Sonntag, 03. März 2024

21. November 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird der Wechsel von Sam Altman vom ChatGPT-Entwickler OpenAI zu Microsoft.

21.11.2023
Ein weißer Mann mit kurzen schwarzen Haaren sitzt auf einem Podium mit einem Mikrofon und deutet in Richtung Kamera.
Sam Altman, ehemaliger Geschäftsführer von OpenAI und Erfinder der KI-Software ChatGPT (Archivbild). (dpa / picture alliance / Sven Hoppe)
Das HANDELSBLATT findet, dass die Entlassung Altmans ein Spiegelbild der größeren Debatte um den richtigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz sei.
"Sie symbolisiert die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes, der Innovationen fördert, gleichzeitig aber ethische und soziale Verantwortung nicht aus den Augen verliert. Diese Balance zu finden ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – eine, die weit über die Grenzen eines einzelnen Unternehmens hinausgeht und das Potenzial hat, die Zukunft der Menschheit maßgeblich zu prägen. Es ist richtig, dass sich die Europäische Union um einen verantwortungsvollen Umgang mit KI bemüht. Und Europa braucht eigene, mächtige Gegenspieler zu OpenAI, damit das nächste Chaos in San Francisco nicht länger die Chefetagen in Berlin und Paris erschüttert, sondern es genug europäische Alternativen gibt."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert Altmans neuen Job bei Microsoft. Zwar sei der Wechsel ein Coup für das Unternehmen, einige Fragen seien aber noch unbeantwortet.
"Vor allem gilt das für die Zusammenarbeit mit OpenAI. Der Konzern hat viel Geld in den Partner investiert und fast seine gesamte Produktpalette auf diese Kooperation ausgerichtet. Das bietet reichlich Konfliktpotential mit Altmans neuem internen KI-Projekt. Mehr noch: Der Wert von Microsofts Investition in OpenAI steht infrage. Dem Unternehmen könnte ein Exodus seiner Mitarbeiter bevorstehen, mehr als die Hälfte der Belegschaft drohte in einer spektakulären Revolte mit Rücktritt. OpenAI ist in Schockstarre verfallen und droht handlungsunfähig zu werden. Das mag Wettbewerber wie Google oder Meta freuen, aber Microsoft kann daran gewiss kein Interesse haben."
Die Bundesnetzagentur hat ein Verfahren gegen die Mobilfunkbetreiber in Deutschland eröffnet, weil sie ihre Netze nicht so ausgebaut hätten, wie dies vereinbart worden sei. Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle moniert:
"In der Politik hat sich der Glaube festgesetzt, man könnte im Mobilfunk harten Wettbewerb mit günstigen Tarifen inszenieren, über Frequenzversteigerungen Milliarden Euro einnehmen und die Versorger zudem zu ehrgeizigen Ausbauauflagen verdonnern. Bei so vielen Zielen gleichzeitig muss es zwangsläufig irgendwo hapern."
Die STUTTGARTER ZEITUNG befürwortet die Einleitung des Bußgeldverfahrens:
"Das zeigt zumindest, dass das Problem erkannt ist. Ob sich dadurch aber auch nur ein Funkloch schneller schließt, ist unklar. Der schleppende Ausbau der Netze dürfte nicht zuletzt auch mit der Vielzahl an Vorschriften, Auflagen und Verfahren zu tun haben. Geregelte Verhältnisse sind gut, Regelwut ist es nicht."