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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft27.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

In Japan ist bei einer Frau eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden +++ Das Quergewölbe gibt dem menschlichen Fuß seine besonderen Eigenschaften +++ Eine Impfstoff-Studie für Malaria steht in der Kritik +++ Bis zu 14 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich illegal gefangen +++ Fangschreckenkrebse dosieren ihre Schläge

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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In Japan ist bei einer Frau eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden

Es ist der erste bestätigte Fall, bei dem eine Person, die bereits eine Infektion mit dem Virus überstanden hatte, erneut infiziert ist. Das meldet die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf japanische Medienberichte. Der Fall ist ein Hinweis darauf, dass einmal infizierte Menschen nicht zwingend immun gegen eine erneute Erkrankung sind.

Die Frau war am 29. Januar positiv auf Sars-CoV2 getestet worden. Nach einem Krankenhausaufenthalt waren dann am 3. Februar keine Viren mehr nachweisbar. Später bekam sie erneut Krankheitssymptome. Bei einem Test am 26. Februar wurden sie wieder positiv getestet.

Quelle: dpa


Das Quergewölbe gibt dem menschlichen Fuß seine besonderen Eigenschaften

Der menschliche Fuß ist gleichzeitig stabil und flexibel genug, um beim Gehen und Laufen das Körpergewicht abzufangen, und ermöglicht dadurch den aufrechten Gang. Ein internationales Forschungsteam hat jetzt gezeigt, dass für diese Fähigkeit das Quergewölbe des Fußes entscheidend ist, also der Bogen aus Knochen und das umgebende Gewebe, die direkt hinter den Zehen von einer Seite des Fußes zur andere verlaufen. Das haben die Wissenschaftler mit anatomischen Untersuchungen herausgefunden. Veränderten sie die Krümmung des Quergewölbes, veränderte sich die Stabilität des gesamten Fußes, wie sie in der Fachzeitschrift Nature berichten.

Insgesamt ist das Quergewölbe demnach für 40 Prozent der Fußstabilität verantwortlich. Das Längsgewölbe trägt nur zu gut 20 Prozent dazu bei. Die übrigen 40 Prozent verteilen sich auf die restlichen Knochen.

Das Quergewölbe ist ein Alleinstellungsmerkmal der Gattung Homo. Bei den anderen Menschenaffen, die flache und sehr flexible Füße haben, fehlt es.

Quelle: Nature


Eine Impfstoff-Studie für Malaria steht in der Kritik

Das British Medical Journal zitiert einen führenden kanadischen Bioethiker, der auf mangelnde Aufklärung im Rahmen einer großen Impfstudie in Afrika hinweist. In Ghana, Malawi und Kenia sollen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 720.000 Kinder mit dem Impfstoff Mosquirix behandelt werden. Die Studie wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO durchgeführt.

Im Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt es Sicherheitsbedenken. Als Nebenwirkung kann zerebrale Malaria auftreten. Es gibt zehn Mal mehr Fälle von Hirnhautentzündungen als bei Nichtgeimpften. Und das allgemeine Sterberisiko von mit Mosquirix geimpften Mädchen ist doppelt so hoch.

Die WHO plant, die Eltern der zu impfenden Kinder durch Informationsveranstaltungen über die Risiken der Impfung aufzuklären. Einzelgespräche soll es nicht geben und das Einverständnis der Eltern werde nicht gesondert erfragt, da die Impfung im Rahmen der jeweiligen nationalen Impfprogramme erfolgen soll. Dieses Vorgehen kritisiert der Bioethiker.

Quelle: British Medical Journal


Bis zu 14 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich illegal gefangen

Das schätzen Ozeanologen aus Kanada. Mehr als drei Viertel des gesetzeswidrig gefangenen Fisches stammt laut der Studie aus den Gewässern rund um Afrika, Asien und Südamerika. In der Folge steigt dort das Risiko einer Überfischung besonders stark, berichten die Forschenden im Fachmagazin Science Advances.

Der Fang wird nicht offiziell angemeldet und dann in illegale Handelswege eingespeist. Dazu wird der Fisch entweder noch auf See von kleinen Booten auf ein großes umgeladen, was es erschwere, seine Herkunft nachzuvollziehen. Oder zum Weiterverkauf in Kühlcontainer verpackt, die bei der Ausfuhr seltener kontrolliert werden, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle: Science Advances


Fangschreckenkrebse dosieren ihre Schläge

In Abhängigkeit davon, ob sich die Tiere im Wasser oder an der Luft befinden, führen sie die blitzschnellen Bewegungen ihrer Fangarme mit unterschiedlich viel Energie aus. Das haben Biologinnen aus den USA beobachtet. Wie die Wissenschaftlerinnen im Journal of Experimental Biology schreiben, schleudern die Tiere ihre spitz geformten Arme außerhalb des Wassers mit etwa 0,4 Watt nach vorne. Das ist nur ein Zehntel der Energie, die im Wasser in dieser Bewegung steckt.

Die Forschenden vermuten, dass die schwächeren Schläge dazu dienen, die Gelenke der Krabbe zu schützen. Denn die müssen die entsprechenden Kräfte abfangen. Ursprünglich hatten die Wissenschaftlerinnen angenommen, dass die Fangschreckenkrebse an der Luft sogar noch stärker zuschlagen können, da unter anderem der Wasserwiderstand fehlt.

Quelle: Journal of Experimental Biology

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