Straßburg
EU-Parlament stimmt Wiedereinführung der "Chatkontrolle" grundsätzlich zu

Messengerdienste sollen in der Europäischen Union wieder private Chats auf Inhalte sexueller Gewalt gegen Kinder durchsuchen dürfen.

    Eine Frauenhand hält ein Smartphone.
    Entscheidung über sogenannte Chatkontrolle gefallen. (picture alliance / dpa / Elisa Schu)
    Dies ergab eine Abstimmung im EU-Parlament in Straßburg. Damit dürfte eine Ausnahmeregelung in den europäischen Datenschutzrichtlinien bis 2028 grundsätzlich wieder in Kraft treten. Social-Media-Unternehmen wird es demnach auch ohne Aufforderung der Strafverfolgungsbehörden ermöglicht, in Chat-Nachrichten nach strafbaren Inhalten zu suchen. Nötig ist noch die Zustimmung der Mitgliedsstaaten, welche als sicher gilt.
    Die Ausnahmeregelung zur sogenannten Chat-Kontrolle war im April ausgelaufen. Eine Verlängerung war im EU-Parlament zunächst zwei Mal gescheitert, weil die Kontrollen nach Ansicht der meisten Abgeordneten nur bei konkretem Verdacht erlaubt werden sollten. Parlamentspräsidentin Metsola hatte sich beim letzten EU-Gipfel im Juni aber noch einmal für eine Verlängerung eingesetzt.
    Diese Nachricht wurde am 09.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.