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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft22.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Indien fliegt zum Mond +++ Nasa-Videobänder der Mondlandung versteigert +++ Krebsmedikament stört das Versorgungssystem von Tumoren +++ Ursprung einer antiken Scherbe nach jahrelanger Suche geklärt +++ Simulation entschlüsselt Sonnen-Kompass von Insekten +++ TU-München beim Hyperloop erfolgreich

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Indien fliegt zum Mond

Um 11.13 Uhr mitteleuropäischer Zeit hob die Rakete im Süden Indiens ab. An Bord hat sie einen Rover, der die Südpolregion des Mondes erforschen soll. Die Sonde soll jetzt 23 Tage lang die Erde umkreisen, in gut einem Monat den Mond erreichen und in 48 Tagen schließlich auf dem Mond aufsetzen. Wenn das klappt, wäre Indien nach der Sowjetunion, den USA und China das vierte Land, dem eine Landung auf dem Mond gelänge.

Eigentlich hätte die Rakete schon vor einer Woche starten sollen. Der Countdown wurde jedoch knapp eine Stunde vor dem Start abgebrochen. Laut Medienberichten war ein Problem im Treibstoffsystem die Ursache.

Quelle: dpa | afp via phys.org


Am Wochenende wurden Nasa-Videobänder der Mondlandung versteigert

Es handelt sich um Mitschnitte der Landung, die die Nasa damals direkt in ihrem Kontrollzentrum in Huston angefertigt hat. Sie haben laut dem Auktionshaus Sotheby’s eine deutlich bessere Qualität als die TV-Aufnahmen aus dieser Zeit.

Am Wochenende erzielten die drei Videobänder einen Preis von umgerechnet 1,6 Millionen Euro. Das war ungefähr das 8.000-fache von dem, was ihr bisheriger Besitzer Gary George einst für sie bezahlt hatte. Mitte der 70er-Jahre kaufte er ein Konvolut von über 1.000 gebrauchten Videobändern aus Behördenbesitz. Er wollte sie überspielen und mit Gewinn an Fernsehsender verkaufen. Laut dem Auktionshaus entdeckte sein Vater "Apollo"-Aufkleber auf drei der Bänder und riet seinem Sohne, diese Exemplare nicht zu überspielen – ein guter Rat, wie die Auktion nun gezeigt hat.

Quelle: Meldung von Sotheby's | dpa


Ein neues Krebsmedikament soll das Versorgungssystem von Tumoren zerstören

Der Wirkstoff soll irgendwann Therapien für Eierstock- und Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessern. Er blockiert ein Eiweiß, das von den Zellen in der Nähe des Tumors abgesondert wird. Dieses Protein sorgt eigentlich dafür, das um den Tumor herum ein System aus Gewebe und Blutgefäßen entsteht, das den Tumor versorgt.

Die Mediziner aus den USA konnten anhand von Versuchen mit Mäusen zeigen, dass ihr Wirkstoff diesen Prozess hemmt. Dadurch konnten sie die Effektivität von Chemotherapien in den Tierversuchen steigern, wie sie im Magazin Clinical Cancer Research darlegen.

Quelle: Pressemitteilung der Universität


Nach jahrelanger Suche hat eine Archäologin den Ursprung einer antiken Scherbe ausfindig gemacht

Die Scherbe ist grün und hat gelbe und weiße Verzierungen. Vor zwei Jahren wurde sie in einer römischen Villa in Westen Englands entdeckt und stellte Archäologen seitdem vor ein Rätsel: Was könnte das für ein Gefäß gewesen sein, von dem sie vor knapp 2.000 Jahren abgebrochen war?

Schließlich bekam die inzwischen verstorbene Archäologin Jennifer Price das Stück in die Hände. Sie erkannte die Ähnlichkeit mit einer fischförmigen Flasche aus einem New Yorker Museum und löste so das Rätsel, wie der Guardian berichtet.

Demnach stammt die Scherbe von einer ganz ähnlichen Flasche, die dereinst am Schwarzen Meer hergestellt worden war. Ein derart weitgereistes Stück Glas zu besitzen, zeugt vom Einfluss und Reichtum der früheren Bewohner der Villa.

Quelle: Guardian


Eine Simulation gibt Hinweise darauf, wie gut sich Insekten mit Hilfe der Sonne zurechtfinden

Viele Insekten, darunter einige Bienen, Heuschrecken und Schmetterlinge nutzen die Position der Sonne als Kompass. Das gelingt ihnen auch bei dichter Bewölkung. Sie orientieren sich dann an der Polarisation des Sonnenlichts, also an der Richtung, in die die Lichtwellen schwingen.

Forscher aus dem Vereinigten Königreich und aus Deutschland wollten nun herausfinden, wie das genau funktioniert und wie präzise diese Art Kompass ist. Sie haben dafür die Augen und Hirnprozesse der Insekten in einer Computersimulation nachempfunden.

Demnach sind die Tiere in der Lage, die Himmelsrichtung mit ihrem Sonnenkompass auf zwei Grad genau bestimmten, notieren die Forscher im Online-Magazin PLOS Computational Biology.

Quelle: PLOS Computational Biology


Das Team der Technischen Universität München hat mal wieder den Hyperloop-Wettbewerb gewonnen

Die Kapsel der Münchner Studenten erreichte gestern in Los Angeles eine Geschwindigkeit von 463 Kilometern pro Stunde. Damit hat das Team der TU zum vierten Mal in Folge das schnellste Hyperloop-Modell konstruiert. Die Kapsel der Zweitplatzierten von der ETH Zürich erreichte 258 Kilometer pro Stunde.

Die Idee hinter Hyperloop ist es, Menschen und Güter mit annähernder Schallgeschwindigkeit durch eine Art riesige Rohrpost zu befördern. Das Vorhaben steckt in den Kinderschuhen.

Die Wettbewerbe sollen das Konzept bewerben. Die Teams schicken dabei Miniaturversionen der Hyperloop-Kapseln durch eine Röhre. Vor dem Start müssen sie zahlreiche Sicherheitstests bestehen. So kam es, dass 21 Teams antraten, von denen jedoch nur vier grünes Licht für den Wettbewerb am Sonntag bekamen. Ganz ohne Zwischenfall verlief der siegreiche Versuch der Münchner dann doch nicht. Laut dem Online-Portal Techcrunch sind auf den letzten Metern ein paar Bruchstücke von der Kapsel abgefallen.

Quelle: Mitteilung der TUM | Techcrunch | dpa

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