
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sprach in Neu Delhi von einem Signal an die Welt, dass eine auf Regeln basierende Zusammenarbeit weiter hervorragende Ergebnisse liefere. "Die EU und Indien schreiben heute Geschichte", betonte die Kommissionpräsidentin. Der indische Ministerpräsident Modi erklärte, die Vereinbarung eröffne große Chancen für die 1,4 Milliarden Menschen in Indien und die Bevölkerung Europas.
Klingbeil: "Neues Kapitel der europäischen Handelspolitik"
Bundesfinanzminister Klingbeil würdigte das Handelsabkommen als neues Kapitel der europäischen Handelspolitik. Der Vertrag werde neue Chancen für Wachstum und gute Arbeitsplätze in Europa wie in Indien schaffen, erklärte der SPD-Politiker. Zugleich vertiefe er die strategische Partnerschaft mit der größten Demokratie der Welt.
Der Leiter des Indien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Haack, nannte den Abschluss der Verhandlungen eine "großartige Nachricht". Der Politikwissenschaftler sagte im Deutschlandfunk, durch das Abkommen habe Europa ”einen ersten Fuß in der Tür” zu einem riesigen Absatzmarkt, der angesichts von Wachstumsprognosen von rund sechs Prozent pro Jahr noch ”viel Potenzial” biete.
Das Abkommen ebnet den Weg für die Öffnung des bislang stark abgeschotteten indischen Marktes für Unternehmen aus der EU, die bereits jetzt der größte Handelspartner des Landes ist. Die EU teilte mit, es werde erwartet, dass das Abkommen bis 2032 zu einer Verdoppelung der EU-Exporte nach Indien führen werde.
Autoindustrie soll stark profitieren
Die Details wollen von der Leyen und Modi im Laufe des Tages vorstellen. Nach Angaben aus Brüssel ist die Senkung fast aller Zölle vorgesehen. So sollen etwa die indischen Zölle auf Autos schrittweise von 110 auf zehn Prozent reduziert werden.
Bis das Abkommen unterzeichnet werden kann, dürfte es noch etwas dauern. Grund ist, dass der Vertragstext noch rechtlich überprüft werden muss. Anschließend braucht es zudem die Billigung der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments.
Diese Nachricht wurde am 27.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

