Montag, 03. Oktober 2022

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Doping
Russlands Leichtathletik-Verband bleibt gesperrt

Der Leichtathletik-Weltverband hat die Sperre Russlands vor der WM in Doha verlängert. Grundlage sind Erkenntnisse der Welt-Anti-Doping-Agentur. Die WADA zweifelt Daten an, die Russland übermittelt hatte - sie sollten zur Aufklärung des systematischen Dopings rund um die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi beitragen.

Von Victoria Reith | 23.09.2019

Im Vordergrund ist ein Startblock für einen Läufer zu sehen, im Hintergrund die Abkürzung IAAF.
Der IAAF hat einigen russischen Sportlern die Teilnahme an Wettbewerben erlaubt. (dpa / bildfunk / Diego Azubel/EPA )
Russlands Flagge wird bei der Freitag beginnenden Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha nicht wehen. Der Leichtathletik-Weltverband entschied, dass die 30 russischen Athleten unter neutraler Flagge starten müssen. Damit bleibt für sie der im November 2015 verhängte Bann bestehen. Grundlage für die jetzt schon zwölfte Verlängerung der Sperre sind Daten der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Diese zweifelt an der Echtheit der Daten aus dem Moskauer Kontroll-Labor.
ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt: "Es geht hier um 20 Millionen Datensätze, 24 Terabyte, also das ist ein gigantisches Ausmaß, insofern konnte man nur stichprobenartig dann mal schauen, ob denn da alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Es gab ja bereits einige Fälle, wo offensichtlich das Ganze stimmig war, aber man hat eben noch mal zielgerichtet bei anderen Sportarten oder in anderen Bereichen mal in diesen Datensätzen gekommen. Und dabei ist es offensichtlich zu Ungereimtheiten gekommen und der Verdacht steht nun im Raum, dass Moskau Daten manipuliert hat."
Ausmaß des systematischen Dopings sollte wohl heruntergespielt werden
Wie die "New York Times" unter Berufung auf einen WADA-Offiziellen berichtet, sollen unter anderem positive Tests gelöscht worden sein. Damit sollte offenbar das Ausmaß des systematischen Dopings rund um die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 heruntergespielt werden.
Die WADA hat nun eine Untersuchung angekündigt, und Russland drei Wochen Zeit gegeben, um auf die Vorwürfe zu reagieren. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte den Bann der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA vor einem Jahr aufgehoben - mit der Auflage, dass Russland die Daten und Proben aus den Jahren 2012 bis 2015 an die WADA übergibt. Dies war erst nach einigem Zögern geschehen.
Der Präsident des russischen Olympischen Komitees zeigte sich mit Blick aufs kommende Jahr besorgt. Er sagte, die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2020 könnte bedroht sein, sollte Russland die mutmaßliche Manipulation nicht aufklären können.