
Freitag, 9. Oktober
+++ Wegen der verschlechterten Sicherheitslage in Saudi-Arabien warnen Großbritannien und Deutschland vor nicht notwendigen Reisen in bestimmte Regionen des Königreichs.
Betroffen sind unter anderem das Grenzgebiet zum Jemen sowie die Region Riad. Hintergrund sind Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf Ziele in Saudi-Arabien. Unbestätigten Berichten zufolge wurde heute am internationalen Flughafen in Riad eine Maschine am Boden zerstört. Die Fluggesellschaften Air India und Lufthansa Group setzten Flüge dorthin bis Ende nächster Woche aus.
+++ Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ist nach einem monatelangen Einsatz in seinen Heimathafen San Diego an der US-Westküste zurückgekehrt.
Medienberichten zufolge war das Kriegsschiff 265 Tage lang ohne Hafenaufenthalt unterwegs, unter anderem im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme mit der Wasserversorgung, verstopfte Toiletten und eine wachsende Belastung der Besatzung sorgten für Schlagzeilen. Einige Besatzungsmitglieder sollen nach Angaben ihrer Angehörigen versucht haben, über Bord zu springen. Das US-Militär wies die Vorwürfe zurück.
Donnerstag, 8. Oktober
+++ Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen nach Riad ausgesetzt.
Die Lufthansa kündigte an, alle Flüge ihrer Fluggesellschaften bis zum 16. Oktober zu streichen. Auch Air India will vorerst nicht mehr in die saudische Hauptstadt fliegen. Dies ist eine Reaktion auf die wiederholten Luftangriffe der Huthi.
+++ Die Huthi-Miliz hat neue Angriffe auf den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad gemeldet.
Medien berichteten über sichtbaren Rauch, der über dem Flughafen aufsteigt. Dort sei ein geparktes Flugzeug getroffen worden. Behörden bestätigten die Angriffe bislang nicht. Die Huthis hatten in den vergangenen Tagen mehrfach Flughäfen in Saudi-Arabien angegriffen. Die Miliz kämpft im Jemen gegen eine unter saudischer Führung agierende Allianz.
Mittwoch, 7. Oktober
+++ Die iranischen Revolutionsgarden drohen mit der Schließung weiterer Schifffahrtsrouten in der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Bestimmte, vom Iran als illegal eingestufte Passagen nahe der Küste des Oman würden in Kürze gesperrt, teilte ein Berater des Kommandeurs der Garden laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars mit. Die Maßnahmen würden so lange fortgesetzt, bis die Forderungen Teherans erfüllt seien. Der Berater widersprach damit Berichten, wonach die Ölexporte aus der Golfregion durch die Meerenge zuletzt wieder spürbar zugenommen haben sollen.
+++ Saudi-Arabien hat nach Militärangaben einen weiteren Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Miliz abgewehrt.
Nördlich der Hauptstadt Riad sei eine von den Huthi abgefeuerte ballistische Rakete abgefangen worden, erklärte ein Militärsprecher. Man habe die Abschussplattform nahe der jemenitischen Hauptstadt Sanaa entdeckt und werde sie zerstören. Der Sprecher machte keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz beschießt in jüngster Zeit wieder verstärkt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien. Das Königreich ist mit der international anerkannten Regierung im Jemen verbündet und bombardiert immer wieder Ziele der pro-iranischen Miliz.

+++ Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat jemenitischen Medienberichten zufolge den Flughafen Aden im Jemen angegriffen.
Die Huthis hätten den internationalen Flughafen Aden "mit zwei ballistischen Raketen und mit Sprengstoff beladenen Drohnen" angegriffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Saba. Die vom Iran unterstützten Huthis kontrollieren bereits seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa.
Dienstag, 6.Oktober
+++ Die pakistanische Regierung hat Kraftstoffsubventionen für mehr als neun Millionen Menschen mit geringem Einkommen auf den Weg gebracht.
Hintergrund sind die hohen Spritpreise durch den Irankrieg. Besonders betroffen sind laut Premierminister Sharif Motorrad- und Kleinwagenfahrer sowie Rikschafahrer, die für ihre Arbeit auf die Fahrzeuge angewiesen sind. Zuvor hatte Pakistans islamistische Partei Jamaat e Islami gedroht, die Regierung mit einem Marsch auf Islamabad unter Druck zu setzen, sollte es keine Hilfen wegen der hohen Spritpreise geben.
+++ Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen hat eigenen Angaben zufolge eine ballistische Rakete abgefangen.
Zuvor hatten die pro-iranischen Huthis mehrere Angriffe angekündigt. Zu den Zielen gehörten der internationale Flughafen in Riad, eine Aramco-Raffinerie in Rabigh, der internationale Flughafen Abha und der Militärstützpunkt Chamis Muschait, hieß es. Die abgefangene Rakete hatte laut dem Sprecher der Koalition al-Maliki auf Letztere gezielt.
+++ Nach den Angriffen der islamistischen Huthi-Miliz im Jemen auf Ziele in Saudi-Arabien hat die Führung in Riad ihr Militärbündnis aktiviert.
Gemeinsam mit Pakistan und der Türkei würden militärische Kapazitäten in Saudi-Arabien zusammengezogen, kündigten die drei Länder in einer gemeinsamen Erklärung an. Dazu zählten auch Truppenstationierungen beider Länder im saudischen Königreich. Saudi-Arabien unterstützt im Jemen die Regierungstruppen, die derzeit eine Militäroffensive gegen die Huthi-Miliz durchführen. Daher ist Saudi-Arabien immer wieder Ziel von Angriffen der Huthi. Diese erhalten vor allem Unterstützung aus dem Iran.
Montag, 5. Oktober
+++ Die USA ziehen ihre Langstreckenbomber vom britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford ab.
Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen Regierungsvertreter in Washington, der anonym bleiben wolle. Die Flugzeuge würden auf ihre Heimatbasen in den USA zurückgeflogen. Beobachter des britischen Militärflughafens berichteten von zahlreichen Maschinen, die bereits gestartet seien. Der Luftwaffenstützpunkt Fairford in Großbritannien war zuletzt Gegenstand von Terrorermittlungen. Vor einer Woche waren fünf Personen in der Umgebung festgenommen worden, die im Verdacht standen, einen Anschlag verüben zu wollen. Die britischen Ermittler gehen auch Hinweisen auf eine Verbindung auf iranische Auftraggeber nach. Die USA nutzten die in Fairford stationierten Langstreckenbomber zuletzt für Luftangriffe auf den Iran.
+++ Der Liedermacher und Dichter Wolf Biermann hat der israelischen Regierung Kriegsverbrechen im Gaza-Streifen vorgeworfen.
Biermann sagte der Deutschen Presse-Agentur, der israelische Ministerpräsident Netanjahu und dessen Regierung seien dabei, Israel in einen - Zitat - "reaktionären, brutalen Unterdrückerstaat zu verwandeln". Seine Hoffnung auf ein demokratisches, menschliches Israel sei dahin, so der Künstler, der am 15. November 90 Jahre alt wird. Sein Vater Dagobert Biermann war als Jude und Kommunist im Konzentrationslager Auschwitz ermordet worden.
+++ Der iranische Ölminister Paknedschad ist zurückgetreten.
Das teilte das Präsidialamt in Teheran mit. Als kommissarischer Nachfolger sei der Chef des staatseigenen Ölkonzerns National Iranian Oil Company, Boward, ernannt worden. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen. Als offizielle Erklärung für den Rücktritt Paknedschads wurden "persönliche Gründe" genannt. Im Iran bilden sich wegen des Kriegs in der Golfregion immer wieder lange Schlangen an Tankstellen.
Sonntag, 4. Oktober
+++ Das Staatsoberhaupt des Jemen, al-Alimi, hat eine militärische Großoffensive gegen die Huthi-Miliz angekündigt.
Man werde das von der Miliz kontrollierte Gebiet zurückerobern und der staatlichen Autorität wieder Geltung verschaffen, sagte er in einer Fernsehansprache. Er warf den vom Iran unterstützten Huthi vor, auf Bemühungen zur Deeskalation mit weiteren Angriffen reagiert zu haben. Zudem weite die Miliz ihre Angriffe auf Zivilisten, Nachbarländer und globale Schifffahrtsrouten aus.
+++ Der Iran fordert die Umsetzung des Abkommens mit den USA vom Juni.
Die Straße von Hormus werde erst wieder öffnen, wenn die sieben Bedingungen aus der Vereinbarung von Islamabad erfüllt seien, sagte Parlamentspräsident Kalibaf nach Angaben der staatsnahen Nachrichtenagentur Nournews. Die Amerikaner müssten verstehen, dass die Zeit einseitiger Forderungen vorbei sei.
+++ Regierungstruppen im Jemen haben nach eigenen Angaben Ziele der pro-iranischen Huthi-Miliz angegriffen.
Sowohl die von den Huthis kontrollierte jemenitische Haupstadt Sanaa als auch die Provinzen im Nordwesten und Südwesten des Landes seien attackiert worden, teilte das Militär mit. Zuvor hatte die Miliz eine Anlage des saudiarabischen Ölkonzerns Aramco in der Hauptstadt Riad mit Drohnen und Raketen angegriffen
Samstag, 3. Oktober
+++ Die iranische Landeswährung verliert immer weiter an Wert.
Auf dem freien Markt stieg der Wechselkurs für einen Euro erstmals auf den bisherigen Niedrigststand von drei Millionen Rial, wie ein iranische Finanzportal berichtete. Durch den rapiden Wertverlust sinkt auch die Kaufkraft der Bevölkerung fortwährend. In den vergangenen sechs Monaten seien die Lebensmittelpreise deutlich gestiegen, berichteten Menschen in Teheran der Deutschen Presse-Agentur. So habe sich der Preis für ein Brot von 250.000 Rial auf 500.000 verdoppelt. Der Preis für ein Kilogramm Reis sei von 3,5 Millionen auf 5,5 Millionen Rial gestiegen. Fleisch sei für viele Haushalte inzwischen unerschwinglich. Die Abwertung verteuert vor allem den Import von Konsumgütern und Rohstoffen, was den heimischen Preisdruck weiter anheizt.

+++ Führende Kabinettsmitglieder von US-Präsident Trump haben sich einem Medienbericht zufolge heimlich zu Beratungen zum Iran-Krieg getroffen.
Dabei soll es um die nächsten Schritte und den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi im Jemen gegangen sein, das berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Insider. Das Treffen auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David sei von Vizepräsident Vance geleitet worden.
Freitag, 2. Oktober
+++ In der Straße von Hormus ist nach britischen Angaben erneut ein Tanker angegriffen worden.
Das Schiff sei in der Meerenge von einem Geschoss getroffen worden, teilte die britische Schifffahrtsbehörde mit. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen, das inzwischen gelöscht worden sei. Das Schiff setzte demnach seine Fahrt fort. Es wurde nicht mitgeteilt, unter welcher Flagge es unterwegs war.

+++ Die G7-Staaten haben sich darauf verständigt, bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven freizugeben.
Wie Frankreichs Präsident Macron mitteilte, soll die Freigabe über einen Zeitraum von vier Monaten erfolgen, um die Energiemärkte zu entlasten. Damit reagierten die G7 auf eine Forderung Washingtons. Die EU begrüßte die Entscheidung der G7-Länder. Brüssel unterstütze eine von der Internationalen Energieagentur koordinierte Freigabe, schrieb EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Onlinediensten. Bundesaußenminister Wadephul sagte, mit diesem Ergebnis seien die EU-Interessen gewahrt. Bundeswirtschaftsministerin Reiche betonte, die Freigabe stelle kein Risiko für die Energieversorgung dar.
+++ Die US-Regierung fordert EU-Länder auf, Dieselreserven freizugeben, um den Weltmarktpreis zu senken.
Finanzminister Bessent erklärte, die Europäer sollten umgehend ihre strategischen Vorräte verfügbar machen. Landwirte, LKW-Fahrer und Unternehmen in den USA dürften nicht mit der Last einer weltweiten Diesel-Knappheit alleine gelassen werden. US-Präsident Trump unterstützte den Aufruf seines Finanzministers.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters drohen die USA im Hintergrund damit, anderenfalls einen Exportstopp von US-Diesel nach Europa zu verhängen. Der Hintergrund sei zudem vielmehr der Wahlkampf von Trump für die Zwischenwahlen im November. Dieser wolle erreichen, dass in den Vereinigten Staaten der Dieselpreis noch vor der Abstimmung deutlich sinkt. Die Treibstoffpreise in den USA sind wegen des Iran-Kriegs stark angestiegen.
Die EU-Kommission berief einem Sprecher zufolge für den Freitagmorgen eine Videokonferenz mit den 27 Mitgliedstaaten zum Umgang mit den Dieselreserven ein.
Donnerstag, 1. Oktober
+++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat nach dem Vorfall in London eine Beteiligung seines Landes abgestritten.
Araghtschi wies die Einschätzung der britischen Regierung zurück, dass Teheran in den Vorfall nahe einer US-Luftwaffenbasis in Großbritannien involviert sein könnte. Der britische Premierminister Burnham sei mit seiner Einschätzung "auf dem Holzweg", schrieb Araghtschi auf der Plattform X. In der Nähe einer von den USA genutzten Militärbasis in Südwestengland waren am Wochenende fünf Männer festgenommen worden. Ermittler gehen von einem terroristischen Hintergrund aus. Die Festgenommenen stehen im Verdacht, einen Anschlag vorbereitet zu haben. Premierminister Burnham sagte der BBC, es gebe starke Hinweise darauf, dass der Iran an den Ereignissen beteiligt sei. Die Ermittlungen laufen noch.
Dienstag, 29. September
+++ Saudi-Arabien exportiert wieder Öl über das Rote Meer.
Dafür wird wieder der wichtige Hafen Yanbu genutzt, wie aus Schifffahrtsdaten hervorgeht. Das ist durch die reparierte Ost-West-Pipeline wieder möglich. Wegen Drohnenangriffen auf die Pipeline war der Export über Yanbu nicht möglich. Aufgrund der blockierten Meerenge vor Hormus und der schwierigen Lage in der Meerenge von Bad al-Mandab ist die Alternative über die Pipeline und dem Hafen am Roten Meer für Saudi-Arabien besonders wichtig.
+++ US-Präsident Donald Trump hat Berichte zurückgewiesen, wonach er dem Iran eine Lockerung von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte angeboten habe.
"Das ist unwahr", schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. "Ich habe ihnen nichts angeboten." Das Nachrichtenportal "Axios" hatte unter Berufung auf ungenannte US-Regierungsvertreter gemeldet, der US-Präsident sei zu den Zugeständnissen bereit im Gegenzug für konkrete Schritte des Iran hinsichtlich seines Atomprogramms. Trump forderte "Axios" auf, den Bericht zurückzuziehen.
Montag, 28. September
+++ Der Iran plant derzeit keine neuen Gespräche mit den USA über eine Öffnung der Straße von Hormus.
Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Die Standpunkte und Positionen der Islamischen Republik Iran seien der amerikanischen Seite am vergangenen Dienstag übermittelt worden. Die iranische Delegation, die sich derzeit in New York aufhält, werde bald nach Teheran zurückkehren. US-Präsident Trump hatte zuvor dem Nachrichtenportal "Axios" gesagt, er rechne mit einer Fortsetzung der Verhandlungen in den nächsten Tagen. Die Vorschläge des Iran zur Öffnung der Meerenge lehnte er ab. Die Straße von Hormus bleibt damit für den Schiffsverkehr weitgehend gesperrt. An den Handelsmärkten zogen die Ölpreise wieder an.
+++ Die Ungewissheit über einen Fortgang der Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Krieges hat den Ölpreis wieder deutlich steigen lassen.
Sonntag, 27. September
+++ Der Iran hat im Konflikt mit den USA und Israel auf eine diplomatische Lösung gedrängt.
"Unsere Bedingungen sind klar, und jeder Schritt zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus setzt die Erfüllung dieser Bedingungen voraus", schrieb der iranische Außenminister Araghtschi in Sozialen Medien. Nur eine Verhandlungslösung könne die USA und Israel aus "dieser Sackgasse" herausholen.
+++ Der Iran wappnet sich nach eigenen Angaben für einen möglichen neuen Angriff der USA.
Das US-Militär könnte aufgrund seiner "schwierigen Lage in der Region" einen erneuten Angriff auf den Iran starten, sagte ein Sprecher der iranischen Armee laut staatlichen Medien. Sein Land sei bereit für eine Konfrontation, hieß es weiter. Der Iran könne den USA größeren Schaden zufügen.
+++ US-Präsident Trump hat den Vorschlag des Iran zur Öffnung der Straße von Hormus offiziell abgelehnt.
Trump sagte, das Angebot sei nicht annehmbar. Der Plan des Iran sah vor, die Straße von Hormus binnen sieben Tagen zu öffnen und die Gespräche über das Atomprogramm wieder aufzunehmen. Dafür verlangte der Iran die Einstellung der Kampfhandlungen in der Region, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, die Aufhebung von Sanktionen gegen iranisches Öl sowie ein Ende der Hafenblockade.
Trump erklärte, die Führung Teheran wolle rasch eine Vereinbarung treffen, weil sie wegen der US-Seeblockade unter wirtschaftlichem Druck stehe. Die USA dagegen hätten die Kontrolle über die Wasserstraße und gewännen enorm.
+++ US-Finanzminister Bessent sieht nach eigenen Angaben Erfolge bei den Bemühungen der USA, den Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren.
Auf seine Anweisung seien Teams in zahlreiche Länder geschickt worden, um dort auf Maßnahmen gegen Teheran zu dringen, erklärte Bessent auf X. Diese Bemühungen zeigten Wirkung. Bessent verwies unter anderem darauf, dass die Türkei und Oman keine Flüge der privaten iranischen Fluggesellschaft Mahan Air mehr ins Land ließen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten sämtliche Flüge iranischer Airlines gestoppt. Zudem blockierte deren Zentralbank am Mittwoch Transaktionen von Filialen der iranischen Bank Melli. Die Türkei hatte bereits in der vergangenen Woche der iranischen Bank Mellat die Lizenz entzogen.
+++ Der Oman hat die Konfliktparteien im Nahen und Mittleren Osten zu Zurückhaltung und Dialog aufgerufen und sich erneut als Vermittler angeboten.
Die Beteiligten sollten ihre Streitigkeiten durch "Zurückhaltung und Weitsicht" sowie politische Gespräche beilegen, sagte Außenminister al-Busaidi bei der UNO-Generaldebatte in New York. Der Oman werde seine Bemühungen um die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus fortsetzen. Der Außenminister rief alle Seiten auf, dabei mit seinem Land zusammenzuarbeiten.
+++ Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus muss nach Ansicht Saudi-Arabiens gebührenfrei bleiben.
Es dürfe keine Beschränkungen geben, sagte der saudische Außenminister bin Farhan bei der UNO-Generaldebatte in New York. Er bezog sich dabei auf die Zeit vor dem Iran-Krieg, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begann. Seither blockiert der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend. Bin Farhan betonte, es sei eine gemeinsame Verantwortung der Länder, die internationale Schifffahrt und weltweite Lieferketten zu schützen.
+++ In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sind Eltern von den Schulen darüber informiert worden, dass der Unterricht ihrer Kinder für eine Woche auf Fernunterricht umgestellt wird.
Der kurzfristig entschlossene Plan geht aus E-Mails vor, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen. Ein offizieller Grund für die Umstellung wurde nicht mitgeteilt. Saudi-Arabien wird im Zuge des Konflikts in der Golfregion derzeit fast täglich von der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen angegriffen.
Samstag, 26. September
+++ US-Präsident Trump lehnt einem Medienbericht zufolge den Vorschlag des Iran für eine erneute Waffenruhe ab.
Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf US-Regierungskreise, Trump habe seinen Beratern mitgeteilt, dass er davon ausgehe, den Iran nach den Zwischenwahlen im November weiter anzugreifen. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht.
Zuvor hatte der iranische Außenminister Araghtschi den Vorschlag an die USA zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt. Dafür verlangt der Iran die Einstellung der Kampfhandlungen in der Region, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, die Aufhebung von Sanktionen gegen iranisches Öl sowie ein Ende der Hafenblockade. Die US-Regierung dringt ihrerseits unter anderem auf ein Ende des iranischen Atomprogramms.
+++ Saudi-Arabien hat nach Militärangaben einen neuen Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf die Hauptstadt Riad abgewehrt.
Zwei Drohnen seien von der Luftabwehr abgefangen und zerstört worden, teilte ein Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses mit, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft. Außerdem habe die saudische Luftverteidigung eine ballistische Rakete der Huthi abgefangen, die die Stadt Chamis Muschait im Südwesten des Landes zum Ziel hatte. Zu möglichen Schäden oder Verletzten wurden keine Angaben gemacht.
+++ Der UNO-Sicherheitsrat hat die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Ziele in Saudi-Arabien verurteilt.
Der amtierende Vorsitzende des Rates, Frankreichs UNO-Botschafter Bonnafont, verlas die einstimmig verabschiedete Erklärung in New York. Darin heißt es, man verurteile besonders die Angriffe, bei denen Zivilisten verletzt worden seien. Die 15 Ratsmitglieder, darunter die USA, Russland und China, kritisieren auch die Attacken der Huthis auf Handelsschiffe im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab.
Donnerstag, 24. September
+++ Der Iran soll eine Öffnung der Straße von Hormus und eine Wiederaufnahme von Gesprächen über sein Nukleaprogramm angeboten haben - unter der Bedingung, dass die USA nicht länger iranische Häfen blockieren.
Der iranische Außenminister Aragtschi habe Einzelheiten auf einem "privaten" Treffen am Rande der UNO-Vollversammlung in New York erläutert, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen Teilnehmer. Das Angebot ähnelt der Absichtserklärung aus dem vergangenen Juni, das schon nach kurzer Zeit hinfällig wurde, weil sich die USA und der Iran erneut angriffen.
+++ Um die Versorgung des Weltmarktes mit Öl aus Saudi-Arabien zu unterstützen, wird Frankreichs Militär ein wichtiges Ölterminal des Königreichs am Roten Meer schützen.
Dafür würden Soldaten, Radarsysteme und Systeme zur Verteidigung in die Hafenstadt Yanbu geschickt, sagte der französische Präsident Macron den Sendern TF1 und France 2. Es gehe jedoch nicht darum, sich in Konflikte einzumischen, betonte er. Saudi-Arabien war vor dem Iran-Krieg hinter den USA der zweitgrößte Ölproduzent und der wichtigste Exporteur des Rohstoffs. Die Rohölpreise waren zuletzt gestiegen, da die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen die Route für saudische Öl-Exporte über Yanbu angegriffen hatten.
+++ Israels Regierungschef Netanjahu hat in der UNO-Generaldebatte den Krieg gegen den Iran verteidigt.
Israel habe die iranischen Atomanlagen zerstören müssen, um das Land daran zu hindern, Atombomben zu entwickeln. Er bezeichnete die Machthaber in Teheran als mörderische Diktatur, die auf die Vernichtung Israels abziele. Im Besitz von Atomwaffen wäre der Iran eine Bedrohung für die ganze Welt, erklärte Netanjahu. Vor Beginn seiner Rede verließen zahlreiche Diplomaten den Saal.
Palästinenserpräsident Abbas hatte zuvor in seiner Ansprache Israels Politik als existenzielle Bedrohung für das palästinensische Volk verurteilt. Er verwies auf die israelische Besatzung im Westjordanland und die Lage im Gazastreifen. Abbas musste per Videobotschaft sprechen, die USA hatten ihm und weiteren ranghohen palästinensischen Vertretern die Einreise zur Generalversammlung verweigert.
+++ Angesichts der fortdauernden Einschränkungen der Schifffahrt haben 80 Staaten die Öffnung der Seewege in der Golfregion verlangt.
"Wir fordern die vollständige und unverzügliche Wiederherstellung der Navigationsrechte und -grundsätze", sagte Bahrains Außenminister Sajani beim Verlesen einer gemeinsamen Erklärung im UNO-Hauptquartier in New York. Die 80 Staaten verurteilen zudem "aufs Schärfste" die Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen auf Saudi-Arabien "und ihre sinnlosen Attacken im Roten Meer". Das Vorrücken der Huthis in Richtung der Meerenge Bab al-Mandab werde lediglich die Risiken für den internationalen Schiffsverkehr weiter erhöhen. Begleitet wurde Sajani beim Verlesen der Stellungnahme von dutzenden Amtskollegen sowie der EU-Außenbeauftragten Kallas.
+++ Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben Dutzende ballistische Raketen und Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien abgefeuert.
Ziel der "präventiven Operation" seien unter anderem Operationszentralen, Kommando- und Kontrollzentren sowie Waffenlager in der saudischen Region Dschisan im Südwesten des Landes unweit der jemenitischen Grenze gewesen, teilte ein Militärsprecher der Huthi mit.
Saudi-Arabien hatte zuvor mitgeteilt, sechs von den Huthi abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen und zerstört zu haben. Die Luftabwehr habe damit Versuche vereitelt, die Städte Taif und Janbu anzugreifen, hieß es.
+++ Ein Berater des obersten iranischen Führers Chamenei hat vor einer Ausweitung des Iran-Kriegs von der Golfregion auf den Indischen Ozean gewarnt, sollten die USA den Iran erneut angreifen.
Ein solches Szenario sei möglich, sagte der Berater in einem von der amtlichen Nachrichtenagentur Fars veröffentlichten Video. Die iranischen Behörden hatten bereits zuvor damit gedroht, den Konflikt geografisch auszuweiten, sollten die USA wieder Luftangriffe fliegen. Allerdings ist es das erste Mal, dass ein Berater des obersten iranischen Führers ausdrücklich den Indischen Ozean erwähnt, in dem - rund 4000 Kilometer Luftlinie von der iranischen Küste entfernt - der strategisch wichtige US-britische Militärstützpunkt Diego Garcia liegt.
+++ Israels Marine hat ein neues U-Boot: Nach mehrwöchiger Fahrt von Deutschland ist die "INS Drakon" im Hafen der Mittelmeerstadt Haifa eingetroffen.
Das bestätigte eine israelische Militärsprecherin. Das vom Kieler Marineschiffbauer TKMS gebaute U-Boot ist das sechste und letzte der Dolphin-Reihe. Mit mehr als 70 Metern Länge ist es das größte U-Boot der israelischen Marine und mit zehn Torpedo-Rohren ausgerüstet. Zudem hat es eine größere Reichweite.
+++ Irans Präsident Peseschkian hat in New York eine internationale "Ordnung der Gewalttätigen" beklagt.
"Wir dürfen keine Welt schaffen, in der militärische Macht an die Stelle der Legitimität tritt, Sanktionen an die Stelle der Diplomatie, Terror an die Stelle der Politik und Krieg an die Stelle des Dialogs", sagte Präsident Peseschkian bei der UNO-Generaldebatte. Wenn internationales Recht nur dann umgesetzt werde, wenn es mit den Interessen der Mächtigen vereinbar sei, würden mehr Länder zu dem Schluss kommen, dass sie sich zur Gewährleistung ihrer Sicherheit allein auf ihre eigene Macht stützen müssten, warnte der iranische Präsident. Er kritisierte auch Worte von US-Präsident Trump vor den Vereinten Nationen. Trump solle wissen, dass die Drohungen den Iran nur noch geschlossener und stärker machten.
+++ EU-Ratspräsident Costa hat den Iran nach eigenen Angaben zur Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aufgefordert.
In einem Gespräch mit dem iranischen Präsidenten Peseschkian habe er sich zudem für ein Ende der iranischen Angriffe auf Nachbarstaaten sowie die vollständige Wiederherstellung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus ausgesprochen, erklärte Costa.
+++ Die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate hat Irans größtem staatlichen Finanzinstitut, Bank Melli, die Geschäftstätigkeit in dem Golfstaat weitestgehend untersagt.
Die Bank dürfe in den Emiraten keine Finanztransaktionen aus dem Iran oder in den Iran mehr abwickeln, erklärte die Notenbank. Dies gelte auch für Überweisungen und die Finanzierung von Handelsgeschäften. Dubai und die übrigen Emirate waren für den Iran zuletzt eine sehr wichtige Drehscheibe für Finanz- und Handelsgeschäfte. Die Zentralbank der Emirate wirft Bank Melli Verstöße gegen Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismus und der Verbreitung von Waffen vor.
Mittwoch, 23. September
+++ Israels Armee hat nach offiziellen Angaben den Leiter der Finanzabteilung der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen getötet.
Der Mann sei in der Stadt Chan Junis im Süden des Gebiets ins Visier genommen worden, teilten der israelische Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz mit. Von Israels Armee gab es zunächst keine Bestätigung. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete zwei Tote nach einem israelischen Drohnenangriff in Chan Junis. Zur Identität der Opfer wurde bislang nichts bekannt. Es war zunächst unklar, ob es sich um denselben Vorfall handelte.
+++ Angesichts weitreichender US-Sanktionen streicht der Iran internationale Flüge in der Region.
Flughäfen im irakischen Bagdad und Maskat im Oman würden ab Mittwochmorgen keine iranischen Flüge mehr annehmen, berichtete die Nachrichtenagentur ISNA unter Berufung auf die iranische Luftfahrtbehörde. Man arbeite daran, Flüge in den Irak an einen anderen Flughafen umzuleiten, wurde ein Sprecher der Behörde zitiert. Auch Flüge iranischer Fluggesellschaften ins benachbarte Aserbaidschan wurden Berichten zufolge ab sofort aufgehoben.
US-Finanzminister Bessent hatte zu Beginn der Woche weiteren Druck auf den iranischen Luftfahrtsektor angekündigt. Seinen Worten nach sollten alle iranischen Fluggesellschaften weltweit stillgelegt werden. Er drohte Ländern mit dem Ausschluss aus dem US-Dollarsystem, sollten sie iranische Airlines mit Treibstoff versorgen, Landedienste bereitstellen oder Tickets für sie verkaufen.
+++ Der Iran meldet Fortschritte bei der Wiederherstellung der Produktionskapazität des Gasfeldes South Pars.
Die Nachrichenagentur Fars berichtet unter Berufung auf den stellvertretenden Ölminister Seratkar, rund 50 Prozent der beschädigten Produktionskapazität seien wieder hergestellt. Alle geplanten Instandsetzungsarbeiten sollten vor dem Winter abgeschlossen sein, erklärt Seratkar demnach weiter.
South Pars ist das größte Gasfeld der Welt. Es ist von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung des Iran. Es war im März im Zuge des Iran-Kriegs von Israel angegriffen und beschädigt worden.
+++ Der Iran hat den USA nach eigenen Angaben über einen katarischen Vermittler in New York mehrere Bedingungen für ein Ende des Konflikts übermittelt.
Dazu gehörten ein Ende des Krieges an allen Fronten sowie ein Stopp der "Aggressionen" der USA, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Irna den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei. Weitere Forderungen Teherans seien die Aufhebung der Seeblockade und des Wirtschaftskrieges sowie die Freigabe iranischer Vermögenswerte.
+++ Angesichts steigender Kraftstoffpreise prüfen die USA einen Exportstopp für Diesel.
Finanzminister Bessent erklärte, möglich sei ein vollständiger oder ein Teil-Stopp der Ausfuhren. Infolge des Irankriegs sind die Spritpreise auch in den USA erheblich gestiegen. Die Amerikaner zahlen im Schnitt fast 50 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn. Der Preis für Diesel kletterte kürzlich auf ein neues Rekordhoch. Die Entwicklung setzt die regierende Republikanische Partei vor den Kongresswahlen im November zunehmend unter Druck. Unter den Republikanern ist die Maßnahme jedoch umstritten. Zuletzt hatten die USA während der Ölkrise der 1970er Jahre ihre Ausfuhren von Rohöl weitgehend gestoppt, um die heimischen Preise zu senken.
+++ Frankreichs Staatschef Macron hat bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen die Lage im Gazastreifen deutlich kritisiert.
Die internationale Gemeinschaft dürfe den beschämenden Zustand in Gaza nicht nur passiv betrachten, betonte Macron. Einige würden sich zwar eines angeblichen Friedens rühmen. Doch in der Realität seien die Korridore für humanitäre Hilfslieferungen noch nicht für eine Sekunde wieder geöffnet worden. Seit Oktober gilt im Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas eigentlich eine Waffenruhe. Es gibt aber immer wieder tödliche Angriffe.
+++ Jordaniens König Abdullah II. hat Israel schwere Verstöße gegen internationales Recht vorgeworfen.
In seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung bezeichnete der Monarch Israels Vorgehen im Gazastreifen und im Westjordanland als einen Versuch, die palästinensische Präsenz auszulöschen. Gaza sei eine der weltweit längsten Besatzungen, was die Frage nach dem Wert des Völkerrechts aufwerfe. König Abdullah warnte vor einem expansiven Streben Israels, das seine Nachbarn bedrohe.
Jordanien schloss 1994 einen Friedensvertrag mit Israel und fordert seit Langem die Gründung eines palästinensischen Staates, um den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen.
+++ In der zwischen den USA und dem Iran umkämpften Straße von Hormus bleibt die Bedrohung für die Umwelt groß.
Wie Greenpeace dem Deutschlandfunk nach Auswertung aktueller Satellitenbilder mitteilte, breitet sich auf der Seite des Omans ein Ölteppich im Schutzgebiet des Musandam-Nationalparks aus. Vor kurzem hatten Bilder bereits auf der iranischen Seite der Meerenge mehrere Ölteppiche vor den Schutzgebieten von Tiap und Minab dokumentiert. Südlich der Straße von Hormus erreichte Öl aus dem havarierten Tanker Caroline Bezengi inzwischen die omanische Küste. Warum das Schiff, das der sogenannten russischen Schattenflotte zugerechnet wird, leckt, ist weiter ungeklärt. Gleiches gilt für die Frage, ob die übrigen Ölaustritte Kampfhandlungen zuzuordnen sind.
Dienstag, 22. September
+++ Vertreter der USA und des Iran haben am Rande der UNO-Generaldebatte über die Beilegung ihres Konflikts gesprochen.
Das dreistündige Treffen sei sehr gut verlaufen, sagte US-Präsident Trump. Staatsmedien in Teheran berichteten, dass die iranische Seite Bedingungen für die Wiederöffnung der Straße von Hormus gestellt habe. Demnach zählten dazu die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die USA, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und die Beendigung des Krieges an allen Fronten. Direkte Gespräche zwischen den Konfliktparteien fanden zuletzt im Juni in der Schweiz statt.
+++ Die iranische Justiz hat Vermögen und Eigentum von sogenannten "Staatsfeinden" beschlagnahmt.
Betroffen sind etwa 400 Personen. Insgesamt sei ihnen der Zugriff auf 2.191 Konten und 39 Fahrzeuge entzogen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Justiz teilte mit, die Betroffenen hätten mit konterrevolutionären Kräften kooperiert. Zu den Identitäten gibt es keine genauen Angaben, Tasnim gab jedoch an, es seien auch Journalisten betroffen, die für Exil-Portale arbeiteten, sowie Aktivisten und - Zitat - verräterische Persönlichkeiten im Ausland.
+++ Saudi-Arabien erhält von Großbritannien Unterstützung bei der Abwehr von Angriffen der Huthi-Miliz.
Die britische Luftwaffe werde saudische Militärflugzeuge in der Luft betanken, kündigte Premier Burnham auf dem Weg zur Generaldebatte der UNO-Vollversammlung an. Die Vereinbarung soll zunächst für einige Wochen gelten. Burnham sagte, das diene dem Interesse Großbritanniens, Transportwege für Erdöl offenzuhalten. Der Konflikt zwischen den Huthi und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen ist zuletzt wieder aufgeflammt. Die Huthi-Miliz übernahm vergangene Woche die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab und griff Saudi-Arabien direkt an.
Die Außenbeauftragte der EU, Kallas, drängte angesichts der Huthi-Offensive am Roten Meer auf eine Ausweitung der Marinemission Aspides. Sie sagte am Rande der UNO-Vollversammlung in New York, die Lage sei inzwischen noch ernster als zu Beginn der Mission. Um Schiffe im Roten Meer zu schützen, würden mindestens vier weitere Kriegsschiffe benötigt. Diplomaten zufolge soll Kallas die Mitgliedstaaten bereits in einem Brief aufgefordert haben, ihre Beiträge zu der Mission zu erhöhen.
Montag, 21. September
+++ In der Straße von Hormus sind erneut Schiffe von Geschossen getroffen worden.
Wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt unter Berufung auf Militärquellen mitteilte, sei ein in den Persischen Golf einfahrender Tanker beschossen worden. Zwei Besatzungsmitglieder seien dabei leicht verletzt worden. Zudem meldete ein Tankschiff für Flüssiggas, dass es von Trümmern eines unbekannten Geschosses getroffen wurde. Verletzte habe es nicht gegeben.
+++ Die Ölpreise haben zum Wochenstart den vierten Handelstag in Folge nachgegeben.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November verlor am Montagmorgen zuletzt 1,75 Prozent auf 102,05 US-Dollar. Marktteilnehmer haben weiterhin die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Kriegs zwischen den USA und dem Iran im Blick.
+++ Der Iran hat den USA mit dem Einsatz neuartiger Waffen und Schlägen gegen bislang verschonte Gebiete gedroht.
Der Sprecher der Revolutionsgarden, Mohebbi, sagte laut der Nachrichtenagentur Fars, man werde "mit Sicherheit die Waffen und die Geografie des Krieges ändern", sollte es zu einer "neuen Aggression" kommen. Die Führung in Teheran sei auf einen längeren Konflikt vorbereitet, erklärte er weiter.
Sonntag, 20. September
+++ Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mindestens vier Menschen getötet worden.
Unter den Toten ist demnach der Sohn eines ranghohen Regierungsvertreters. Bei den Angriffen im Zentrum und im Norden des Palästinensergebiets soll es auch Verletzte gegeben haben. Die israelische Armee teilte mit, es seien mehrere Funktionäre der Hamas ins Visier genommen worden. Auch im Westjordanland hält die Gewalt an. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, Soldaten hätten einen Palästinenser getötet, der versucht habe, sie mit einem Auto zu rammen. Zudem kam laut Polizei ein Israeli durch Schüsse eines mutmaßlich palästinensischen Angreifers ums Leben.
+++ Ägypten, Jordanien und Kuwait haben die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad verurteilt.
Das Vorgehen der mit dem Iran verbündeten Miliz gefährde die Sicherheit und Stabilität in der Region und verletze das Völkerrecht, heißt es in separaten Erklärungen der drei Staaten. Zudem sicherten sie Saudi-Arabien Unterstützung beim Schutz seiner Souveränität zu.

+++ Nach Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf die saudische Hauptstadt Riad hat das US-Außenministerium vor einer Verschärfung des Konflikts gewarnt.
Die militärischen Auseinandersetzungen könnten rasch eskalieren, hieß es in einer Reisewarnung des Ministeriums. Darin wird auch auf Angriffe auf zivile Flughäfen verwiesen. US-Staatsbürger sollten Reisen in die Region ernsthaft überdenken. Die Huthi-Miliz hatte gestern nach eigenen Angaben mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen Riad angegriffen. Nahe dem Flughafen brannte ein Öltank. Die saudischen Behörden warnten erstmals seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe mit der Huthi-Miliz vor Angriffen auf die Hauptstadt. In der vergangenen Woche hatte die vom Iran unterstützte Miliz die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste übernommen. Sie kündigte eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien an.
+++ Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf hat die Freigabe der Straße von Hormus erneut an die Umsetzung US-amerikanischer Zusagen geknüpft.
Der Nachrichtenagentur Fars zufolge erklärte Ghalibaf, der Iran werde die Meerenge erst öffnen, wenn seine Bedingungen erfüllt seien. Er wiederholte die Drohung, Teheran werde militärische Gewalt einsetzen, um Feinde zurückzuschlagen. Der Leiter des nationalen Sicherheitsrats des Iran, Resai, hatte gestern die Forderungen aus dem Rahmenabkommen mit den USA bekräftigt. Teheran verlangt ein Ende der Kämpfe, eine Freigabe eingefrorener Gelder und die Aufgabe der Seeblockade. Außerdem solle der Krieg zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen beendet werden.
Samstag, 19. September
+++ Der Iran hat den USA über Vermittler Bedingungen für ein Ende des Krieges genannt.
Das berichtet der Sender Al Jazeera unter Berufung auf den iranischen Sicherheitschef Resai. Teheran fordert demnach ein Ende der Kämpfe an allen Fronten, eingefrorene iranische Gelder freizugeben und die Seeblockade aufzuheben. Außerdem soll der Krieg zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen beendet werden. Die Gespräche mit Katar und Pakistan laufen laut Resai weiter. Iran wartet demnach jetzt auf eine Antwort von US-Präsident Trump.
+++ Aus der saudi-arabischen Hauptstadt Riad werden mehrere Explosionen gemeldet.
Augenzeugen berichten zudem von schwarzem Rauch in der Nähe des internationalen Flughafens. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP steht dort ein Treibstofflager in Flammen. Eine offizielle Stellungnahme der saudischen Behörden gab es zunächst nicht. Zuvor waren im gesamten Land Notfallwarnungen ausgelöst worden.
In der Region um Riad wurde die Bevölkerung vor einer feindlichen Bedrohung aus der Luft gewarnt. Es war der erste Luftalarm in der Hauptstadt seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe mit der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz. Zuletzt hatte das Königreich nach eigenen Angaben mehrfach Raketen und Drohnen der Huthi aus dem Jemen abgefangen.

+++ Das iranische Innenministerium hat die stark steigenden Preise im Land als besorgniserregend bezeichnet.
Nach Angaben des Onlineportals Hammihan erklärte ein Ministeriumssprecher, die Inflation bringe viele Menschen in eine Notlage. Nach offizieller Darstellung sind die Lager gefüllt und Waren in ausreichender Menge vorhanden. Demgegenüber berichten Einwohner des Landes gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von drastischen Preissteigerungen. Brot, Fleisch und andere Grundnahrungsmittel seien für viele Haushalte kaum noch bezahlbar. Auch bei Medikamenten gebe es Engpässe. Die USA hatten zuletzt ihre Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verschärft.
+++ Ein mithilfe von KI erstellter, fehlerhafter US-Geheimdienstbericht hätte offenbar fast dazu geführt, dass das US-Militär ein chinesisches Schiff gestürmt hätte.
Der Sender CNN zitiert mit dem Vorfall vertraute Kreise, wonach die KI die Ladung des Schiffes falsch identifizierte. Der von einem Analysten genutzte Chatbot behauptete, es habe Komponenten für Atomwaffen gelagert. Dem Bericht zufolge hatten sich US-Soldaten bereits darauf vorbereitet, das Schiff zu entern. Der Einsatz sei schließlich abgebrochen worden, nachdem Beamte den Fehler entdeckt hätten.
+++ Im Iran ist ein Mann wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden.
Im Justizportal Misan wurde mitgeteilt, der Mann habe Informationen über iranische Raketenstellungen in der Provinz Isfahan an den israelischen Geheimdienst Mossad weitergegeben. Menschenrechtsorganisationen zufolge ist der Iran nach China das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Seit Beginn des Iran-Kriegs hat die Zahl der Hinrichtungen zugenommen.
+++ Der UNO-Sicherheitsrat hat die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien scharf verurteilt.
Die 15 Mitglieder des mächtigsten UNO-Gremiums erklärten ihre Solidarität mit dem Königreich, welches das Recht auf Selbstverteidigung habe, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die vom Iran unterstützten Rebellen forderten sie auf, die militärische Eskalation unverzüglich einzustellen.

+++ In Saudi-Arabien ist in der Nacht mehrfach Luftalarm ausgerufen worden.
Laut der Nachrichtenagentur AFP waren unter anderem in der Hauptstadt Riad zwei Explosionen zu hören. Die Behörden hoben die Warnungen nach kurzer Zeit wieder auf.
+++ US-Präsident Trump will laut einem Bericht in der kommenden Woche mit den Staats- und Regierungschefs von Golfstaaten beraten.
Wie das Nachrichtenportal Axios meldet, soll das Treffen am Rande der UNO-Generalversammlung in New York stattfinden. Im Mittelpunkt steht das weitere Vorgehen im Iran-Krieg. Die Golfstaaten agieren bislang als Partner der USA und stehen derzeit vor allem wegen der blockierten Straße von Hormus unter Druck.
+++ Zum zweiten Mal in Folge hat die US-Regierung einer hochrangigen palästinensischen Delegation die Visa für die Teilnahme an der UNO-Generalversammlung verweigert.
Das US-Außenministerium erklärte, die palästinensischen Vertreter hätten ihre Verpflichtungen aus früheren Abkommen, sich um Frieden mit Israel zu bemühen, nicht erfüllt. Betroffen ist auch der palästinensische Präsident Abbas. Das Ministerium teilte mit, die Palästinensische Autonomiebehörde verfolge weiterhin rechtliche Schritte gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof und dem Internationalen Strafgerichtshof. Trotz der Visa-Verweigerungen werden die Palästinenser bei der UNO-Generalversammlung vertreten sein, und zwar durch ihre bereits bei den Vereinten Nationen akkreditierten Diplomaten.

Mittwoch, 16. September
+++ Die Internationale Handelskammer (ICC) warnt vor den Folgen der eingeschränkten Schifffahrt durch die Straße von Hormus.
Der weltweite Handel mit Düngemitteln sei seit Beginn des Iran-Krieges deutlich eingebrochen. ICC-Generalsekretär Denton sieht eine drohende „Nahrungsmittelkrise“ und fordert die USA und den Iran auf, einen von den Vereinten Nationen vorgeschlagenen Vermittlungsmechanismus zu nutzen. Dieser soll Düngemitteltransporte durch die Meerenge wieder ermöglichen und das „globale Nahrungsmittelsystem entlasten“.
+++ China fordert die USA und den Iran zu Zurückhaltung auf und drängt auf eine Öffnung der Straße von Hormus.
Beide Staaten müssten besonnen bleiben und zum Memorandum von Islamabad zurückkehren, sagt der chinesische Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen in Peking. Er verwies auf eine Grundsatzvereinbarung zur Beendigung des Krieges. China wolle zudem verhindern, dass die Spannungen in der Region weiter auf den Jemen und das Rote Meer übergriffen, erklärt Wang. Die Politik Pekings gegenüber dem Iran bleibe unverändert.
+++ Saudi-Arabien hat nach einem mutmaßlichen versuchten Drohnenangriff auf Mekka mit Gegenmaßnahmen gedroht.
Nach Angaben des Militärbündnisses unter saudischer Führung wurde eine Drohne südlich der heiligen Stadt abgefangen und zerstört. Die Sicherheit der Pilger sei eine „rote Linie“, erklärte Bündnissprecher al-Maliki. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz weist den Vorwurf zurück, Drohnen in Richtung Mekka geschickt zu haben. Das Bündnis kämpft im Jemen an der Seite der international anerkannten Regierung gegen die vom Iran unterstützten Huthi.
+++ Mehrere durch Drohnenangriffe schwer beschädigten Datenzentren des US-Konzerns Amazon in den Golf-Staaten bleiben vorerst außer Betrieb.
Bei zwei Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten werde noch an einer Wiederherstellung gearbeitet, erklärte Amazons Cloud-Sparte AWS. Im Fall eines weiteren Standorts in den Emiraten sowie mehrerer Rechenzentren in Bahrain seien jedoch "alle Optionen ausgeschöpft". Die betroffenen Standorte wurden Anfang März bei Drohnenangriffen beschädigt, die kurz nach den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran erfolgten. AWS gilt als weltweit führender Anbieter von Cloud-Diensten.
+++ Die Huthi-Miliz im Jemen hat den Abschuss eines saudiarabischen Kampfflugzeuges gemeldet.
Der Flieger vom Typ F-15 habe einen "feindlichen Einsatz" im Luftraum der jemenitischen Provinz Marib ausgeführt, teilte ein Huthi-Sprecher mit. Er warf Saudi-Arabien vor, in dieser Woche 450 Angriffe im Jemen ausgeführt zu haben.
+++ Die Vereinten Nationen haben auf die prekäre humanitäre Lage im Jemen durch die Huthi-Offensive aufmerksam gemacht.
Der UNO zufolge sind allein in diesem Monat rund 125.000 Menschen auf der Flucht. Viele Menschen hätten keinen Zugang zur medizinischen Versorgung. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte mit einer Offensive die komplette Westküste des Jemen erobert.
+++ Die US-Regierung will wieder für Luftangriffe nötige Waffenlieferungen an Israel ermöglichen.
Das Paket umfasst nach Angaben von Regierungsvertretern etwa 40.000 Bomben unterschiedlicher Bauarten. Vor etwa zwei Jahren hatte der damalige US-Präsident Biden die Lieferung solcher Waffen ausgesetzt. Israel hatte unter anderem aus den USA gelieferte Bomben im Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen eingesetzt. Bei Luftangriffen wurden weite Teile des Küstengebiets zerstört. Die Opferzahl wird auf 70.000 bis 100.000 geschätzt.
+++ In Saudi-Arabien ist nach Militärangaben eine Drohne der Huthi-Miliz nahe der Stadt Mekka abgewehrt worden.
Die Flugabwehr habe das Objekt zerstört. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis, das im Jemen gegen die Huthi-Miliz kämpft, verurteilte den Angriff. Die Huthis wiesen die Darstellung zurück und erklärten, nur Ölanlagen und Militärstützpunkte ins Visier zu nehmen. In Mekka befindet sich mit der Kaaba das zentrale Heiligtum des Islam.
+++ Die nach Drohnenangriffen abgeschaltete Ölpipeline in Saudi-Arabien könnte früher als gedacht wieder in Betrieb gehen.
US-Energieminister Wright sagte dem Sender CNBC, die Unterbrechung werde mehrere Tage dauern. Zunächst war von einer Dauer von mehreren Wochen ausgegangen worden. US-Unternehmen sind an der Reparatur der Pipeline beteiligt. Die Leitung führt vom Persischen Golf bis zum Roten Meer und ist eine wichtige Alternative zum Schiffstransport durch die blockierte Straße von Hormus. Die Pipeline war nach saudischen Angaben durch aus dem Irak gestartete Drohnen beschädigt worden. Dort operieren pro-iranische Milizen.

Dienstag, 15. September
+++ In der Straße von Hormus sind nach Angaben von Greenpeace mittlerweile fünf größere Ölteppiche sichtbar.
Satellitenbilder zeigten Verschmutzungen vor der iranischen Küste und im Seegebiet vor Oman, teilte die Umweltschutzorganisation mit. Betroffen sei auch die Region um die Insel Kheshm mit ihren geschützten Mangrovenwäldern. Die USA hatten nach eigenen Angaben mehrfach Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen, um ihre Seeblockade gegen den Iran durchzusetzen. Auch der Iran attackierte Schiffe. Laut Teheran hatten sie keine Erlaubnis für die Durchfahrt. Greenpeace räumt ein, dass es aufgrund eingeschränkter Transponderdaten schwierig sei, Verschmutzungen mit konkreten Schiffsangriffen in der Region zu verbinden.
+++ Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus und in der Meerenge Bab al-Mandab ist weiter zurückgegangen.
Hintergrund sind die zunehmenden Angriffe auf die strategisch wichtigen Handelsrouten. Der Analysedienst Kpler meldet, am Montag hätten vier Frachter die Straße von Hormus passiert. Die Zahl könnte etwas höher liegen, weil Schiffe immer wieder mit ausgeschaltetem Transponder durch die Meerenge fahren. Vor Beginn des Irankrieges Ende Februar passierten mehr als 120 Schiffe pro Tag die Route. Nach Angaben von Kpler nahm auch der Verkehr durch den Bab al-Mandab ab. Demnach passierten am Montag 21 Schiffe die Meerenge, die seit einigen Tagen von der iranischen Huthi-Miliz kontrolliert wird. Die Huthi werden vom iranischen Regime unterstützt.
+++ Eine US-Kontrollbehörde hat erstmals eine offizielle Bilanz der bisherigen Folgen des Kriegs mit dem Iran vorgelegt.
Aus einem Bericht des Generalinspekteurs des Verteidigungsministeriums geht hervor, dass elf US-Soldaten im Einsatz getötet wurden. Zudem dokumentiert der Bericht Schäden an Militärstützpunkten und Fluggeräten sowie Belastungen für das US-Waffenarsenal. Besonders stark betroffen war der US-Marinestützpunkt in Bahrain. Die Streitkräfte mussten ihre Versorgung teilweise auf weiter entfernte Standorte verlagern. Der Krieg führte nach Angaben der Behörde außerdem zu Engpässen bei modernen Raketen- und Luftabwehrsystemen.
+++ Die Huthi-Miliz im Jemen hat ihre Angriffe auf Ziele im benachbarten Saudi-Arabien fortgesetzt.
Nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Koalition wurden gestern mindestens 13 Menschen verletzt, unter anderem in den Städten Abha und Taif. Die pro-iranischen Huthi erklärten, sie hätten saudische Militärflugplätze mit Raketen und Drohnen angegriffen. Kämpfer der Miliz hatten zuletzt die gesamte Küste des Jemen am Roten Meer erobert, darunter auch mehrere strategisch wichtige Inseln. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrollieren die Huthi damit auch die Meerenge Bab al-Mandab, die für den Welthandel von ähnlicher Bedeutung ist wie die Straße von Hormus.
Montag, 14. September
+++ Dem Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Eslami, ist nach Angaben des staatlichen Fernsehens die Teilnahme an einer internationalen Sitzung in Österreich verwehrt worden.
Mohamed Eslami und seine Delegation hätten einen Linienflug nach Wien genommen, sie seien jedoch auf dem Weg dorthin "wegen Hindernissen durch die USA" aufgehalten worden, hieß es im iranischen Fernsehen. Eslami sei bereits nach Teheran zurückgekehrt. Der Behördenchef war zur Jahrestagung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien erwartet worden, die bis Freitag andauern soll. Aus diplomatischen Kreisen in Wien verlautete, Österreich habe Eslami auf Drängen der USA die Einreise verweigert. Die Islamische Republik bestellte den österreichischen Botschafter ein, um gegen die Entscheidung zu protestieren.
+++ Die Preise für Benzin sind auf ein neues Rekordhoch gestiegen.
Bundesweit kostete der Liter Super E10 gestern im Tagesdurchschnitt 2,273 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 1,7 Cent mehr als am Freitag. Damit sei auch der bisherige Höchstpreis von März 2022 übertroffen worden. Auch die Literpreise für Diesel näherten sich dem im April erreichten Höchstwert wieder an und lagen gestern bei im Schnitt 2,404 Euro. Die Treibstoffpreise in Deutschland dürften hoch bleiben, da die Ölpreise durch die Lage am Persischen Golf weiter gestiegen sind.
+++ Angesichts der weiter zunehmenden Spannungen in der Golfregion sind die Ölpreise erneut gestiegen.
Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete heute früh 107 US-Dollar und 54 Cent. Das sind 2,8 Prozent mehr als zuvor. Das wirkt sich unmittelbar auch auf die Treibstoffpreise in Deutschland aus. Seit Februar dieses Jahres sind die Öl- und Gasmengen auf dem Weltmarkt infolge des im Februar von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges deutlich verknappt. Es wächst die Sorge über weitere Störungen der weltweiten Energieversorgung.

+++ US-Präsident Trump hat einen US-Medienbericht heruntergespielt, wonach China dem Iran Satellitenaufnahmen einer US-Militärbasis in Jordanien zugespielt hat.
"Wenn man sagt, dass China uns ausspioniert, dann sage ich: Da haben Sie recht, und wir spionieren sie auch aus", sagte Trump am Sonntag Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. "Das ist es, was wir tun. Sie machen im Grunde das Gleiche wie wir." Die Zeitung "Wall Street Journal" hatte am Vortag unter Berufung auf US-Regierungskreise über die mutmaßliche Informationsweitergabe Pekings vor und nach einem iranischen Angriff berichtet.
+++ Die für heute geplanten Gespräche im Oman zwischen dem Iran und weiteren Golfstaaten über die Straße von Hormus sind vorerst abgesagt worden.
Der omanische Außenminister al-Busaidi teilte mit, das Treffen in Salalah sei im Interesse des Konsenses verlegt worden. Einen neuen Zeitpunkt nannte er nicht. Berichten zufolge war ursprünglich geplant, dass der Iran und der Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus vorstellen. Nach Angaben Teherans wurden der Irak und andere Golfstaaten zu den Beratungen erwartet. Der Inselstaat Bahrain, der im Krieg iranischen Raketenangriffen ausgesetzt war, hatte vorab mitgeteilt, dass er das Treffen boykottieren werde. Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zum zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und den USA geworden. Seit Beginn des Krieges ist die Meerenge weitgehend blockiert.
Sonntag, 13. September
+++ Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben das Nachbarland Saudi-Arabien erneut mit Drohnen und Raketen angegriffen.
Ein Huthi-Sprecher erklärte, Ziel des Angriffs sei ein Militärstützpunkt in der Provinz Scharura in der Region Nadschran gewesen. Die saudi-arabischen Behörden gaben am Nachmittag in der Stadt Abha sowie in der Provinz Chamis Muschait Luftalarm aus und forderten die Bewohner auf, wegen möglicher anfliegender Geschosse Schutz zu suchen. Beide Gebiete waren in den vergangenen Wochen wiederholt von der Huthi-Miliz angegriffen worden. Der saudi-arabische Zivilschutz teilte mit, ein Geschoss sei in einem anderen Gebiet nahe der Grenze zum Jemen am Roten Meer eingeschlagen. Dabei seien zwei Menschen verletzt sowie eine Moschee und mehrere weitere Gebäude beschädigt worden.
+++ Bei einem Angriff auf ein iranisches Handelsschiff vor der Insel Keschm in der Straße von Hormus ist nach Angaben staatlicher Medien ein Mensch ums Leben gekommen.
Vier weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es in den Berichten. Um die Schifffahrt in der Straße von Hormus soll es am Montag bei einem Treffen im Oman gehen: Teheran kündigte an, die Länder der Region über seine Pläne für eine Regelung des Schiffsverkehrs in der Meerenge zu informieren. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna zitierte den Gouverneur von Keschm, der einen "terroristischen Feind" für den Angriff verantwortlich machte. Vom US-Militär, das im Zuge der Blockade iranischer Häfen bereits Schiffe unter iranischer Flagge angegriffen hat, gab es zunächst keine Stellungnahme. Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine teilte mit, ein Schiff sei während der Durchfahrt durch die Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen worden. Weitere Einzelheiten nannte die Behörde nicht.
+++ Dunkler Rauch steigt auf von einer Raffinerie in der saudi-arabischen Hafenstadt Yanbu.
Mehrere Medien berichten übereinstimmend über einen möglichen weiteren Angriff der Huthi-Miliz. An der Raffinerie in der Hafenstadt befindet sich auch eine von den Ölkonzernen SaudiAramco und ExxonMobile betriebene Pumpstation an der Ost-West-Pipeline.
Vormarsch der Huthi, Pipeline beschossen: Saudi-Arabien und Ölmarkt unter Druck
+++ Der Irak hat seine Teilnahme an einem regionalen Treffen zur Lage in der Straße von Hormus am Montag im Oman bestätigt.
Wie die staatliche irakische Nachrichtenagentur berichtete, sagte Außenminister Hussein seinem iranischen Kollegen die Teilnahme des Iraks zu. Im Mittelpunkt der Gespräche soll die Regelung der Schifffahrt in der Wasserstraße stehen. Öffentlich haben sich nur wenige Länder der Region zu dem geplanten Treffen geäußert. Der Iran und der Oman, der auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge liegt, beraten bereits seit Wochen über die Steuerung des Schiffsverkehrs dort und mögliche Gebühren für die Durchfahrt. Der Iran erklärte, das Treffen solle dazu dienen, die Nachbarstaaten zu informieren. Das Außenministerium von Bahrain teilte mit, das Land werde nicht an dem Treffen teilnehmen. Zur Begründung verwies es auf fehlende diplomatische Beziehungen zum Iran.
+++ Einen Tag nach der Schließung von drei Übergängen an der Grenze zum Iran haben die irakischen Behörden eine schrittweise Wiederöffnung angekündigt.
Sie sollen bis Donnerstag nach und nach für Reisende und den Warenverkehr wieder geöffnet werden. Die Übergänge waren nach dem Drohnenangriff auf eine Ölpipeline in Saudi-Arabien geschlossen worden. Die irakische Armee hatte nach Angaben aus Sicherheitskreisen Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden.

+++ Durch die neu aufgeflammten Kämpfe im Jemen sind nach Angaben der UNO seit Anfang September mehr als 70.000 Menschen vertrieben worden.
Die Internationale Organisation für Migration geht nach eigener Aussage davon aus, dass die Zahl der Vertriebenen noch weiter steigen wird. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hatte in den vergangenen Tagen einen groß angelegten Vorstoß unternommen und bei Kämpfen gegen die Regierungstruppen die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab.

+++ Die US-Armee hat nach eigenen Angaben im Zuge ihrer Seeblockade iranischer Häfen in den vergangenen zwei Monaten rund 100 Handelsschiffe gestoppt.
Kein einziges Schiff habe die Blockade ohne die Genehmigung der US-Streitkräfte passiert, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X. Im Gegenzug für die iranische Blockade der Straße von Hormus hatten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen verhängt.
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