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StartseiteHintergrundDie Falklands als blühendes Kleinod im Atlantik10.07.2004

Die Falklands als blühendes Kleinod im Atlantik

Eine einst umkämpfte, jetzt vergessene Insel

In seinem Arbeitszimmer holt Gouverneur Howard Pearce ein Schwarzweißphoto aus dem Bücherschrank:

Von Wolfgang Labuhn

Margaret Thatcher (AP Archiv)
Margaret Thatcher (AP Archiv)
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Wir bewahren hier in meinem Büro ein Photo auf, das recht gut an die Vergangenheit erinnert. Es ist ein Photo von General Menendez, der hier hinter meinem Schreibtisch sitzt. Glücklicherweise verbrachte General Menendez nur kurze Zeit an diesem Schreibtisch.

Die argentinische Besetzung der Falkland-Inseln unter dem Kommando von General Mario Menendez im Jahre 1982 dauerte zwar nur zehn Wochen, rief aber der Welt und wohl auch den meisten Briten schlagartig in Erinnerung, dass es vor der Südspitze Lateinamerikas am Rand der Antarktis noch eine britische Kolonie gab. Sie war weitgehend in Vergessenheit geraten, seit sie nach dem Bau des Panama-Kanals schon vor dem Ersten Weltkrieg ihre strategische Bedeutung verloren hatte. Von seinem Arbeitszimmer im Government House aus blickt Gouverneur Pearce auf eines der Wracks, die halbversunken im Hafen der Hauptstadt Stanley liegen - eine Erinnerung daran, dass Stanley einst häufig von Segelschiffen angesteuert wurde, die bei der Umrundung des stürmischen Kap Horn beschädigt worden waren. Einige konnten nicht mehr repariert werden und verrotten seitdem an den Ufern der weitläufigen Hafenbucht. Auch einige Schäden aus dem Jahre 1982 sind noch sichtbar. Im Billard-Zimmer seiner gediegenen viktorianischen Residenz zeigt der Gouverneur auf ein Loch in der Wand:

Hier ist – eingedenk alter Zeiten – das einzige uns noch gebliebene Einschussloch. Das Geschoss muss von draußen gekommen sein und hinterließ dieses Loch in der Wand, als es platzte. Bei der Renovierung des Hauses 1997/98 beschloss man, das Loch als eine kleine Erinnerung dazulassen.

In der Nacht zum 2. April 1982 berichtete der Radiosender in Stanley live über die Landung der argentinischen Truppen, zu der viele Hörer per Telefon Einzelheiten mitteilten – bis ein argentinischer Offizier schließlich auch neben Moderator Patrick Watts stand. Dieser bereicherte die Rundfunkgeschichte um ein denkwürdiges Tondokument:

Hier ist das Falkland Islands – Rundfunkstudio. Die Situation hier ist, (Schuss), wie Sie vielleicht hören, dass der Radiosender jetzt besetzt worden ist (Schüsse). Hier stehen nun drei argentinische Herren …

… einen Moment! Ich sende Ihre Botschaft nur, wenn Sie mir keine Waffe in den Rücken halten. Ich spreche nicht mit einer Waffe im Rücken!

In London wurde das Unterhaus am 3. April 1982 zu einer Sondersitzung am Samstagnachmittag einberufen, auf der Premierministerin Margaret Thatcher nur noch bestätigen konnte, was die Abgeordneten bereits wussten:

Wir sind heute hier, weil es zum ersten Mal seit vielen Jahren eine Invasion einer ausländischen Macht in einem Gebiet unter britischer Souveränität gab. Nach mehreren Tagen zunehmender Spannungen in unseren Beziehungen zu Argentinien haben die Streitkräfte jenes Landes gestern die Falkland-Inseln angegriffen und unter militärische Kontrolle gebracht.

Die Besetzung der "Malvinas” - so der spanische Name für das aus zwei großen und 700 kleineren und kleinsten Inseln bestehende Archipel im Südatlantik etwa 500 Kilometer östlich von Patagonien - hatte General Galtieri befohlen, der Chef der argentinischen Militärjunta. Premierministerin Thatcher kannte darauf nur eine Antwort. Die "Eiserne Lady” setzte umgehend eine Armada britischer Kriegsschiffe und mehrere Tausend Soldaten in Marsch, um die Falkland-Inseln zurückzuerobern. Nach für beide Seiten verlustreichen Kämpfen ergaben sich die argentinischen Besatzungstruppen am 14. Juni 1982. Im Falkland-Krieg starben 746 argentinische und 252 britische Soldaten, außerdem drei ältere Frauen in der Hauptstadt Stanley, über deren Haus eine fehlgeleitete britische Schiffsgranate explodierte. Margaret Thatcher sorgte dafür, dass die Inselbewohner heute keine Angst mehr vor einer weiteren argentinischen Invasion haben. Auf Ost-Falkland wurde für umgerechnet fast 600 Millionen Euro der neue Luftwaffenstützpunkt Mount Pleasant gebaut, auf dem Großraumjets landen können und wo nun auch die internationalen Zivilflüge ankommen. Hier ist unter anderem ständig eine Staffel von Tornado-Kampfflugzeugen stationiert. Die britische Garnison auf den Falkland-Inseln umfasst heute etwa 2.000 Köpfe – Soldaten, deren Familien und Zivilangestellte. Luftwaffengeneral Richard Lacey, der Kommandeur der britischen Truppen auf den Inseln:

Im Grunde sind wir hier, um von jeder Form militärischer Aktivität in der Suüdatlantik-Region rund um die Falkland-Inseln abzuschrecken. Was das wert sein sollte, lässt sich schwer beziffern.
Der Zweck von Abschreckung - falls sie funktioniert - ist ja eben, dass nichts passiert.


Über zwei Jahrzehnte nach dem Krieg wacht wieder Britannia am britischen Tor zur Antarktis - sehr real als Bronzestatue hoch oben auf der Säule des neuen Befreiungsdenkmals, das nun an der Hafenpromenade von Stanley an die britischen Opfer des Falkland-Krieges erinnert, dahinter eine nach Premierministerin Thatcher benannte Straße. Schräg gegenüber, direkt am Wasser der Hafenbucht, liegt das Gilbert-Haus, ein kleines, mit Holz verkleidetes Gebäude, das zugleich Parlamentssitz und Regierungszentrale der Inseln ist. Völkerrechtlich gelten sie als britisches "Übersee-Territorium nach eigener Wahl”, d.h. als Kolonie, die diesen Status behalten möchte. Und die britische Regierung, so Gouverneur Pearce, respektiere dieses grundlegende UNO-Prinzip der Selbstbestimmung:

The British government respects that key United Nations principle of self-determination.

Die oberste Staatsgewalt liegt allerdings weiterhin bei der britischen Krone, die auf den Inseln vom Gouverneur repräsentiert wird. Er leitet auch die Sitzungen des demokratisch gewählten zwölfköpfigen Legislativrates und des fünfköpfigen Exekutivrates, der sich aus drei Legislativräten, dem Verwaltungs- und dem Finanzchef der kleinen Inselregierung zusammensetzt. Diese ist für ein seit dem Falkland-Krieg regelrecht aufgeblühtes Gemeinwesen zuständig. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei fast 22.000 Euro und damit nur unwesentlich unter dem deutschen. Ein modernes Krankenhaus und ein großes neues Schulzentrum zeugen von reichlichen Überschüssen im Staatshaushalt. Man sei aus einer Position relativer Armut zu Wohlstand gelangt, so Fiona Didlick von der Wirtschaftsförderungsbehörde Falkland Islands Development Corporation:

We’ve moved from a position of relative poverty to wealth.

Die Inselbewohner haben Anspruch auf freie Heilfürsorge. Jeder ständige Bewohner erhält pro Tag ein Pfund Urlaubsgeld, also 365 Pfund oder etwa 510 Euro im Jahr. Dafür gibt es kein Arbeitslosengeld, denn Arbeitslosigkeit ist unbekannt. Die Inselregierung unterhält einen eigenen Flug-Taxidienst mit sechs robusten Maschinen, die auf jeder Wiese landen können und nach Bedarf auch die entlegendsten Siedlungen preisgünstig anfliegen. Die laut letzter Volkszählung 2.379 ständigen Bewohner der Falkland-Inseln leben in einem mustergültigen Wohlfahrtsstaat, den der Wohlstand nachhaltig verändert hat. John Fowler, der Leiter der Tourismusbehörde:

Früher hatten alle jungen Leute Motorräder, heute fahren sie Landcruiser. Das ist eine der Veränderungen. Die Tatsache, dass wir überhaupt Straßen haben, ist eine enorme Veränderung. Bis 1982 gab es hier nur in Stanley gepflasterte Straßen.

Dem heutigen Wohlstand der Inseln liegt eine seit dem Falkland-Krieg von 1982 völlig veränderte Wirtschaftsstruktur zugrunde. Früher wurde sie von wenigen Großfarmen mit riesigen Schafherden dominiert, deren Wolle profitabel exportiert wurde. Die Inselbewohner hatten wenig davon, da die Gewinne meist bei den in England lebenden Grundbesitzern landeten. Als die Wollpreise auf dem Weltmarkt zusammenbrachen, wurden viele der Großfarmen verkauft und in kleinere Familienbetriebe aufgeteilt, die nun auf Fleischproduktion umstellen. Zugleich hat die Inselregierung aber seit dem Falkland-Krieg neue Einnahmequellen erschlossen. Durch den Verkauf von Fischfang-Lizenzen für die 200-Meilen-Zone rund um die Inseln fließen jetzt jährlich bis zu 30 Millionen Pfund in die Regierungskasse. Der Tourismus bringt weitere Einnahmen, während der Wollexport in den Hintergrund getreten ist. Vor allem Tintenfischarten wie Pfeilkalmare werden nun aus den Falkland-Gewässern geholt, in guten Jahren bis zu 200.000 Tonnen - 10 Prozent der insgesamt auf der Welt gefischten Menge. Und kaum ein Mittelmeer-Urlauber ahnt, woher die Calamares auf seinem Teller stammen. John Barton, der Leiter der staatlichen Fischereibehpörde:

Der größte Teil der Loligo-Kalmare geht in südeuropäische Länder wie Spanien, Portugal, Italien und Griechenland. Ein anderer hier gefischter Kalmar – Illex – geht vor allem in den Fernen Osten. Lizenzen für den Fang dieser Art werden hauptsächlich von Trawlern aus Korea, Taiwan, China und Japan erworben.

Während diese Wohlstandsquelle quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf hoher See sprudelt, sind die touristischen Attraktionen unübersehbar. Besonders auf den vorgelagerten kleineren Inseln tummeln sich Pelzrobben, Seelöwen und See-Elefanten. Entlang der Küsten brüten ungezählte Seevogel-Arten, darunter auch Albatrosse - und vor allem Pinguine:

Auf Pebble Island zeigt Jackie Jennings den Gästen ihrer Pension gerne die Kolonien hier brütender Pinguinarten – der Magellan-Pinguine etwa, die wie Kaninchen in Erdlöchern leben, der hübschen Felsenpinguine, die an steileren Küstenabschnitten wie Kängurus aus dem Wasser hüpfen und vor allem der Eselspinguine, die in großen Gruppen und zuweilen weit vom Meer entfernt auf dem Gras stehen:

Ungefäehr 600 Brutpaare leben hier, und sie hatten ein sehr erfolgreiches Jahr. Sie sind jetzt gerade in der Mauser. Eselspinguine und Königspinguine sind die beiden Arten, die ständig auf den Falkland-Inseln leben. Nach der Brut ziehen diese hier an den Strand, wo sie bis zur Brutzeit im kommenden Jahr bleiben.

Doch über diesem unvergleichlichen Naturparadies, um das sich rührige Umweltschützer kümmern und das Wissenschaftler aus aller Welt anzieht, hängen wieder dunkle politische Wolken. Denn Argentinien hat auch nach dem Falkland-Krieg seinen Anspruch auf die Inseln nicht aufgegeben. (Die Souveränitätsfrage ist bereits seit der Entdeckung des Archipels im 16. Jahrhundert umstritten. Die erste gesicherte Landung durch europäische Seefahrer erfolgte im Jahre 1690, als der britische Kapitän John Strong den Sund zwischen den beiden Hauptinseln nach dem damaligen Ersten Lord der britischen Admiralität benannte, Viscount Falkland. Französische Robbenjäger benannten die Inseln im 18. Jahrhundert nach der Hafenstadt St. Malo "Les Isles Malouines”, worauf die spanische Bezeichnung "Malvinas” zurückgeht. ) Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert wurden auf den Inseln französische, britische und spanische Siedlungen gegründet und wieder aufgegeben – stets begleitet von Souveränitätsansprüchen dieser Länder. 1816 erklärten die im spanischen Vize-Königreich Rio de la Plata zusammengeschlossenen Gebiete ihre Unabhängigkeit. In den Folgejahren erhoben die Regierenden in Buenos Aires immer wieder Anspruch auf die Falkland-Inseln und förderten neue Siedlungen. 1831 kam es zum so genannten "Lexington”-Zwischenfall, als der von Buenos Aires geschickte Gouverneur Louis Vernet drei Schiffe amerikanischer Robbenjäger beschlagnahmen ließ. Die USA entsandten daraufhin die Korvette "Lexington”, die Vernets Siedlung auflöste. 1832 postierte Buenos Aires einen neuen Gouverneur auf den Inseln, der von zurückgebliebenen Siedlern ermordet wurde. Großbritannien entsandte das Kriegsschiff "Clio”, dessen Kapitän John James Onslow im Januar 1833 die Anarchie auf den Inseln beendete und die britische Souveränität erneuerte. Diesen Anspruch hat Argentinien als Nachfolgestaat der Rio-de-la-Plata-Provinzen stets zurückgewiesen, das die "Malvinas” bis heute als argentinisches Territorium betrachtet. Unbestritten ist andererseits, dass die Inseln seit 1833 kontinuierlich von Briten besiedelt wurden und die Bewohner heute zu 94 Prozent britisch sind oder britische Vorfahren haben. Jan Cheek, Mitglied des Legislativrates der Inseln:

Mein Enkelkind, dessen Geburt wir gerade gefeiert haben, zählt zur achten Generation meiner Familie hier. Es steht völlig außer Frage, dass die Inseln argentinisch sind oder jemals waren.


Der argentinische Anspruch gründet sich auf den stets umstrittenen spanischen Eigentumsanspruch, die Besiedlungsversuche zwischen 1826 und 1833 und die Nähe der Inseln zum argentinischen Festland – Argumente, die nach britischer Auffassung weder dem Völkerrecht noch dem Recht der Bewohner der Falkland-Inseln auf Selbstbestimmung standhalten. Dennoch folgte London einer 1965 erhobenen Aufforderung der UNO, mit Argentinien Gespräche über den Status der Inseln aufzunehmen. Sie führten dazu, dass britische Regierungen, auch noch die Thatcher-Regierung, Argentinien die Übertragung der Souveränität anboten, falls Buenos Aires bereit war, die Inseln danach für einige Jahrzehnte an Großbritannien zu verpachten.

Während Argentinien in den siebziger Jahren bereits damit begann, die Verkehrsverbindungen zu den Inseln auszubauen und sogar Kindern von den Inseln den Besuch von Internatsschulen in Buenos Aires finanzierte, drehten sich die britisch-argentinischen Verhandlungen schließlich nur noch um die Dauer der Rückpacht-Zeit – bis der Falkland-Krieg eine völlig neue Lage schuf. Eine Abtretung der Inseln an Argentinien war nun ausgeschlossen, während sich die britisch-argentinischen Beziehungen schrittweise wieder normalisierten. 1998 bekräftigte Präsident Carlos Menem bei einem Besuch in Großbritannien den argentinischen Verzicht auf jegliche Gewaltanwendung gegen die Falkland-Inseln. Der Legislativrat der Inseln bat London daraufhin um die Aufnahme von Gesprächen mit Argentinien zur Erörterung regionaler Fragen von beiderseitigem Interesse. Die Gespräche führten am 14. Juli 1999 zu einer gemeinsamen britisch-argentinischen Erklärung, in der unter anderem das 1982 verhängte Besuchsverbot für Argentinier auf den Falkland-Inseln aufgehoben wurde. Argentinien setzte sich erfolgreich für die Wiederaufnahme chilenischer Linienflüge auf die Falkland-Inseln ein, die im März 1999 nach der Festnahme General Pinochets in Großbritannien unterbrochen worden waren. Den chilenischen Flugzeugen wurde auf dem Weg zu den Falkland-Inseln auch eine Zwischenlandung in Argentinien gestattet. Großbritannien und Argentinien vereinbarten ferner enge Kooperation beim Schutz der Fischbestände im Südatlantik und den Bau eines Denkmals am argentinischen Soldatenfriedhof auf den Falkland-Inseln. Sogar auf militärischem Gebiet gibt es wieder Zusammenarbeit.
Luftwaffen-General Richard Lacey, der Kommandeur der britischen Garnison:

Wir haben eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Wir unterrichten sie über unsere Militärmanöver, sie unterrichten uns über ihre Manöver. Wir tauschen darüber Informationen aus als vertrauensbildende Maßnahme, und das klappt sehr gut.

In jüngster Zeit allerdings schrillen in London wieder die Alarmglocken. Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Argentinien seien zwar seit längerem insgesamt gut, so Gouverneur Pearce, doch im Moment erlebe man im Zusammenhang mit den Falkland-Inseln wieder eine schwierige Zeit:

The overall relationship with the United Kingdom and Argentina is a good one as it has been for some time. But we’re going through a rather difficult period at the moment over Falkland Islands issues.

Denn alle hoffnungsvollen Entwicklungen erhielten einen Dämpfer, als Argentinien unter seinem neuen Präsidenten Nestor Kirchner im November vergangenen Jahres chilenischen Fluggesellschaften die Überflugrechte für Charterflüge verweigerte, mit denen Touristen auf die Falkland-Inseln gebracht wurden, um von dort aus Kreuzfahrten in die Antarktis anzutreten. Kreuzfahrten aber seien ein für die Falkland-Inseln lukrativer Markt, sagt Fiona Didlick von der staatlichen Wirtschaftsförderungsbehörde – und sehr gut, um globales Bewusstsein zu schaffen, wenn Leute kämen und sähen, was es mit den Falkland-Inseln auf sich habe:

Certainly the cruise ship market is very lucrative for us, and it is also very good for us in terms of global awareness – people coming and seeing what we are all about.

Wie es im Januar dieses Jahres von argentinischer Seite hieß, soll das Überflugverbot für chilenische Chartermaschinen solange gelten, wie London argentinischen Passagiermaschinen keine Landerechte auf den Falkland-Inseln einräumt. Für Richard Cockwell, Mitglied des Legislativrates der Inseln, ist Präsident Kirchner damit eindeutig in die Offensive gegangen. Kirchner versuche, die Inseln ökonomisch zu schädigen und von der Außenwelt zu isolieren:

He definitely is coming out on the attack and trying to find ways to damage our economy, to isolate us from the rest of the world.

Landerechte für argentinische Maschinen sind für die Bewohner der Falkland-Inseln und ihre Selbstverwaltung nicht akzeptabel, weil das Trauma der Invasion von 1982 nachwirkt. Britisch-argentinische Gespräche auf Regierungsebene über diese Frage sind bisher ergebnislos geblieben, da die Inselbewohner nicht bereit waren, auf die argentinischen Forderungen einzugehen. Mitte März kam es zu weiteren Spannungen, als ein argentinischer Eisbrecher in der von London erklärten Fischereischutzzone die Fanglizenzen ausländischer Trawler kontrollierte. Die britische Regierung protestierte förmlich gegen das argentinische Vorgehen und bekräftigte, dass sie keinen Zweifel an der britischen Souveränität über die Inseln habe. Für die Bewohner der Falkland-Inseln aber tauchen damit wieder Gespenster der Vergangenheit auf, die erneut ihr koloniales Idyll im Südatlantik bedrohen.
Richard Cockwell, Mitglied des Legislativrates:

Wir führen ein sehr angenehmes, geordnetes Leben. Wir haben eine gut strukturierte Wirtschaft, ein wunderbares Erziehungs- und Gesundheitssystem. Wir wollen einfach nur friedlich in unserem eigenen Land leben mit dem Recht, unsere Zukunft selbst zu bestimmen. Das ist alles.

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