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DSV-Kommission: Ullrich darf bleiben

Nachdem der Ex-DDR-Biathlet Jürgen Wirth seinen ehemaligen Trainer Frank Ullrich, heutiger Biathlonbundestrainer, und Verbandstrainer Wilfried Bock beschuldigte, zu DDR-Zeiten Doping mit angeordnet zu haben, hatte der Deutsche Skiverband eine Untersuchungskommission eingesetzt. Das Ergebnis des Abschlussberichtes: Bock soll gehen, Ullrich bleiben.

Von Thomas Purschke | 24.07.2009

    Wie der Deutschlandfunk aus Kommissionskreisen erfuhr, hat das fünfköpfige Untersuchungsgremium unter Vorsitz des Juristen und Vize-Präsidenten des Deutschen Skiverbandes Franz Steinle dem Verband empfohlen, keine arbeits- oder dienstrechtlichen Schritte gegen Biathlonbundestrainer Frank Ullrich einzuleiten.

    Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass Ullrich ab 1986 als verantwortlicher Lauf-Trainer der DDR-Biathleten die Einnahme von Dopingmitteln weder angewiesen noch selbst welche an Athleten verabreicht, beziehungsweise die Einnahme überwacht habe. Doch genau dies hatte der damalige DDR-Biathlet Jürgen Wirth den beiden National-Trainern Bock und Ullrich vorgeworfen. Die Entscheidung des DSV zu Ullrich verwundert, zumal die Kommission zu dem Schluss kommt, dass alle im Sport-Umfeld der Spitzenathleten tätigen Personen, schon wegen der Art und Weise der Vergabe der blauen Pillen davon gewusst haben mussten, dass es sich um etwas Verbotenes handelte.

    Das Arbeitsverhältnis mit dem Stützpunkt-Trainer im sächsischen Altenberg Wilfried Bock, soll hingegen zum 31. Oktober beendet werden. Die Kommission stellte fest, dass der ehemalige DDR-Biathlon-Verbandstrainer Bock einst aktiv in die Vergabe von Dopingmitteln eingebunden war. Aus sportpolitischen Gründen empfahl sie deshalb, auf eine weitere haupt- oder ehrenamtliche Beschäftigung von Bock auf DSV-Ebene zu verzichten. Das DSV-Präsidium will nach einstimmigen Beschluss die Empfehlungen umsetzen.