Gasspeicher
Energiewirtschaft für Notfallreserve - Bundesnetzagentur erwartet steigende Gaspreise

Der Chef der Bundesnetzagentur, Müller, sieht trotz niedriger Füllstände der Gasspeicher eine stabile Versorgungslage, hält steigende Preise aber für wahrscheinlich. Der Dachverband der Energiewirtschaft befürwortet eine Speicherreserve für Notfälle.

    Mehrere Rohre einer Gasspeicheranlage
    In der Debatte über die Versorgungssicherheit beim Erdgas befürwortet der Dachverband der Energiewirtschaft die Einführung eine Speicherreserve für Notfälle. (Mohssen Assanimoghaddam/dpa)
    Eine solche Reserve könne bei akuten Krisen dafür sorgen, dass Deutschland handlungsfähig bleibe, sagte die Vorsitzende der Organisation, Andreae, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Reserve müsse allerdings auf Notfallsituationen beschränkt bleiben.

    "Gesetzliche Vorgaben erfüllt"

    Der Sprecher des Energieausschusses des Bundestags, Lenz, erklärte, trotz der eher niedrigen Speicherstände seien die gesetzlichen Vorgaben weiterhin erfüllt. Der CSU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, die hohe Abhängigkeit vom Erdgas sei nicht kurzfristig aufzulösen. Er sprach sich deshalb für mehr Austausch mit anderen Ländern aus, um etwa beim Flüssiggas mehr Importalternativen aufzutun. Deutschland bezieht mehr als 90 Prozent seines Flüssiggases aus den USA.
    Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu mehr als 30 Prozent gefüllt. Vergangenes Jahr waren es im selben Zeitraum fast 60 Prozent.

    Bundesnetzagentur: Stabile Versorgungslage, aber steigende Gaspreise wahrscheinlich

    Der Chef der Bundesnetzagentur, Müller, sieht eine weiterhin stabile Versorgungslage. Zwar seien die Gasspeicher historisch niedrig gefüllt, es gäbe für Händler und Stadtwerke jedoch wesentlich mehr Möglichkeiten, Gas nach Deutschland zu bekommen, sagte Müller dem Nachrichtenportal "Politico". Norwegen, die Niederlande und Belgien seien dabei mögliche Lieferanten.
    Müller erwartet jedoch steigende Gaspreise. Dies sei mit Blick auf nötige Importe wahrscheinlich. Zugleich sei das für Privathaushalte weniger relevant, weil sie in der Regel Verträge über zwölf oder 24 Monate hätten.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Gasreserven in Deutschland auf niedrigem Niveau
    Diese Nachricht wurde am 03.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.