
Die WIRTSCHAFTSWOCHE meint: "Weiter wie bisher, nur etwas besser, scheint der mutlose Leitsatz der Experten gewesen zu sein. Als Gewinner dürfen sich vor allem die Versicherer freuen, weil sie auch künftig eine große Auswahl an staatlich geförderten Produkten anbieten dürfen – ohne Garantie, dass Sparer ihre Beiträge komplett wiedersehen. Dass die Angebote günstiger werden, ist dagegen nicht absehbar. Besonders Jüngere blicken bei Riester, Wohn-Riester, Rürup, Generationenkapital und vor allem den komplexen Steuerregeln nicht mehr durch. Wird die Reform so umgesetzt wie von der Expertengruppe vorgeschlagen, droht noch größere Verwirrung."
Die FREIE PRESSE aus Chemnitz schreibt: "Eine Mehrheit in der Fokusgruppe hält nichts davon, die Vorsorge verpflichtend zu machen. Pflicht würde übrigens nicht bedeuten, dass jeder in eine bestimmte Form der Vorsorge gezwungen wird – sehr wohl aber, dass jeder Arbeitnehmer für später etwas zur Seite legen muss. Ein Weg dahin wäre ein öffentlich verwalteter Fonds, der jedem offensteht und wenige, gut verständliche Vorsorgeprodukte im Portfolio hat."
Die energetische Gebäudesanierung ist Thema in der MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG aus Halle: "Die Sanierung von Wohnhäusern schützt auch vor steigenden Heizkosten. Dass Hauseigentümer:innen dennoch die Finger davon lassen, hat mehrere Gründe. Natürlich spielen gestiegene Kosten und höhere Zinsen eine Rolle. Hinzu kommt aber auch, dass die unsägliche Debatte der Ampel über den 'Heizhammer' zusätzliche Verunsicherung gezeitigt hat. Und, was gerne vergessen wird: Die Regierung hat im vorigen Jahr die Fördersätze für Sanierungen zusammengestrichen. Das zeigt: Wer sich für Wärmepumpen starkmacht, muss sich auch um die energetische Sanierung kümmern. Ein Sofortprogramm muss her."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG blickt auf die Inflation: "Die Inflation ist noch nicht besiegt. Die endgültigen Euroraum-Daten für Juni lassen sogar eine hartnäckige Geldentwertung befürchten. Denn die Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise ist gestiegen, und das stärker, als das EU-Statistikamt Eurostat noch in der ersten Schätzung erwartet hatte. Auch in den Vereinigten Staaten steigt die Kerninflation, und ein Ende ist nicht in Sicht, wenn Arbeitskräfte knapp sind und deshalb höhere Löhne durchsetzen können. Hierzulande heißt das Phänomen 'Fachkräftemangel' und belastet schon seit geraumer Zeit die deutsche Wirtschaft. Es ist deshalb zu früh, den Kampf gegen die Inflation für beendet zu erklären."
