01.02.2023
Die Besatzung der Raumfähre Columbia kam bei der Rückkehr zur Erde am 01. Februar 2003 ums Leben.
Die Besatzung der Raumfähre Columbia kam bei der Rückkehr zur Erde am 01. Februar 2003 ums Leben. (NASA)
Vor 20 Jahren kehrte die US-Raumfähre Columbia nach zwei Wochen im All zurück zur Erde. Über dem Südwesten der USA war zu sehen, wie der Shuttle glühende Teile verlor und auseinander brach.
Unmittelbar zuvor hatte die Astronautin Laurel Clark mit ihrer Digitalkamera, die später aus den Trümmern geborgen wurde, noch Aufnahmen im Cockpit gemacht. Das einige Minuten lange Video zeigt die Menschen an Bord geradezu unbeschwert.

Die Besatzung ahnte nichts

Die Besatzung scherzt über die wieder zu spürende Schwerkraft und staunt über die Gluthitze vor den Fenstern. Das sei wie im Hochofen, meint Kommandant Rick Husband, und man wolle jetzt definitiv nicht draußen sein.
Die Rückkehr eines Raumschiffs ist immer riskant: In nicht einmal einer halben Stunde muss es von etwa 30.000 Kilometern pro Stunde auf null abbremsen.
Dies geschieht fast ausschließlich durch Reibung an den Teilchen unserer Atmosphäre. Dabei heizt sich die Luft um das Raumschiff herum auf mehr als 1500 Grad Celsius auf.

Der Hitzeschild war defekt

Nur ein stabiler Hitzeschild sichert das Überleben. Doch dieser war beim Start der Columbia beschädigt worden, ohne dass dem NASA-Team der Ernst der Lage bewusst war.
Vier Minuten nach dem Ende des Videos von Laurel Clark drang das glühend heiße Gas durch einen Riss an einer Flügelkante ins Innere der Raumfähre ein. Es zerstörte die Columbia wie ein Schneidbrenner.
Die sieben Menschen an Bord hatten keine Chance: Laurel Clark, Kalpana Chawla, Rick Husband, William McCool, David Brown, Michael Anderson und Ilan Ramon kamen ums Leben.