So luxuriös wohnt wohl kaum ein Student. Über 200 Quadratmeter Wohnfläche hat der Raum. An der einen Wand hängt ein Regal mit Dutzenden Zeitschriften, die anderen drei Wände bestehen aus hohen Fensterfronten. Wir befinden uns in einem Lesesaal der Kölner Stadtbibliothek. Der Nachteil: Jeder Fußgänger kann rund um die Uhr hineinsehen - Privatsphäre gibt es nicht. Drei Studierende werden die Nacht hier verbringen. Einer davon ist Philipp Wilhelm.
"Heute Abend - ich bin mal gespannt. Wir haben hier so eine kleine WG-Situation. Ich denke mal, es wird ein paar interessante Gespräche geben. Ansonsten denke ich mal, dass auch irgendwann der Zeitpunkt gekommen ist, wo auch jeder sich in seine Schlafstelle begibt, vielleicht noch was liest, und dann auch den Abend einen Abend sein lässt."
Der zweite Mitbewohner ist Tobias Weber, 30 Jahre alt, Promotionsstudent.
"Ich hab glücklicherweise schon eine Wohnung. Aber es gibt eben sehr, sehr viele, die auf der Suche sind. Deswegen habe ich mich sofort bereit erklärt, dieses Projekt hier stellvertretend zu unterstützen, da ich meine eigenen Erfahrungen mit der Wohnungssuche in Köln gemacht habe und das Projekt wirklich sehr unterstützenswert finde."
Das Projekt heißt "Mein Zuhause in Köln". Dabei sollen Bürger Studierenden Wohnraum zur Verfügung stellen - zum Beispiel die Zimmer der eigenen Kinder, wenn die schon aus dem Haus sind. Knapp 1250 private Wohnungsangebote gibt es, mehr als 1000 wurden schon vermittelt. Bevor es losgeht, schaut auch die erste Bürgermeisterin der Stadt, Elfi Scho-Antwerpes, in der Bibliothek vorbei. Sie lobt Köln als attraktive Stadt für junge Menschen. Und hofft, dass die kommen, um zu bleiben.
"Wenn wir junge, gut ausgebildete Menschen haben, die wir vielleicht sogar über das Studium hinaus hier behalten können, haben Unternehmen auch etwas was davon, wir als Verwaltung haben auch etwas, nämlich zukünftige Steuerzahler."
Um 20 Uhr wird es in der Bücherei etwas ruhiger. Die meisten Pressevertreter sind schon weg, und auch die Besucher müssen jetzt gehen. Inzwischen ist auch Maxi Darius eingetroffen, das dritte Mitglied der Bücherei-WG. Sie selbst sucht auch noch eine Wohnung.
"Leider sind wirklich die Mieten so extrem teuer hier in Köln, dass man sich das kaum leisten kann."
Der Lesesaal ist für die Aktion umdekoriert worden. Zwei schmale Holzbetten wurden hergebracht, außerdem ein aufblasbarer Sessel. Auf einer kleinen Bühne sieht es aus wie in einer typischen Studierenden-WG. Zum Abendessen gibt es heute Pizza vom Lieferservice. Die Stimmung am Tisch ist gut.
"Ich denke mal, das wird echt ein lustiger Abend, der ziemlich spät werden wird. Und ja - das erste Kölsch haben wir auf jeden Fall schon mal aufgemacht."
Im Laufe des Tages haben sich Tobias zufolge schon einige Bürger erkundigt, wie sie selbst Wohnraum zur Verfügung stellen können. Und auch am Abend schauen noch hin und wieder Passanten durch die Fensterscheiben, um zu sehen, was drinnen vor sich geht.
"Ach, ich find's originell, ich find's witzig. Ich glaube nicht, dass die Wohnungslage so schlecht ist, wie es immer gesagt wird. Manchmal muss man halt ein bisschen fahren."
7 Uhr am nächsten Morgen. Die ersten Fußgänger sind auf dem Weg zur Arbeit, die Müllabfuhr fährt durch die Straßen.
Drinnen sind die drei Schaufensterbewohner noch ziemlich müde. Maxi schläft noch auf ihrer Isomatte. Philipp liegt im Bett, ist aber schon wach. Die Nacht war kurz, sie sind spät ins Bett gekommen.
"Ähh ... kurz vor vier."
Tobias ist als Einziger schon angezogen. Gelangweilt haben sie sich nicht, sagt er.
"Es gab einiges an Besuch gestern Abend noch, hier vor den Schaufenstern. Leute, die geguckt haben, an die Scheiben geklopft haben, und sich mal so ein Bild von der Sache gemacht haben. Und: Wir haben spontan einen Film gedreht. Hier ist nämlich gestern Abend die erste Staffel von "Bib Brother" gelaufen."
Big Brother in der Bibliothek also - der Film soll heute noch ins Netz gestellt werden. Die drei Studierenden werten ihre Aktion jetzt schon als Erfolg.
"Ja auf jeden Fall. Also ich denke einfach, dass viele Leute, die hier vorbeigekommen sind, die vorher keine Ahnung hatten, die haben einfach mitbekommen, was hier passiert, was vorher einfach nicht der Fall war. Und ich glaube, man hat schon ein paar mehr Menschen erreicht, als wenn man das nicht gemacht hätte."
"Heute Abend - ich bin mal gespannt. Wir haben hier so eine kleine WG-Situation. Ich denke mal, es wird ein paar interessante Gespräche geben. Ansonsten denke ich mal, dass auch irgendwann der Zeitpunkt gekommen ist, wo auch jeder sich in seine Schlafstelle begibt, vielleicht noch was liest, und dann auch den Abend einen Abend sein lässt."
Der zweite Mitbewohner ist Tobias Weber, 30 Jahre alt, Promotionsstudent.
"Ich hab glücklicherweise schon eine Wohnung. Aber es gibt eben sehr, sehr viele, die auf der Suche sind. Deswegen habe ich mich sofort bereit erklärt, dieses Projekt hier stellvertretend zu unterstützen, da ich meine eigenen Erfahrungen mit der Wohnungssuche in Köln gemacht habe und das Projekt wirklich sehr unterstützenswert finde."
Das Projekt heißt "Mein Zuhause in Köln". Dabei sollen Bürger Studierenden Wohnraum zur Verfügung stellen - zum Beispiel die Zimmer der eigenen Kinder, wenn die schon aus dem Haus sind. Knapp 1250 private Wohnungsangebote gibt es, mehr als 1000 wurden schon vermittelt. Bevor es losgeht, schaut auch die erste Bürgermeisterin der Stadt, Elfi Scho-Antwerpes, in der Bibliothek vorbei. Sie lobt Köln als attraktive Stadt für junge Menschen. Und hofft, dass die kommen, um zu bleiben.
"Wenn wir junge, gut ausgebildete Menschen haben, die wir vielleicht sogar über das Studium hinaus hier behalten können, haben Unternehmen auch etwas was davon, wir als Verwaltung haben auch etwas, nämlich zukünftige Steuerzahler."
Um 20 Uhr wird es in der Bücherei etwas ruhiger. Die meisten Pressevertreter sind schon weg, und auch die Besucher müssen jetzt gehen. Inzwischen ist auch Maxi Darius eingetroffen, das dritte Mitglied der Bücherei-WG. Sie selbst sucht auch noch eine Wohnung.
"Leider sind wirklich die Mieten so extrem teuer hier in Köln, dass man sich das kaum leisten kann."
Der Lesesaal ist für die Aktion umdekoriert worden. Zwei schmale Holzbetten wurden hergebracht, außerdem ein aufblasbarer Sessel. Auf einer kleinen Bühne sieht es aus wie in einer typischen Studierenden-WG. Zum Abendessen gibt es heute Pizza vom Lieferservice. Die Stimmung am Tisch ist gut.
"Ich denke mal, das wird echt ein lustiger Abend, der ziemlich spät werden wird. Und ja - das erste Kölsch haben wir auf jeden Fall schon mal aufgemacht."
Im Laufe des Tages haben sich Tobias zufolge schon einige Bürger erkundigt, wie sie selbst Wohnraum zur Verfügung stellen können. Und auch am Abend schauen noch hin und wieder Passanten durch die Fensterscheiben, um zu sehen, was drinnen vor sich geht.
"Ach, ich find's originell, ich find's witzig. Ich glaube nicht, dass die Wohnungslage so schlecht ist, wie es immer gesagt wird. Manchmal muss man halt ein bisschen fahren."
7 Uhr am nächsten Morgen. Die ersten Fußgänger sind auf dem Weg zur Arbeit, die Müllabfuhr fährt durch die Straßen.
Drinnen sind die drei Schaufensterbewohner noch ziemlich müde. Maxi schläft noch auf ihrer Isomatte. Philipp liegt im Bett, ist aber schon wach. Die Nacht war kurz, sie sind spät ins Bett gekommen.
"Ähh ... kurz vor vier."
Tobias ist als Einziger schon angezogen. Gelangweilt haben sie sich nicht, sagt er.
"Es gab einiges an Besuch gestern Abend noch, hier vor den Schaufenstern. Leute, die geguckt haben, an die Scheiben geklopft haben, und sich mal so ein Bild von der Sache gemacht haben. Und: Wir haben spontan einen Film gedreht. Hier ist nämlich gestern Abend die erste Staffel von "Bib Brother" gelaufen."
Big Brother in der Bibliothek also - der Film soll heute noch ins Netz gestellt werden. Die drei Studierenden werten ihre Aktion jetzt schon als Erfolg.
"Ja auf jeden Fall. Also ich denke einfach, dass viele Leute, die hier vorbeigekommen sind, die vorher keine Ahnung hatten, die haben einfach mitbekommen, was hier passiert, was vorher einfach nicht der Fall war. Und ich glaube, man hat schon ein paar mehr Menschen erreicht, als wenn man das nicht gemacht hätte."