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Doping"Politisch ist kein Wille da, etwas nachzuweisen"

In der Diskussion um den CIRC-Report des Radsportweltverbandes hat sich Dopingforscher Perikles Simon im Deutschlandfunk verhalten über Nachtkontrollen für die Sportler geäußert. Trotzdem plädierte er dafür, die Athleten genau im Blick zu behalten.

Perikles Simon im Gespräch mit Matthias Friebe | 14.03.2015

Der Sportwissenschaftler Perikles Simon von der Universität Mainz.
Der Sportwissenschaftler Perikles Simon von der Universität Mainz. (picture alliance / dpa / Paul Zinken)
Auch wenn man über die Wirkung von Doping in der Nacht noch nicht so viel wisse, stehe fest, dass die Einnahme von verbotenen Substanzen kurz vor dem Einschlafen die Regeneration, die Schnellkraft und die Ausdauer fördere, sagte der Dopingforscher Perikles Simon im Deutschlandfunk.
Viel mehr seien aber nicht die fehlenden Nachtkontrollen der Hauptgrund, warum das Kontrollsystem nicht funktioniere. "Die WADA kam schon 2013 zu dem Schluss, dass politisch überhaupt kein Wille vorhanden ist, etwas nachzuweisen."
Athleten könnten klagen
Simon sieht die Nachtkontrollen sehr skeptisch. Vor dem Hintergrund des Pechstein-Urteils könnten Athleten gegen solche Kontrollen sogar klagen.
Beim Kampf gegen Doping sei es sehr viel wichtiger, die Hintermänner zu stellen. Dies sei viel effektiver als Nachtkontrollen.
Das vollständige Gespräch können Sie bis mindestens 14. September 2015 nachhören.