
Außerdem nehme sie statt der Plattformbetreiber die Kinder in die Verantwortung. Kolleck forderte stattdessen, die "manipulativen Strukturen" zu begrenzen und die personalisierten Dauerfeeds der Plattformen zu verbieten. Man könne nicht sagen, Social Media mache automatisch krank. Gefahren gingen vor allem von den Plattformen aus, die emotionalisierte oder extremistische Inhalte besonders schnell und häufig in die Feeds spülten. Dies sei beispielsweise bei Tiktok, Instagram oder Facebook der Fall.
Einfluss auf die Identitätsentwicklung von jungen Menschen
Die Erziehungswissenschaftlerin hob hervor, dass Soziale Medien auf Jugendliche, die sich in einer Umbruchphase befänden, besonders negativ wirken könnten. Durch personalisierte Feeds werde ein großer Einfluss auf die Identitätsentwicklung von jungen Menschen ausgeübt. Für viele Jugendliche mache es nämlich keinen Unterschied, ob sie sich in der Online- oder Offlinewelt aufhielten.
Die Gefahr einer Handy- oder Social Media-Sucht erklärt die Professorin folgendermaßen: "Soziale Medien sprechen die psychischen Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen an - insbesondere auch das Grundbedürfnis nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit". Der Expertin zufolge triggern Soziale Medien diese Bedürfnisse allerdings nur an. Befriedigt würden sie nicht, da oftmals keine echten sozialen Begegnungen im Spiel seien.
Kolleck forscht an der Universität Potsdam unter anderem zu der Frage, wie junge Menschen in digitalen Räumen lernen und sich orientieren. Als gesundheitliche Risiken durch Social Media macht sie vor allem die Gefahr von Cybermobbing und Schlafmangel bei jungen Menschen aus.
Wie schützen wir unsere Kinder? Schädliche Auswirkungen von Social Media
Diese Nachricht wurde am 18.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
