
Merz ergänzte, sobald die entsprechenden Voraussetzungen gegeben seien, stünde Deutschland zusammen mit internationalen Partnern bereit. Die Straße von Hormus müsse dauerhaft und uneingeschränkt geöffnet werden. Die Bundeswehr bereitet sich schon seit Wochen auf eine mögliche Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus vor. Dazu wurden bereits das Minenjagd-Boot "Fulda" und den Tender "Mosel" im östlichen Mittelmeer stationiert. Sie könnten laut Bundesverteidigungsministerium binnen sieben bis zehn Tagen vor Ort sein.
Gespräche über Straße von Hormus beim G7-Gipfel erwartet
Bei dem G7-Gipfel im französischen Évian erhoffen sich die Teilnehmer von US-Präsident Trump Details zur Vereinbarung und zur geplanten Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt. "Mit dem Abkommen öffnet sich eine Gelegenheit, die Region und die Weltwirtschaft wieder zu stabilisieren", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Merz, Frankreichs Präsident Macron, Großbritanniens Premierminister Starmer und der italienischen Ministerpräsidentin Meloni. Es handele sich um eine "rein defensive Mission".
Macron hatte zuvor erklärt, sein Land könne innerhalb von Tagen Militärflugzeuge, Fregatten, Minenräumschiffe und seinen Flugzeugträger zur Absicherung der Meerenge zusammen mit Partnern entsenden. Unter Führung von Frankreich und Großbritannien ist schon länger eine Marinemission in der Meerenge geplant, die nach einem Ende der Kampfhandlungen in der Region beginnen soll.
US-Präsident Trump sagte in Evian, die USA bräuchten nicht viel Hilfe in der Straße von Hormus, da es ja ein Abkommen gebe. Es sei aber keine schlechte Idee, ein, zwei Schiffe von einigen Ländern dort zu haben.
Teheran lehnt ausländische Militärpräsenz ab
Aus dem Iran kommt Widerstand gegen ausländische Kriegsschiffe in der Straße von Hormus. Jede Präsenz ausländischer Staaten, sei es zur Sicherung der Schifffahrt oder zur Minenräumung, sei inakzeptabel, zitiert die Nachrichtenagentur AP einen hochrangigen iranischen Beamten.
Die Absichtserklärung zwischen USA und Iran sieht eine Wiederöffnung der Straße von Hormus vor. Teheran könnte iranischen Medienberichten zufolge nach einer Übergangsfrist Gebühren für die Durchfahrt der Meerenge verlangen. Washington habe dem zugestimmt. Aus den USA gibt es bisher keine Stellungnahme dazu. Präsident Trump hatte zuletzt jedoch betont, die erzielte Vereinbarung stelle sicher, dass die Straße von Hormus "dauerhaft gebührenfrei" bleibe.
Der internationale Schifffahrtsverband Bimco bewertet die Sicherheitslage in der Meerenge trotz des Rahmenabkommens weiter als instabil. Eine Durchfahrt ist dem Verband zufolge nach wie vor sehr riskant. Eine Normalisierung des Schiffverkehrs könnte noch mehrere Monate dauern.
Diese Nachricht wurde am 15.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




