Donnerstag, 18. April 2024

16. März 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema in den Wirtschaftskommentaren ist der Kursverfall bei der Credit Suisse. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG meint:

16.03.2023
"Die Schweizer Großbank verstärkt das weltweite Bankenbeben nach der Pleite der Silicon Valley Bank vor einigen Tagen. Die Aktien der CS-Bank verloren am Mittwoch in der Spitze um mehr als 30 Prozent an Wert. Der dramatische Wertverlust ist eine weiterer Rückschlag in der Geschichte der Bank. Das Vertrauen der Investoren schwindet beständig. Der neuerliche Rückschlag dürfte dann auch auf das Konto eines Anlegers zurückgehen, nämlich das des Präsidenten des Großaktionärs Saudi National Bank. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Ammar Al Khudairy, sein Institut könne aus aufsichtsrechtlichen Gründen kein weiteres Geld in die Credit Suisse nachschießen. Das verstärkte an der Börse die schon länger schwelenden Gerüchte um Liquiditätsprobleme der Bank. Zwar betonte Al Khudairy am Mittwoch, dass die Credit Suisse kein Geld benötige. Dennoch sorgte seine Aussage für Verunsicherung, weil das saudi-arabische Institut die Credit Suisse im Notfall nicht unterstützen kann."
Das HANDELSBLATT aus Düsseldorf kommentiert:
"Kornzernchef Körner sagte, dass sich der Fall Credit Suisse nicht mit dem Kollaps der Silicon Valley Bank vergleichen lasse. Damit hat Körner recht, nur leider nutzt das nichts. Die Krise der Credit Suisse ist hausgemacht und auch in der europäischen Bankenlandschaft ein Einzelfall. Geschuldet sind die Turbulenzen einer toxischen Mischung aus chronischen Kontrollschwächen, schlampigem Risikomanagement und falscher Strategie. Das macht den Fall aber nicht weniger gefährlich. Denn die Schweizer gehören eindeutig zu jenen Banken, die in die Kategorie 'too big to fail' fallen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf den Bundeshaushalt.
"Am Mittwoch hätte es so weit sein sollen: Das Kabinett hätte die Eckpunkte des Haushalts 2024 beschlossen. Die Verhandlungen sind aber fürs Erste gescheitert. Die Wünsche der Ressorts und Lindners Finanzplanung liegen trotz monatelanger Gespräche nach wie vor so weit auseinander, dass keine Haushaltsmagie und keine globalen Minderausgaben die Lücken schließen können. Auch, wenn einige in den Reihen von SPD und Grünen es gerne anders hätten: Den grundsätzlichen Rahmen für das, was möglich ist, setzt die Schuldenbremse. Zu mehr Bescheidenheit aber führt diese Erkenntnis offensichtlich nicht. Stattdessen wandern die Blicke umstandslos zur Einnahmeseite. Sprich: Die Forderung nach Steuererhöhungen wird laut. Doch nicht jeder Reflex ist auch ein Zeichen von Geistesgegenwärtigkeit. Steuererhöhungen wären gerade jetzt keine Lösung, sondern ein Fehler."