07. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird der Brief von Bundeskanzler Merz an die Abgeordneten von Union und SPD, in dem er die Lage der deutschen Wirtschaft in einigen Bereichen sehr kritisch sieht.

    Bundeskanzler und CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz spricht an einem Rednerpult.
    Bundeskanzler Merz räumt der Ankurbelung der deutschen Wirtschaft für 2026 höchste Priorität ein. (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)
    Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus schreibt dazu:
    "Es ist ein peinlicher Moment, wenn man im Schwimmbad bereits auf dem Zehn-Meter-Turm steht – und dann die Leiter wieder hinabsteigt. Besonders schlimm ist es, wenn man vorher herumgetönt hat, was für einen sensationellen Sprung es gleich zu sehen geben werde. Merz hat im vergangenen Jahr einen Herbst der Reformen angekündigt, der dann nicht stattfand. Jetzt unterstreicht er in einem Brief erneut die Notwendigkeit, den Standort Deutschland voranzubringen."
    Die STUTTGARTER NACHRICHTEN meinen:
    "Das Prinzip Merz besteht darin, durch vehement vorgetragene Forderungen den öffentlichen Diskurs zu verändern und so den Raum für Veränderungen zu erweitern. In der Opposition war er damit erfolgreich. Doch nun richten sich die von Merz geweckten Erwartungen an ihn selbst. Die echte Kunst eines Kanzlers ist, Mehrheiten für schmerzhafte Veränderungen Stück für Stück zu organisieren, auch in schwierigen Regierungskonstellationen. Gerne auch hinter den Kulissen. Merz muss nun zeigen, ob er diese Kunst beherrscht."
    In Las Vegas hat die Technikmesse CES begonnen. Im Mittelpunkt steht das Thema Künstliche Intelligenz. Die BÖRSEN-ZEITUNG unterstreicht:
    "Auf der Consumer Electronics Show ist den humanoiden Robotern die Aufmerksamkeit des Publikums sicher. Immerhin gelten die menschenähnlichen Maschinen als 'Königsdisziplin' der Robotik. Und der adressierbare Markt ist angesichts zahlreicher Einsatzgebiete laut Experten potenziell billionenschwer. Bis es so weit ist, braucht die Technologie aber noch ein bisschen, um Industriebetriebe, Logistik- und Pflegefirmen sowie Krankenhäuser und private Haushalte auch wirklich auf breiter Ebene zu entlasten. Denn die Fähigkeiten der Roboter – und damit ihre Produktivität – sind noch nicht mit denen echter Menschen vergleichbar."
    Das HANDELSBLATT blickt auf den deutschen Technologiekonzern Siemens. Zur Eröffnung der Messe hat der Vorstandsvorsitzende Busch eine Keynote gehalten:
    "In der deutschen Öffentlichkeit werden Position und Potenzial des Münchener Konzerns eher unterschätzt. Das Traditionsunternehmen ist neben SAP, der Deutschen Telekom und Infineon einer der wenigen Tech-Konzerne in Deutschland von Weltrang. Um das Potenzial auszuspielen und dauerhaft in der Champions League mit Nvidia und Co. mitzuhalten, muss sich Siemens in diesem Jahr aber noch weiter bewähren. Es gibt auch unter Investoren noch Skepsis über die neue 'One Tech Company'-Strategie. CEO Busch muss seinen Kurs noch verständlicher erklären und die Strategie weiter schärfen."