11. Januar 2024
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - die Wirtschaftspresseschau

Eine Baustelle mit halbfertigen Wohnungen im Bau. Zwei Bauarbeiter sind bei der Arbeit.
In Deutschland fehlen hunderttausende bezahlbare Wohnungen, das Geschäftsklima im Wohnungsbau ist auf einem Tiefststand. (picture alliance / Winfried Rothermel / Winfried Rothermel)
Im Mittelpunkt heute das Geschäftsklima im Wohnungsbau, das laut dem Ifo-Institut in München auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen 1991 gefallen ist.
Dazu schreibt die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg:
"Kaum ein anderer Lebensbereich wird so stark politisch gesteuert wie die Entscheidung, eine Immobilie zu erwerben oder ein Haus zu bauen. Einige Jahrzehnte lang hat das auch leidlich funktioniert, auch wenn Deutschland bei der Eigentumsquote in der EU immer noch das Schlusslicht ist. Wenn jetzt aber immer weniger gebaut wird, die Mieten in die Höhe schießen und für gebrauchte Immobilien kaum noch Käufer zu finden sind, obwohl dringend mehr Wohnraum benötigt wird, muss man sagen: Hätte man den Wohnungsbau allein dem rauen Spiel des freien Markts überlassen, wäre die Bilanz wohl kaum schlechter ausgefallen."
Dennoch fordern die STUTTGARTER NACHRICHTEN die Bundesregierung zum Handeln auf:
"Die Politik hält den Generalschlüssel für eine Öffnung des Marktes in der Hand. Standards auch im Bereich der Energieeffizienz runter, freier Weg für serielles Bauen, Einführung des digitalen Bauantrags, dazu die Einlösung des einer frechen Lüge ähnelnden Bürokratieabbauversprechens: Das alles kostet keine Milliarden, aber Lernfähigkeit und Gestaltungskraft. Daran hapert es - wohin das Auge schaut."
Themenwechsel: Der Berliner E-Scooter-Anbieter Tier fusioniert mit dem niederländisch-französischen Wettbewerber Dott. Das HANDELSBLATT sieht darin eine gute Nachricht:
"Die Bewertungen sind damit in der Realität angekommen. Und in dieser werden E-Scooter gerade in Großstädten gern und häufig genutzt. Tendenz steigend. Es geht um Durchhaltevermögen in einer Zeit, in der Investoren kein Interesse mehr an verlustreichen Geschäftsmodellen haben. Die Anbieter, die es schaffen, sich ihrer Konkurrenten zu entledigen, können mit einer steigenden Nachfrage rechnen. Alle anderen finden sich auf dem Friedhof gescheiterter Start-ups wieder. Tier und Dott haben sich davon gerade einen Schritt entfernt."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE beschäftigt sich mit der Anzahl der Frauen in den Wirtschafts-Chefetagen:
"Männer-Bastionen werden – trotz Quoten – noch immer zu langsam geschliffen. Die alten Vorurteile, Frauen könnten nicht führen, sind dabei besonders schwer kaputt zu kriegen. Schlimm genug. Schlimmer aber ist, dass der Staat dort noch immer versagt, wo er für die Gleichberechtigung grundlegend etwas erreichen könnte. Nach all den Jahren ist die Kinderbetreuung in diesem Land noch immer so defizitär organisiert, dass junge Eltern Job und Nachwuchs viel zu selten so unter einen Hut bringen, wie sie das gerne würden."