06. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Das HANDELSBLATT kommentiert das Börsengeschehen nach dem US-Angriff in Venezuela:

Das Bild zeigt eine Öl-Raffinerie in Venezuela.
Der US-Druck auf Venezuela wirft Fragen für den Ölmarkt auf. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Matias Delacroix)
"An den Aktienmärkten scheint das kaum Eindruck zu hinterlassen. Trotz der zusätzlichen Risiken, die das aggressive Vorgehen des US-Präsidenten mit sich bringt, reagieren Investoren gelassen: Der deutsche Leitindex Dax erreichte am Montag ein neues Rekordhoch, und auch die Wall Street startete mit deutlichen Kursgewinnen in die Woche. Diese Entwicklung passt zur Zuversicht, mit der Aktienstrategen ins neue Jahr blicken. Zugleich warnen viele der großen Häuser jedoch vor zunehmender Unsicherheit und heftigeren Kursschwankungen. Das wirkt widersprüchlich – und diese Schizophrenie deutet darauf hin, dass sich an den Märkten Spannungen aufgebaut haben, die sich jederzeit entladen könnten."
Die BÖRSENZEITUNG blickt auf die von Washington angestrebte Ausbeutung der venezolanischen Ölvorkommen:
"Zwar mag die Exploration schweren Rohöls aus dem Orinoco-Gürtel technisch nicht komplex sein, doch ist die Infrastruktur schwer von jahrelangen Unterinvestments und Sanktionen gezeichnet – ganz zu schweigen davon, dass die politische Situation nach den US-Militärschlägen extrem instabil ist. Selbst bei einem Machtwechsel hin zu einer demokratisch legitimierten Regierung in Caracas dürfte es Jahre dauern, bis Venezuela fit genug ist, um seine auf dem Papier bestehende Führungsrolle am globalen Ölmarkt auch einzunehmen."
Abschließend noch Stimmen zur Forderung der Verbraucherzentralen, Quoten für das Bezahlen mit Bargeld festzulegen. Die MEDIENGRUPPE BAYERN meint:
"Die Verbraucherzentrale ist ein Lobbyverein für uns Verbraucher. Insofern ist ihre vorausschauende Fürsorge nicht verkehrt. Mit dem Warnruf, die Bargeld-Akzeptanz sei derart auf dem Rückzug, dass Papier- und Münzgeldzahlungen mit strikten Quoten zu schützen seien, liegt sie aber daneben. Die Bankgebühren bei Kartenzahlung schrecken viele Händler ab – und produzieren ziemlichen monetären Wildwuchs. Das Gebühren-Wirrwarr zu lichten, wäre eine wunderbare Aufgabe für die Brüsseler Institutionen. Hat mit dem erfreulichen Kosten-Bann für Echtzeitüberweisungen schließlich auch geklappt."
Anders sieht es die Zeitung DIE GLOCKE aus Oelde:
"Die Akzeptanz von Bargeld zurückzufahren, wie es in Deutschland vielerorts geschieht, ist ein Fehler – Verbraucherschützer beklagen die Entwicklung zurecht. Wenn Fahrscheine am Bahnhof mit Plastikgeld bezahlt werden können, Parktickets über eine App und Einkäufe im Supermarkt am Bezahlterminal zum Selber-Scannen, spiegelt das zwar eine gewisse Modernität wider – schließt aber jene aus, die mit dem technologischen Wandel nicht schritthalten können. Und für Kinder wird der Wert des Geldes durch den Umgang mit barer Münze erst greifbar."