
Montag, 24. August
+++ Der Iran hat gelassen auf die jüngsten Sanktionsdrohungen aus Washington reagiert.
Man sei darauf vorbereitet gewesen und verfüge über einen Zweijahresplan, um dies zu bewältigen, erklärte Wirtschaftsminister Madanisadeh im Staatsfernsehen. Die USA hätten alles getan, um die Entschlossenheit des iranischen Volkes und der Verantwortlichen des Landes auf die Probe zu stellen und seien jedes Mal gescheitert.
+++ Die US-Regierung hat neue Sanktionen gegen den Iran bekanntgegeben.
Ziel sei es, den Iran von allen Einnahmequellen abzuschneiden, sagte Finanzminister Bessent in Washington. Er forderte, andere Staaten sollten ihre wirtschaftlichen Verbindungen zum Iran abbrechen - andernfalls müssten sie mit Vergeltungsmaßnahmen rechnen. "Jede Art von wirtschaftlichem Engagement mit diesem mörderischen Regime wird die Verantwortlichen der vollen Wucht der amerikanischen Macht aussetzen", so Bessent. Es sei nicht länger akzeptabel, dass sich Länder in den Grauzonen des Konflikts bewegten. Konkrete Länder nannte er nicht. Betroffen von den Sanktionen sind laut einer Mitteilung des Finanzministeriums fast 60 mit dem Iran verbundene Organisationen, Personen und Schiffe aus den Bereichen Nukleartechnik, Raketen, Cybertechnologie und Öl.
+++ Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen haben vor der saudischen Hafenstadt Yanbu im Roten Meer einen Öltanker angegriffen.
Das teilte der militärische Sprecher der Gruppe, Saree, im jemenitischen Fernsehen mit. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen. Die saudische staatliche Reederei Bahri bestätigte, dass eines ihrer Schiffe, die "Amzan", heute früh im Roten Meer angegriffen wurde. Alle Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit, hieß es.
+++ Die USA wollen ihre Sanktionen gegen den Iran deutlich ausweiten.
Das kündigte Finanzminister Bessent in Washington an. Heute würden die - Zitat - "härtesten Sanktionen der Geschichte" vorgestellt. Es beginne ein - Zitat - "wirtschaftlicher D-Day". Dabei handele es sich um die größte finanzielle Offensive, die jemals gegen einen Gegner mobilisiert worden sei, behauptete Bessent. Präsident Trump hatte sich in der vergangenen Woche bereits ähnlich geäußert. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran ist nach wie vor nicht beendet. Die Verhandlungen für ein Friedensabkommen waren zuletzt ins Stocken geraten; beide Seiten werfen sich gegenseitig mangelnde Kompromissbereitschaft vor.
+++ Der französische Ölkonzern TotalEnergies transportiert trotz des Krieges zwischen dem Iran und den USA profitabel Rohöl durch die Straße von Hormus.
Das sagte Konzernchef Pouyanne auf einer Energiekonferenz in Norwegen. "Wir sind heute wahrscheinlich der größte Händler von Öl aus dem Irak oder aus Katar. Und ich kann Ihnen sagen, dass sich Rohöl heute sehr leise und nicht öffentlich durch die Straße von Hormus bewegt", betonte Pouyanne. Hohe Preisnachlässe von Rohölproduzenten glichen die gestiegenen Transportkosten mehr als aus. Die Meerenge, über die früher ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen abgewickelt wurde, gilt wegen der Gefahr von Angriffen und Minen als weitgehend blockiert.
+++ Der Iran hat bekanntgegeben, dass er 45 Tanker auf eine schwarze Liste gesetzt habe, die gegen seine Vorschriften für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verstoßen hätten.
Man werde gegen alle Schiffe vorgehen, heißt es in einer Erklärung der Behörde für die Meerenge des Persischen Golfes, die von Teheran zur Verwaltung der Straße von Hormus neu gegründet wurde. Als Maßnahmen nannte sie die Verhängung von Geldstrafen und die Beschlagnahmung der Ladungen.

+++ Die iranische Währung ist auf ein Rekordtief gefallen.
Auf dem informellen Devisenmarkt kostete ein US-Dollar heute zu Handelsbeginn 2,02 Millionen Rial. Der Kursverfall kommt kurz vor der erwarteten Ankündigung weiterer US-Sanktionen, mit denen der Druck auf die belastete iranische Wirtschaft weiter erhöht werden soll. Der offizielle Kurs der iranischen Zentralbank lag bei rund 1,5 Millionen Rial je US-Dollar.
+++ Omans Außenminister Albusaidi soll morgen Teheran besuchen.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei, teilte mit, bei dem Besuch am Dienstag sollten Gespräche zwischen dem Iran und Oman über die Straße von Hormus fortgesetzt werden. Der Iran verhandelt mit dem Oman als zweitem Anrainerstaat darüber, wie die Passage durch die Meerenge künftig geregelt werden könnte. Der Oman ist keine Kriegspartei und hat wiederholt zwischen dem Iran und den USA vermittelt.
+++ Die Ölpreise sind vor der erwarteten Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen den Iran gefallen.
Der Preis für die Nordseesorte Brent sank um 1,29 Prozent auf 93,17 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI verbilligte sich um 1,38 Prozent auf 85,86 Dollar. US-Finanzminister Scott Bessent, der im Tagesverlauf eine Pressekonferenz abhalten will, hatte dem Iran zuvor mit den "härtesten Sanktionen der Geschichte" gedroht. Der iranische Präsident Masud Peseschkian verurteilte die Pläne, rief aber zugleich zu einer diplomatischen Lösung auf.
+++ Am Wochenende haben nur wenige Schiffe die Straße von Hormus durchquert.
Nach vorläufigen Angaben des Schifffahrtsanalysten Kpler passierten weniger als 20 Schiffe die Meerenge. Die Angaben könnten sich laut Kpler noch ändern, da einige Schiffe ihre Transponder während der Durchfahrt ausschalteten. Wegen der Blockaden durch den Iran und die USA passieren kaum noch Frachtschiffe die für den Energietransport wichtige Straße von Hormus.
+++ Syrien und Israel führen erstmals direkte Gespräche miteinander.
Die syrische Regierung hat erstmals direkte Gespräche mit hochrangigen Vertretern Israels geführt. Nach Angaben der Regierung in Damaskus hat sich unter anderem Außenminister al-Schaibani mit dem Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Gofman, getroffen. Die Gespräche fanden demzufolge in der in der jordanischen Hauptstadt Amman und unter Vermittlung der USA statt. Ein Sprecher der syrischen Regierung erklärte weiter, man wolle die Spannungen zwischen den beiden Ländern abbauen und für mehr Stabilität in der Region sorgen.Israel und Syrien befinden sich seit 1948 im Kriegszustand, es wurde nie ein Friedensvertrag geschlossen.
Sonntag, 23. August
+++ Der iranische Präsident Peseschkian hat wegen des Konflikts mit den USA vor einer Verschärfung der Wirtschaftskrise im Land gewarnt.
Im Staatsfernsehen sagte Peseschkian, das Land befinde sich in einem umfassenden Krieg auf wirtschaftlicher, militärischer und sicherheitspolitischer Ebene. Er bezog sich dabei auch auf die Drohung von US-Präsident Trump, einen Wirtschaftskrieg gegen den Iran zu führen, um so einen Machtwechsel in Teheran zu erzwingen. Peseschkian kündigte an, die Regierung wolle die Inflation, die hohen Lebenshaltungskosten und die Arbeitslosigkeit im Land bekämpfen.
+++ Teheran droht allen Ländern, die sich am Wirtschaftskrieg der USA gegen den Iran beteiligen, mit einer Einstufung als "Feinde".
Der Leiter des nationalen Sicherheitsrats des Iran, Mohsen Resai, warnte im Staatsfernsehen alle Länder in der Region "und auf der ganzen Welt" davor, sich den von den USA angekündigten Maßnahmen anzuschließen. Bislang habe sein Land "keinerlei wirtschaftlichen Interessen Amerikas angegriffen", sondern lediglich Militärstützpunkte. Wenn die USA aber weitere Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängten, werde sein Land etwa auch Erdöl- und andere Unternehmen angreifen, die die USA rund um den Iran besäßen. US-Präsident Trump hatte am Mittwoch angesichts der stockenden Verhandlungen mit Teheran einen "beispiellosen Wirtschaftskrieg" gegen den Iran angekündigt.
+++ Dem Iran nahestehende Hacker haben einem Medienbericht zufolge ein Kraftwerk in Großbritannien für mehrere Tage lahmgelegt.
Nach Informationen des "Telegraph" war die Stromversorgung des Landes durch den Cyberangriff nicht beeinträchtigt. Britische Behörden sollen sich aus Sicherheitsgründen geweigert haben, nähere Angaben zu machen. Dem Bericht zufolge könnte es sich um ein kleineres Kraftwerk gehandelt haben. Ein Regierungssprecher sagte dem "Telegraph", man arbeite eng mit der Energiebranche zusammen, um die Infrastruktur zu schützen und höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Laut dem "Telegraph" ereignete sich die Cyberattacke im vergangenen Monat gleichzeitig mit einer Reihe von Angriffen auf die Wasserversorgung in zwölf US-Bundesstaaten.
Samstag, 22. August
+++ Der Iran erlaubt mehreren irakischen Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus.
Die Führung in Teheran reagiere damit auf wiederholte Bitten aus dem Irak, die sie über verschiedene Kanäle erreicht hätten, heißt es in staatlichen Medien. Die Erteilung der Sondergenehmigung war eine der Hauptforderungen Bagdads während des jüngsten Besuchs des iranischen Parlamentspräsidenten Ghalibaf im Irak.
+++ Angesichts umstrittener Ankündigungen und Äußerungen der israelischen Regierung hat Bundesaußenminister Wadephul für entschiedene Maßnahmen plädiert.
Neue Sanktionen gegen Israel seien dabei kein Tabu, sagte der CDU-Politiker der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. "Die Europäische Union hat schon Sanktionen gegen israelische Siedlungsorganisationen erlassen. Die tragen wir mit", so Wadephul. Der israelische Minister für Nationale Sicherheit, Ben-Gvir, hatte zuletzt mit Äußerungen über gezielte Tötungen von Palästinensern international für Entsetzen gesorgt. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien riefen Israel auch zur Beendigung des Siedlungsprojekts "E1" im Westjordanland auf.
+++ Iran nennt Trumps "Wirtschaftskrieg" völkerrechtswidrig.
Teheran bezeichnet den von den USA angekündigten "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran als einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Der iranische Außenamtssprecher Baghai teilte mit, Banken, Unternehmen oder Flughäfen, die der ausschließlichen Gerichtsbarkeit eines Landes unterlägen, dürften nicht von anderen Staaten dazu gezwungen werden, "auf rechtmäßigen Handel mit einem Drittstaat zu verzichten". Solche "Sekundärsanktionen" verstießen gegen die Charta der Vereinten Nationen, so Baghai.
Um den wirtschaftlichen Druck auf den Iran weiter zu erhöhen, hatte US-Präsident Trump zuvor gedroht, Staaten zu bestrafen, die den Iran unterstützen.
Freitag, 21. August
+++ Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran sind nach Angaben des Pentagons 757 Angehörige der US-Streitkräfte verletzt worden.
Mehr als 580 von ihnen gehören zum Heer. Einzelheiten zu den Verletzungen wurden nicht veröffentlicht. Über Schäden an Militärstützpunkten gibt es ebenfalls kaum Auskünfte. Die Zahl der Todesopfer unter den Militärangehörigen wurde zuletzt mit 18 angegeben. Die US-Regierung hatte die offizielle Opferbilanz allerdings in den vergangenen Tagen etwas abgeändert - aus technischen Gründen, hieß es. Kritiker befürchten eine mögliche Verschleierung von Opfern. Der Iran-Krieg begann am 28. Februar mit großflächigen Raketenangriffen von Israel und den USA.
+++ Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf fordert angesichts drohender neuer US-Sanktionen engere wirtschaftliche Beziehungen zum Irak.
Beide Länder sollten im Handel ihre Landeswährungen nutzen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, erklärt Ghalibaf laut seinem Telegram-Kanal vor Wirtschaftsvertretern in Bagdad. Zudem müsse der Iran Pläne ausarbeiten, um die "ungerechten Sanktionen" zu überwinden.
+++ Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bleibt weiter stark eingeschränkt.
Gestern sind nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler sieben Frachter durch die Meerenge gefahren. Unter den Schiffen befanden sich demnach weder große Rohöl- noch Flüssiggastanker. Vor dem Krieg passierte fast ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte die Meerenge.
Donnerstag, 20. August
+++US-Finanzminister Bessent hat verbündeten Ländern gedroht, wenn sie die USA nicht unterstützen.
Bessent sagte dem Sender CNBC, jeder Staat müsse nun überlegen, ob er für oder gegen die USA sei. Die USA erhöhen den Druck auf verbündete Länder, ihre angekündigten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zu unterstützen.
+++ Mehrere europäische Länder verurteilen die Pläne Israels für den Siedlungsbau im Westjordanland.
Dazu zählen etwa Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Sie kritisieren die Ausschreibungen für das Wohnbauprojekt "E1" im besetzten Westjordanland. Die Entscheidung sei inakzeptabel, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Regierungschefs der vier Länder.
+++ Der Iran hat nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe einen Afghanen hingerichtet, der an regierungskritischen Demonstrationen beteiligt war.
Er soll wegen des Todes mehrerer Polizisten während der Proteste im Winter im Zentralgefängnis von Isfahan gehängt worden sein. Das teilte die Organisation Iran Human Rights mit. Demnach ist es die 30. Vollstreckung der Todesstrafe im Zusammenhang mit den Protesten seit Beginn des Iran-Kriegs.
+++ Die Drohung von US-Präsident Trump, den Iran mit einem umfassenden Wirtschaftskrieg zu konfrontieren, hat die Öl- und Gaspreise erneut steigen lassen.
Die Preise für ein Barrel stiegen am Nachmittag sowohl für amerikanische, als auch für europäische Produkte teils um mehr als drei Prozent an. US-Präsident Trump sprach außerdem eine Warnung an alle Staaten aus, die den Iran in irgendeiner Weise im Krieg unterstützen und drohte für den Fall mit Konsequenzen.
+++ Die USA ersetzen den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" im Nahen Osten mit der "USS George Washington".
Der neue Flugzeugträger sei für den Militäreinsatz im Einsatzgebiet eingetroffen, teilte das US-Zentralkommando Centcom mit. Zuvor hatte die Regierung Medienberichte über schlechte Zustände auf der "USS Abraham Lincoln" dementiert, die von mangelnden Hygienebedingungen und einer schlechten psychischen Verfassung der Besatzung gesprochen hatten.
+++ Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben zwei Ziele in Saudi-Arabien mit Drohnen angegriffen.
Das teilte ein Militärsprecher mit. Die Angriffe galten demnach dem Flughafen Nadschran sowie einer Anlage des saudiarabischen Ölkonzerns Aramco. Die iranischen Revolutionsgarden warnten Saudi-Arabien, das Königreich werde es nicht schaffen, die Huthis "in Schach zu halten".
+++ China hat die USA vor weiteren Sanktionen gewarnt.
Hintergrund ist die Drohung von Präsident Trump mit einen "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran. Das chinesische Außenministerium erklärte, Sanktionen und Druck trügen nicht zur Lösung des Problems bei. Alle Beteiligten sollten die Angelegenheit auf politischem und diplomatischem Wege lösen. Trump hatte auch Ländern gedroht, die den Iran wirtschaftlich unterstützen. Diese müssten mit "gewaltigen wirtschaftlichen Konsequenzen" rechnen. Besonders China könnte betroffen sein: Die Volksrepublik ist der größte Handelspartner des Irans und nimmt einen Großteil seiner Ölexporte ab.
+++ Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stark eingeschränkt.
Gestern fuhren nach Daten des Anbieters Kpler neun Rohstoff-Frachter durch die Meerenge und damit genauso viele wie am Vortag. Während US-Präsident Donald Trump erklärt, die Meerenge sei offen, bezeichnet der Iran sie als geschlossen und erhebt Anspruch auf die Kontrolle der Wasserstraße. Auch in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer verlangsamt sich der Verkehr. Dort wurden 27 Frachter gezählt nach 32 am Vortag.

+++ Der Iran hat gelassen auf Drohungen von US-Präsident Trump mit einem Wirtschaftskrieg ohne Beispiel reagiert.
In einer Erklärung der Führung in Teheran heißt es, dies sei keine neue Entwicklung, da die USA bereits seit Jahren versuchten, jegliche finanziellen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran zu unterbinden. Man habe jedoch gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen, und sei darin mittlerweile sehr versiert. Die Stellungnahme wurde über die iranische Nachrichtenagentur Tasnim auf der Online-Plattform Telegram verbreitet.
+++ US-Präsident Trump hat dem Iran mit einem "beispiellosen Wirtschaftskrieg" gedroht.
Dabei brauche es auch die Hilfe aller Verbündeten, um die von Teheran ausgehende Bedrohung zu stoppen, schrieb Trump auf seiner hauseigenen Online-Plattform. Gestoppt werden müssten unter anderem Ölschmuggel, Geldtransfers und Tarnfirmen. Details dazu, wie dies umgesetzt werden soll, nannte Trump nicht. Wörtlich verwendete er den Begriff "wirtschaftlicher D-Day". Zugleich drohte er allen Staaten und Unternehmen mit - Zitat - "gewaltigen" ökonomischen Konsequenzen, die weiter mit dem Iran zusammenarbeiten und das Regime in Teheran finanziell oder wirtschaftlich unterstützen. Dazu zählten etwa Länder, die iranisches Öl kaufen oder bei dessen Transport helfen, Finanzinstitute, die Geschäfte mit dem Iran abwickeln sowie Reedereien, die zur Umgehung der Sanktionen genutzt werden.
Mittwoch, 19. August
+++ Israels Militärchef Zamir hat vor Bedrohungen für sein Land an der syrischen Grenze gewarnt.
Bei einem Treffen mit israelischen Reservisten sagte Zamir, Israel befinde sich nach wie vor in einem Krieg an mehreren Fronten und bleibe wachsam. In dem Gebiet dürften sich keine terroristische oder militärische Bedrohungen entwickeln. Am Dienstag hatte Syrien der israelischen Armee vorgeworfen, einen Militärflughafen in der Provinz Idlib bombardiert zu haben, der seit mehreren Jahren offiziell stillgelegt ist. Laut Israels Ministerpräsident Netanjahu soll Syrien aber inzwischen türkischen Truppen eine Stationierung auf dem Militärflugplatz erlaubt haben. Ankara wies dies als unwahr zurück.
Dienstag, 18. August
+++ Der Iran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate erstmals seit Monaten zwei Raketen in Richtung deren Staatsgebiet abgefeuert.
Diese seien vor der Küste des Landes im Meer gelandet, teilte das Verteidigungsministerium der Emirate mit. Schäden oder Verletzte wurden nicht gemeldet. Zunächst war unklar, ob die Raketen von der Luftabwehr abgeschossen wurde oder von selbst ins Wasser stürzten. Teheran bestätigte den Angriff bislang nicht. Der Iran hatte die Vereinigten Arabischen Emirate zu Beginn des Kriegs mit den USA und Israel wiederholt angegriffen. Der Golfstaat ist mit den USA verbündet und hatte im Jahr 2020 im Rahmen des Abraham-Abkommens seine Beziehungen zu Israel normalisiert.
+++ Der türkische Präsident Erdogan hat US-Präsident Trump in einem Telefonat zu direkten Gesprächen mit dem Iran aufgefordert, um die Spannungen abzubauen.
Erdogan habe erklärt, es sei von großer Bedeutung, bei den Spannungen zwischen dem Iran und den USA die Diplomatie bestmöglich zu nutzen, teilte das türkische Präsidialamt mit. Die Türkei hoffe auf eine Fortsetzung der Gespräche und werde die Friedensbemühungen weiter unterstützen. Die Türkei, die über die zweitgrößte Armee der Nato verfügt und an den Iran grenzt, hat wiederholt ein Ende des Krieges gefordert.

+++ Die Gespräche des US-Sondergesandten Kushner zum Friedensplan für den Gazastreifen sind ohne Durchbruch zu Ende gegangen.
Kushner erklärte nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu in Jerusalem, es gebe noch keine Einigung. Die Gespräche seien aber positiv verlaufen. Am Tag zuvor war Kushner in Ägypten mit Vertretern der Terrororganisation Hamas zusammengekommen. Ein von der US-Regierung entworfener Plan sieht einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen sowie eine gleichzeitige Entwaffnung der Hamas vor. Netanjahu fordert, dass die Hamas zuerst vollständig entwaffnet wird, ehe das israelische Militär abzieht. Zwischen Israel und der Hamas gilt offiziell eine Waffenruhe, diese ist allerdings brüchig.
Montag, 17. August
+++ US-Präsident Trump hat dem Oman mit Angriffen gedroht, sollte das Land eine Freigabe der Straße von Hormus blockieren.
Trump sagte dem Sender "Fox News", wenn der Oman den Bemühungen der USA um eine Lösung für die Meerenge in die Quere komme, werde man das Land - Zitat - in Grund und Boden bombardieren. Hintergrund von Trumps Drohung sind die stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman über eine gemeinsame Regelung für die Schifffahrt. Die Gespräche waren im Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran vereinbart worden. Seit den US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar ist die Straße von Hormus weitgehend blockiert. Der Oman ist keine Kriegspartei und hat wiederholt zwischen den USA und dem Iran vermittelt.
+++ Der Ministerpräsident der autonomen Region Kurdistan im Irak, Barsani, ist nach eigenen Angaben in der Nacht zum Ziel eines iranischen Drohnenangriffs geworden.
Dabei seien sein Büro und das Haus des örtlichen Geheimdienstchefs in der Ortschaft Pirmam nahe Erbil ins Visier genommen worden, erklärte Barsani am Montag im Onlinedienst X. Opfer habe es nicht gegeben.
+++ Die Huthi im Jemen haben jemenitischen Armeekreisen zufolge erneut Ziele in der Nähe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab angegriffen.
Die mit dem Iran verbündete Miliz habe fünf ballistische Raketen auf Stellungen der international anerkannten jemenitischen Regierung gefeuert, hieß es weiter. Um welche Ziele es sich dabei genau handelte und ob es Schäden oder Opfer gab, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
+++ Der Handels-Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus geht nach Angriffen auf Tanker und ins Stocken geratenen Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran deutlich zurück.
Am Wochenende passierten laut den Daten des Analyseunternehmens Kpler nur fünf Frachtschiffe die Meerenge, wobei an einem Tag sogar kein einziges Schiff registriert wurde. Am vorangegangenen Wochenende waren es noch 31 Schiffe.
+++ Der israelische Sicherheitsminister, Ben-Gvir, hat gefordert, Dutzende Menschen im Gazastreifen zu töten.
Ben-Gvir sagte in einem Podcast: "Ich finde, es sollten in Gaza gezielte Tötungen ausgeführt werden, wobei jede Nacht 30 bis 40 ausgeschaltet werden." Dabei bezog er sich explizit nicht nur auf Menschen, die eine unmittelbare Gefahr bedeuteten, sondern er führte aus: "Es gibt dort Menschen, die es nicht verdient haben, zu leben. Sie sollten nicht am Leben sein. Sie sind nicht einmal Menschen." Ben-Gvir ist für extreme Forderungen bekannt. Im Mai hatte er mit einem Video für Empörung gesorgt, in dem er festgenommene Aktivisten der Gaza-Flotte demütigte.
+++ Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ist ausgelaufen.
Die Vereinbarung wurde Mitte Juni beschlossen und sah unter anderem eine Waffenruhe, eine Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr und Verhandlungen über eine langfristige Friedenslösung vor. Keines der Ziele wurde innerhalb der Frist von 60 Tagen umgesetzt. Nun endete das Rahmenabkommen - entweder am Wochenende oder am Montagmorgen. Die genaue Frist der Vereinbarung wurde nicht bekannt.
+++ Die Terrororganisation Hamas stellt Bedingungen für eine Umsetzung des Fahrplans für eine Waffenruhe im Gazastreifen.
Dazu gehörten ein Stopp israelischer Angriffe und ein Rückzug der israelischen Truppen bis zu einer festgelegten Linie, sagte ein Hamas-Vertreter. Israel lehnt das jedoch ab, solange die militanten Islamisten nicht vollständig entwaffnet sind. Das Weiße Haus äußerte sich nicht zu den Gesprächen. Zuvor hatte es ein gut zweistündiges Treffen von Hamas-Chef Chalil al-Haja mit dem US-Gesandten Jared Kushner in Ägypten gegeben.
Sonntag, 16. August
+++ Trumps Schwiegersohn Kushner hat den Hamas-Chef in Ägypten getroffen.
US-Unterhändler Kushner hält sich zu Gesprächen über die Zukunft des Gazastreifens in Ägypten auf. Er traf sich mit Präsident al-Sisi, Außenminister Abdel-Atti und Geheimdienstchef Raschad. Kushner sprach laut Informationen aus Regierungskreisen zudem mit dem Chef der Terrororganisation Hamas, al-Haja. An dem Treffen nahmen auch Vertreter der Vermittlerstaaten Ägypten, Katar und Türkei teil, wie es hieß. In Israel sind morgen Gespräche zwischen Ministerpräsident Netanjahu und US-Gesandten geplant. Hintergrund ist der Friedensplan von US-Präsident Trump für eine Nachkriegsordnung in Gaza. Israel lehnt diesen ab. Mehrere arabische und muslimische Staaten kritisierten die israelische Haltung und warnten vor Rückschritten bei den Friedensbemühungen.
+++ Regierungstruppen im Jemen melden 181 Angriffe auf Huthi-Miliz in 24 Stunden.
Soldaten der jemenitischen Regierung haben nach eigenen Angaben am Wochenende mehr als 180 Angriffe gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz durchgeführt – mit Artillerie, Raketenwerfern und Drohnen. Ziele waren Militärstützpunkte, Waffendepots und Fahrzeuge in verschiedenen Landesteilen, wie ein Armeesprecher sagte. Dutzende Kämpfer der Miliz seien getötet oder verletzt worden.
+++ Das iranische Parlament hat einen Gesetzentwurf gebilligt, der Interviews mit als feindlich eingestuften Medien verbietet.
Zu diesen Medien gehören etwa US-amerikanische oder israelische Zeitungen und Sender. Bei Verstößen drohen Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zwei Jahren, wie eine iranische Zeitung berichtet. Gespräche mit anderen ausländischen Medien sollen außerdem dem Geheimdienstministerium gemeldet werden. Der Iran hatte im vergangenen Jahr bereits die Strafen für eine Zusammenarbeit mit sogenannten feindlichen Staaten erhöht. Auf der Grundlage davon wurde in diesem Monat die Fotojournalistin Jalda Moajeri zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ihr war unter anderem vorgeworfen worden, feindlichen Medien Interviews gegeben zu haben.

+++ Iran setzt Kopfgeld auf US-Soldaten aus.
Die iranische Armee setzt nach einem Bericht des Nachrichtenportals Avash ein Kopfgeld von umgerechnet 25.000 Euro für jeden getöteten oder gefangen genommenen US-Soldaten aus. Demnach verdoppelt sich die Summe, wenn Frauen amerikanische Soldaten festnehmen oder töten. Das Kopfgeld sei vom Oberbefehlshaber der regulären iranischen Armee, Hatami, ausgelobt worden.
+++ Im Iran ist eine weitere Person wegen angeblicher Spionage für Israel und die USA hingerichtet worden.
Nach Angaben des Portals Misan der iranischen Justiz soll der Mann während der landesweiten Proteste im Dezember 2025 ein Fahrzeug in eine Gruppe von Polizisten gesteuert und sieben Beamte verletzt haben. Er habe die Tat später gestanden. Der Mann wurde zum Tode verurteilt, der Oberste Gerichtshof soll das Urteil bestätigt haben.
Die Großproteste im Dezember und Januar hatten sich anfangs gegen die schlechte wirtschaftliche Lage im Land gerichtet, später auch gegen die politische Führung im Iran. Sie wurden blutig niedergeschlagen. Nach Darstellung der iranischen Behörden wurden die Großproteste aus dem Ausland gesteuert. Die Justiz hat bereits in den vergangenen Monaten Männer im Kontext der Proteste hinrichten lassen. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran. Sie werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen.
+++ Der Iran kämpft nach eigenen Angaben gegen eine Ölverschmutzung im Meer nahe der Insel Keschm.
Erste Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Ölteppichs seien eingeleitet, berichtete die iranische Zeitung "Etemad". Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna sind mehr als 12 Hektar Küstengebiet und Gewässer betroffen. Greenpeace bestätigte die Verschmutzung in der Meeresenge nach der Auswertung aktueller Satellitenbilder. Die Umweltschutzorganisation warnte, die betroffene Insel Keschm sei ein wichtiges Biotop und Teil des sogenannten UNESCO-Geoparks.
Auch an der Küste Omans breitet sich ein Ölteppich aus. Mittlerweile sind nach staatlichen Angaben zwölf Kilometer Küste von der Ölpest betroffen. Zuvor war ein Tanker auf Grund gelaufen, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird. Er soll ursprünglich rund 130.000 Tonnen Öl geladen haben und drohen, auseinanderzubrechen. Über die Umstände der Havarie herrscht Unklarheit.
Samstag, 15. August
+++ Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Behördenangaben mindestens elf Menschen getötet worden.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden in der Ortschaft Ansar sieben Menschen getötet. In Deir al-Sahrani habe es vier Tote und 17 Verletzte gegeben. Die israelische Armee erklärte, sie habe "Terror-Infrastruktur" der Hisbollah-Miliz angegriffen. Sie warf der pro-iranischen Miliz unter anderem vor, israelische Soldaten zuvor angegriffen zu haben.
Später erklärt die israelische Armee, der Luftangriff in Ansar habe dem Kommandeur einer Eliteeinheit der Hisbollah gegolten. Dessen Familie, die zum Zeitpunkt des Angriffes bei ihm gewesen sei, sei nicht Ziel des Angriffs gewesen. Die libanesische Regierung verurteilte die israelischen Angriffe. Ministerpräsident Salam sagte, die bei dem Angriff in Ansar getöteten Kinder und Frauen seien keine militärischen Ziele. Israel müsse die "gefährliche Eskalation" beenden.
+++ Der Iran hat die durch US-Präsident Trump angemeldeten Ansprüche der Vereinigten Staaten auf die Straße von Hormus zurückgewiesen.
Die Straße von Hormus lasse sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger noch durch einen Befehl oder eine Wahlkampfrede einnehmen, erklärte Vizeaußenminister Gharibabadi. Trump hatte bei einem Auftritt im Bundesstaat New York gesagt, er wolle die Meerenge nach dem Ende des Iran-Krieges zu US-Territorium erklären. Nähere Angaben dazu machte er zunächst nicht. Die Straße von Hormus ist durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran faktisch blockiert. Sie ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl, Flüssiggas und Dünger.
+++ Ungeachtet des offiziellen Auslaufens der 60-tägigen Waffenruhe an diesem Samstag hat der Iran eigenen Angaben zufolge noch nicht entschieden, ob neue Verhandlungen mit Washington aufgenommen werden sollen.
Der iranische Außenminister Araghtschi sagte der regierungsnahen Nachrichtenagentur Isna zufolge, die USA hätten die vor rund zwei Monaten getroffene Absichtserklärung verletzt, die Kämpfe seien wieder aufgenommen worden. Damit habe es anders als abgesprochen keine Waffenruhe gegeben, die verlängert werden müsse. Araghtschi erklärte weiter, die Vermittler Pakistan und Katar stünden weiter mit dem Iran in Kontakt.
+++ Im Jemen sind bei weiteren schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und der aufständischen Huthi-Miliz mindestens vier Menschen getötet worden.
Die Regierung erklärte weiter, die Huthi hätten erneut die Hafenstadt Mokka mit Raketen attackiert. Die Rebellen bestätigten den Angriff. Die Armee begann ihrerseits nach Angaben eines jemenitischen Regierungsvertreters eine größere Offensive gegen die Rebellen an der Westküste des Landes. Dabei seien mehrere Kämpfer der Miliz getötet worden, hieß es. Der Konflikt zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung und den proiranischen Huthi hatte sich zuletzt erneut verschärft.
Freitag, 14. August
+++ Die USA drängen den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu zu einer öffentlichen Verurteilung militanter Siedler.
Das verlautete aus amerikanischen und auch israelischen Regierungskreisen. Hintergrund ist die seit fast einer Woche andauernde Belagerung palästinensischer Häuser im Dorf Kusra im Westjordanland, wo Siedler zuletzt Wasser und Strom abgestellt haben. Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben ein von den Siedlern neu errichtetes Zelt wieder entfernt. Netanjahu äußert sich bislang nicht zu den Vorfällen. Eine Verurteilung gilt als politisch heikel für ihn, da seine rechtsgerichtete Koalition auf die Stimmen von Siedlern angewiesen ist.
+++ Im Jemen haben Regierungstruppen die militant-islamistische Huthi-Miliz angegriffen.
An der Westküste des Landes auf der arabischen Halbinsel begann die Armee nach offiziellen Angaben mit einer größeren Offensive gegen die Aufständischen. Demnach wurden mehrere Kämpfer der Miliz getötet oder verletzt. Von den Huthis selbst gab es zunächst keine Angaben. Vorausgegangen war ein erneuter Angriff der vom Iran unterstützten Miliz mit Drohnen und ballistischen Raketen auf Gebiete in der Provinz Al-Hudaida und der weiter südlich gelegenen Hafenstadt Mokka.
Der Konflikt zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung und den Huthis hatte sich zuletzt erneut verschärft. Es ist die schwerste Eskalation seit Inkrafttreten einer inoffiziellen Waffenruhe im Jahr 2022.
+++ Im Westjordanland haben israelische und internationale Aktivisten palästinensischen Familien Lebensmittel gebracht, die seit Tagen von israelischen Siedlern belagert werden.
Soldaten der Armee stoppten die Helfer zunächst, ließen dann aber doch einige von ihnen zu dem Dorf Kusra durch. Dieses ist seit Sonntag von extremistischen Siedlern umstellt. Die Bewohner können deshalb ihre Häuser nicht verlassen und sind von der Versorgung abgeschnitten. Die Belagerung stößt auch im Ausland auf Kritik. Die französische Regierung forderte die israelischen Behörden auf, die Täter festzunehmen und vor Gericht zu stellen.
+++ Die USA haben dem Iran mit einer umfassenden wirtschaftlichen Isolation gedroht.
Es werde sich um Maßnahmen handeln, "wie sie die Welt noch nicht gesehen hat", sagte US-Finanzminister Bessent dem Fernsehsender Newsmax. Dabei würden die USA "verhindern, dass irgendetwas in die iranischen Häfen hinein- oder aus ihnen herausgelangt". Zudem solle der finanzielle Druck auf Teheran erhöht werden. Laut Bessent wollen die USA ihren genauen Plan in der kommenden Woche präsentieren.

+++ Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werfen dem Iran einen Angriff auf zwei Schiffe der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) in der Straße von Hormus vor.
Bei dem Zwischenfall gab es nach Angaben des Unternehmens keine Verletzten. Zuvor hatten sowohl die USA als auch der Iran die Kontrolle über die wichtige Wasserstraße für sich beansprucht. Wegen der Spannungen liegt der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus Daten des Analysedienstes Kpler zufolge unter dem monatlichen Durchschnitt.
+++ Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump und Unterhändler der US-Regierung, Kushner, will in den nächsten Tagen in den Nahen Osten reisen.
Er soll Gespräche über ein Ende des Konflikts im Gazastreifen voranbringen. Ein kürzlich von der Trump-Regierung verkündeter Plan war auf Widerstand aus Israel gestoßen. Kushner werde am Sonntag gemeinsam mit einem ranghohen Vertreter des Friedensrats, Mladenow, und dem Vorstandsmitglied und früheren britischen Premierminister Blair in Israel eintreffen, sagte ein Vertreter des Gremiums. Anschließend werde die Gruppe nach Kairo reisen. Trump hatte den umstrittenen Friedensrat zur Überwachung der fragilen Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der Hamas eingerichtet.
+++ Das US-Militär hat Berichte über Missstände auf dem im Nahen Osten eingesetzten Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" zurückgewiesen.
Die Matrosen und Marines blieben widerstandsfähig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hatten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit. Verteidigungsminister Hegseth sagte bei einem Besuch in Panama, Berichte über Probleme auf dem Flugzeugträger seien "völlig falsch dargestellt". Das US-Militär könne die Blockade iranischer Häfen auf unbegrenzte Zeit aufrechterhalten, so Hegseth weiter.
Zuvor waren Berichte über psychische Belastungen und Versorgungsprobleme an Bord der "USS Abraham Lincoln" bekannt geworden. Iranische Medien hatten behauptet, bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an Bord seien sieben Menschen ums Leben gekommen. Laut den US-Sendern CNN und NBC News soll der Flugzeugträger aus dem Nahen Osten abgezogen und durch die "USS George Washington“ ersetzt werden.

Donnerstag, 13. August
+++ Die israelische Armee hat erneut Hamas-Mitglieder im Gazastreifen gezielt getötet.
Es habe sich dabei um einen Kompaniekommandeur des militärischen Flügels der Terrororganisation gehandelt sowie um einen weiteren Kommandeur, der am Hamas-Massaker am 7. Oktober in Israel beteiligt gewesen sei, teilte Israels Militär mit. Sie seien in der Stadt Chan Junis im Süden sowie in der Stadt Gaza im Norden des Küstengebiets getroffen worden. Beide hätten Angriffe auf israelische Soldaten vorbereitet, einer demnach auch auf israelische Zivilisten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
+++ Der Iran hat angesichts der Ölverschmutzung in der Straße von Hormus eine Entschädigung gefordert.
Das Außenministerium erklärte, der Ölteppich habe die in der Meerenge gelegene iranische Insel Keschm erreicht. Erste Hinweise deuteten auf einen ausländischen Schüttgutfrachter als Ursache hin. Die auf Schiffsbewegung spezialisierte Plattform TankerTrackers geht davon aus, dass ein iranischer Angriff auf einen Frachter vergangene Woche für den Ölaustritt verantwortlich ist.
+++ Die jemenitische Huthi-Miliz hat eine Raffinerie in Saudi-Arabien mit Drohnen angegriffen.
Wie die Nachrichtenagentur Saba meldete, wurde eine Anlage des Ölkonzerns Aramco im Südwesten des Landes getroffen. Demnach verstehen die Huthis den Angriff als Reaktion auf saudi-arabische Verletzungen des jemenitischen Luftraums. Man werde auf jede Verletzung der jemenitischen Souveränität entschlossen reagieren, hieß es.

+++ Das aus einem auf Grund gelaufenen Tanker ausgetretene Öl hat die Küste des Oman erreicht.
Der Umweltbehörde des Landes zufolge sind Strände in der Region Ras Madrakah betroffen. Der havarierte Tanker wird der russischen Schattenflotte zugerechnet. Durch Explosionen sollen Lecks in dem Schiff entstanden sein. Wer dafür verantwortlich ist, ist unklar. Auch vor der iranischen Insel Keschm in der Straße von Hormus hat sich ein Ölteppich ausgebreitet. Das Außenministerium in Teheran erklärte, alle, die vom Schiffsverkehr durch die Meerenge profitierten, seien verpflichtet, zur Beseitigung der Umweltschäden beizutragen. Das Unternehmen TankerTrackers.com veröffentlichte Satellitenbilder und erklärte, Ursache für die Ölpest sei offenbar ein iranischer Angriff auf ein Frachtschiff vor der Küste des Oman gewesen. Das Öl sei anschließend durch die Meerenge in Richtung Iran getrieben worden.
+++ Der Iran verweist bei seinem Vorhaben, für die Durchfahrt der Straße von Hormus künftig eine Gebühr zu kassieren, auf die von passierenden Schiffen verursachten Umweltschäden.
Die massive und über Jahrzehnte entstandene Verschmutzung des Persischen Golfs und des Golfs von Oman hätten im Iran Schäden in Höhe von Billionen Dollar verursacht, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghai, auf der Plattform X. Baghai wies als Beispiel auf eine jüngste Ölverschmutzung entlang der Küste der in der Meerenge liegenden iranischen Insel Qeschm hin.

+++ Der Iran hat Äußerungen von Präsident Trump widersprochen, wonach die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus hätten.
Die wiederholten Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern zur Aufhebung der Blockade änderten nichts an der Realität, erklärte Teheran auf der Plattform X. Die Straße von Hormus bleibe blockiert und werde erst wieder geöffnet, wenn die Bedingungen des Irans akzeptiert würden. Trump hatte zuletzt wiederholt erklärt, die USA hätten die volle Kontrolle über die Meerenge. Er fügte drohend hinzu, irgendwann würden die Iraner "vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt."
+++ Die USA wollen ihren Truppenabzug aus dem Irak bis Ende September abschließen.
Damit würde die seit dem Einmarsch zum Sturz des damaligen Machthabers Saddam Hussein im Jahr 2003 bestehende Militärpräsenz in dem Land enden, hieß es in einer Mitteilung. Washington und Bagdad hatten sich 2024 darauf verständigt, die deutlich kleineren, US-geführten Einsätze gegen die Terrormiliz IS schrittweise zu beenden. Im vergangenen Jahr zogen amerikanische Truppen bereits aus Stützpunkten in den meisten Teilen des Irak ab. Dennoch blieb eine Präsenz in der autonomen Kurdenregion im Norden des Landes bestehen. Die dortigen US-Stützpunkte wurden seit Beginn des Kriegs gegen den Iran am 28. Februar wiederholt von Teheran-treuen Milizen angegriffen.
+++ Die USA haben Israels Pläne für einen fortwährenden Einsatz von Soldaten im Südlibanon kritisiert.
Das US-Außenministerium erklärte, die Äußerungen von Verteidigungsminister Katz, wonach Israel sich aus bestimmten Gebieten nicht zurückziehen werde, stünden im Widerspruch zu einem Rahmenabkommen mit dem Libanon. Ein Sprecher bekräftigte, die USA erwarteten von allen Parteien, dass sie im Einklang mit dem vereinbarten Rahmenabkommen handelten. Dieses sehe keine langfristige oder dauerhafte israelische Präsenz im Süden vor. Katz hatte zuvor erklärt, Israel werde sich aus einigen seiner derzeitigen Stellungen "unter keinen Umständen" zurückziehen.
Mittwoch, 12. August
+++ Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus und erneute Zweifel an einem US-Iran-Abkommen haben die Ölpreise weiter ansteigen lassen.
Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl verteuerten sich in der Spitze um jeweils rund 1,5 Prozent auf 90,07 und 84,35 Dollar je Barrel. Seit Mittwoch vergangener Woche haben die Preise um jeweils mehr als zehn Prozent zugelegt.
+++ Bei einem Angriff der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen auf ein pakistanisches Schiff im Roten Meer sind nach Angaben der pakistanischen Regierung drei Menschen getötet worden.
Eine weitere Person sei verletzt worden, teilte der pakistanische Außenminister Dar im Onlinedienst X mit. Gestern hatte die Küstenwache des Jemen mitgeteilt, dass bei Huthi-Angriffen auf einen Frachter nahe der Meerenge Bab al-Mandab mindestens sechs Menschen getötet worden seien.
+++ Das US-Militär hat nach eigenen Angaben im Golf von Oman ein Schiff attackiert, das versucht haben soll, die amerikanische Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen.
Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando teilte mit, die unter der Flagge Panamas fahrende "Vela Nova" habe Aufforderungen ignoriert, anzuhalten. Daraufhin habe ein Kampfhubschrauber Raketen auf den Maschinenraum abgefeuert und das Schiff manövrierunfähig gemacht. Unklar blieb, ob es an Bord Opfer gab. Die Blockade soll eine Gegenmaßnahme zur iranischen Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus sein.
Dienstag, 11. August
+++ Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus im Persischen Golf ist weiter zurückgegangen.
Nach Angaben des Analysedienstes Kpler passierten gestern lediglich sechs Schiffe die vor allem für Öl- und Gastransporte wichtige Meerenge. Im Zehn-Tages-Schnitt waren es noch rund elf Schiffe, in Vorkriegszeiten waren es täglich bis zu 140 Schiffe. Grund für den Rückgang ist, dass es bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Kriegs kaum Fortschritte zu geben scheint.
+++ Der Iran baut seine Förderkapazität von Erdgas weiter aus.
Bis Ende September werde man 95 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag wieder in den Produktionszyklus einbinden, erklärte Ölminister Paknejad laut staatlichen Medien. Der Wiederaufbau von vier beschädigten Gasaufbereitungsanlagen schreite zügig voran, so Paknejad. Seit Kriegsbeginn Ende Februar war die Fördermenge deutlich zurückgegangen. Teheran arbeitet daran, Schäden an der Energieinfrastruktur zu beseitigen.
+++ Knapp drei Wochen nach einer tödlichen Konfrontation im Westjordanland hat die israelische Armee das Haus eines daran beteiligten Palästinensers zerstört.
Videoaufnahmen zeigten, wie das dreistöckige Gebäude in dem Dorf Tell in der Nähe von Nablus durch Sprengung zum Einsturz gebracht wurde. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht. Der Besitzer des Hauses war im vergangenen Monat bei Konfrontationen mit israelischen Siedlern und Soldaten getötet worden. Nach Darstellung der israelischen Armee hatte er die Waffe einer Sicherheitskraft entwendet und das Feuer auf Israelis eröffnet.
+++ Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise in die Höhe getrieben.
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent auf 88,00 Dollar. Das US-Öl WTI stieg auf 82,45 Dollar. Beide Sorten erreichten damit den höchsten Stand seit dem 31. Juli. US-Präsident Trump hatte als neue Bedingung für ein Friedensabkommen Reparationszahlungen des Irans gefordert. Dies erschwert die Bemühungen um eine Wiedereröffnung der für den Öltransport wichtigen Schifffahrtsstraße von Hormus.
+++ US-Präsident Trump hat Medienberichten zufolge nach dem NATO-Gipfel in der Türkei heimlich das Flugzeug gewechselt.
Grund dafür sei eine Morddrohung aus dem Iran gewesen, meldet die "Washington Post". Demnach bestieg Trump zunächst vor laufenden Kameras die Air Force One. Wenige Minuten später wurde er jedoch über einen Catering-Wagen des Flughafens unbemerkt in eine kleinere Maschine gebracht. Damit flog Trump zum britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall. Auch die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten über das Täuschungsmanöver nach dem NATO-Gipfel im Juli.
Montag, 10. August
+++ Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei hat laut einer offiziell verbreiteten Mitteilung sechs Spitzenposten bei den Revolutionsgarden und den Streitkräften neu besetzt.
Wie aus einer schriftlichen Botschaft auf seinen Social-Media-Kanälen hervorgeht, wird unter anderem Generalmajor Ali Abdollahi neuer Generalstabschef der Streitkräfte. Zum Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden ernannte Chamenei Brigadegeneral Ahmad Wahidi. Seit seiner Ernennung zum neuen obersten Führer vor rund fünf Monaten ist Modschtaba Chamenei nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Seither wird über seinen Verbleib und auch seinen Gesundheitszustand spekuliert. Irans Staatsfernsehen bezeichnete ihn bereits vor Monaten als "Kriegsversehrten", nannte jedoch keine Einzelheiten. Regelmäßig werden lediglich schriftliche Mitteilungen über Internetauftritte von Chamenei veröffentlicht. Videoaufnahmen oder Audiobotschaften gibt es jedoch weiterhin nicht.
+++ Der Ölteppich eines vor der Küste Omans havarierten Tankers bedeckt nach Angaben der omanischen Umweltbehörde inzwischen eine Fläche von fast 400 Quadratkilometern.
Die "Caroline Bezengi" sei in der Nähe eines Naturschutzgebietes bei den Hallanijat-Inseln auf Grund gelaufen. Das Schiff ist mit knapp einer Million Barrel russischem Öl für den asiatischen Markt beladen. Es war Anfang Juni nach einer mutmaßlichen Explosion an Bord vor der Küste des Jemen in Seenot geraten. Der Tanker gehört zur sogenannten Schattenflotte, mit der Russland westliche Sanktionen umgeht, und ist selbst mit Strafmaßnahmen der EU und weiterer Staaten belegt.

+++ Iran sieht saudi-arabischen Sicherheitspakt nicht als Bedrohung.
Der Iran hat keinen Grund zur Sorge, dass ein neuer Sicherheitspakt zwischen Pakistan, der Türkei und Saudi-Arabien sich gegen Teheran richtet, wie der Sprecher des Außenministeriums, Baghaei, erklärte. Das Abkommen zeige vielmehr eine Veränderung in der Sicherheitspolitik der Länder der Region. Diese Länder setzten nun stärker auf ihre eigenen Fähigkeiten, hieß es weiter.
+++ Aus dem Jemen wird ein weiterer Angriff der Huthi-Rebellen gemeldet.
Das Ziel war erneut der Hafen der Stadt Mokka nahe der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, außerdem wurde ein Wohngebiet getroffen. Dies gab die jemenitische Armee gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bekannt. Demnach wurden bei dem Angriff sieben Menschen getötet und 30 verletzt. Nach Angaben des den Huthi nahestehenden Fernsehsenders Al-Masirah richtete sich die Attacke mit Raketen und Drohnen gegen Einheiten und Waffenlager der Streitkräfte Saudi-Arabiens in dem Hafen. Er war bereits gestern von den Huthi aus der Luft angegriffen worden; dabei hatte es ebenfalls sieben Tote gegeben.

Sonntag, 9. August
+++ Der ehemalige Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Resai, ist neuer Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates.
Er löst damit den bisherigen Vorsitzenden Solghadr ab, wie der oberste Führer Modschtaba Chamenei auf der Plattform X mitteilte. Resai gilt als einer der dienstältesten Generäle des iranischen Machtapparats. Bereits zu Zeiten des Schahs gehörte er einer Organisation an, die teils gewaltsam den Boden für die islamische Revolution 1979 bereitete. Der Nationale Sicherheitsrat gilt als ein zentrales Kontrollgremium innerhalb der Islamischen Republik.
Neben dem Präsidenten als Vorsitzenden gehören ihm rund ein Dutzend Mitglieder an, darunter mehrere Minister und Generäle. Der Rat steht bei Entscheidungen über dem Parlament.
+++ Das US-Verteidigungsministerium hat Vertreter der Rüstungsindustrie offenbar dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen zu steigern.
Die Zeitung "Washington Post" und der Sender CNN berichten, der stellvertretende Verteidigungsminister Feinberg habe Vertretern der Rüstungsindustrie eine Frist von maximal drei Wochen übermittelt. Bis dahin sollen demnach Pläne vorliegen, wie schnellere Liefertermine und eine gesteigerte Produktion für Waffen aussehen könnten. Jahrelange Entwicklungszyklen seien inakzeptabel. Die Produktionskapazitäten müssten jetzt ausgebaut werden, hieß es. Zuletzt hatten mehrere Experten und US-Medien von schwindenden Waffenreserven im US-Militär berichtet, als Folge des Iran-Kriegs. US-Präsident Trump hatte zur Neige gehende Waffenreserven bestritten.
+++ Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben nach eigenen Angaben eine staatliche Öl-Raffinerie in Saudi-Arabien attackiert.
Ein Militärsprecher der Huthi begründete den Drohnenangriff mit einer angeblichen Verletzung des Luftraums im Jemen durch saudische Drohnen. Das saudische Energieministerium bestätigte, dass an der Anlage ein Feuer ausgebrochen ist. Die Huthi griffen außerdem im Jemen einen Hafen nahe der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab an. Nach Angaben aus jemenitischen Regierungskreisen sind dabei mindestens sieben Menschen getötet worden, unter ihnen drei Zivilisten. Seit dem Iran-Krieg spitzt sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz erneut zu.
Mit Luftangriffen auf die von der Miliz kontrollierte jemenitische Hauptstadt Sanaa war er vor einigen Wochen aufs Neue eskaliert. Jüngst griffen die Huthi auch saudi-arabische Schiffe an oder zwangen sie zu Kurswechseln.
+++ Israels Ministerpräsident Netanjahu hat dem 15-Punkte-Plan von US-Präsident Trump für den Gazastreifen eine Absage erteilt.
Israel lehne das Dokument ab, betonte Netanjahu während einer Kabinettssitzung in Jerusalem. Zugleich machte er einen Rückzug aus dem Gazastreifen erneut von der vollständigen Entwaffnung der radikal-islamischen Hamas abhängig. Solange er Ministerpräsident sei, werde es zudem keinen Palästinenserstaat im Gazastreifen oder im Westjordanland geben, sagte Netanjahu. Einige Ideen aus dem Plan der US-Regierung seien annehmbar, andere nicht.
US-Präsident Trump hatte im vergangenen Monat einen Durchbruch bei seinem Plan zur Beendigung des Krieges verkündet. Die Grundlage dafür war ein Waffenstillstand, auf den sich Israel und die Hamas bereits im vergangenen Jahr verständigt hatten. Israel hat jedoch seit der Vereinbarung des Waffenstillstands im Oktober weiterhin Angriffe im Gazastreifen geflogen. Trump hatte erklärt, die Hamas habe einer Entwaffnung zugestimmt.

+++ Der Iran führt nach den Worten von Außenminister Araktschi keine direkten Gespräche mit den USA.
Man werde keine Verhandlungen aufnehmen, solange Washington gegen ein im Juni unterzeichnetes Übergangsabkommen verstoße, sagte Araktschi laut der Nachrichtenagentur Mehr. Die Gespräche zwischen beiden Seiten liefen jedoch über Vermittler weiter.
+++ Die vom Iran unterstützten Huthis im Jemen haben nach eigenen Angaben erneut eine saudiarabische Ölanlage am Roten Meer angegriffen.
Die Miliz habe "erfolgreich die Aramco-Ölraffinerie im Dschisan mit einer Drohne" attackiert, erklärte ein Huthi-Sprecher. Den Angriff bezeichnete er als "präzise" und als Reaktion auf Vorstöße Saudi-Arabiens im Nordwesten des Jemen. Das Energieministerium in Riad hatte zuvor mitgeteilt, dass Einsatzkräfte einen Brand in der Raffinerie von Dschisan unter Kontrolle gebracht hätten. Angaben zur Brandursache wurden dabei nicht gemacht. Die Anlage war bereits im Juli Ziel von Huthi-Angriffen gewesen.
+++ Der Iran hat neue Forderungen für eine Öffnung der Straße von Hormus aufgestellt.
Mehrere Medien zitieren aus einer Stellungnahme des Nationalen Sicherheitsrats. Demnach werde die Meerenge erst wieder geöffnet, wenn die Vereinigten Staaten ihr Verhalten korrigierten. Unter anderem dürften die USA Teheran nie wieder bedrohen und müssten den Krieg gegen den Iran und dessen Verbündete in der Region endgültig beenden. Außerdem müssten die USA ihre Seeblockade aufheben, die Streitkräfte aus der Region abziehen, den Iran für Kriegsschäden vollständig entschädigen, Sanktionen aufheben und eingefrorene Vermögenswerte freigeben.
Die Deutsche Presse-Agentur schreibt, die Bedingungen dürften für Washington inakzeptabel sein. Vonseiten der US-Regierung gab es zunächst keine Reaktion. Vizepräsident Vance hatte zuvor erklärt, man wolle bei der Straße von Hormus das Vorkriegsniveau herstellen. Damals wurde rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels durch die Meerenge transportiert, die auch für Flüssigerdgas und Dünger wichtig ist.
+++ Die Preise für Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs sind im Iran seit Beginn des Konflikts im Februar stark gestiegen.
Dies sagt der iranische Präsident Peseschkian auf einer Pressekonferenz. Er machte die USA für Schwierigkeiten beim Import von Grundgütern verantwortlich. Ausnahmen von der US-Blockade für humanitäre Hilfe erwähnte er nicht. Das US-Zentralkommando hatte kurz zuvor mitgeteilt, seit Beginn der aktuellen Blockade hätten die US-Streitkräfte mehr als 30 Schiffe mit Hilfsgütern für den Iran passieren lassen. 53 Schiffe seien abgewiesen, zwei außer Gefecht gesetzt und zwei weitere geentert worden.
+++ Der Oman hat die Gespräche mit dem Iran über die Schifffahrt in der Straße von Hormus als "positiv und konstruktiv" bezeichnet, zugleich aber vor weiteren Angriffen auf Schiffe gewarnt.
Das Außenministerium in Maskat verurteilte die "wiederholten Angriffe" auf Schiffe in der Meerenge, ohne den Iran ausdrücklich zu nennen. Die Warnung erfolgte vor dem Hintergrund einer Serie von Angriffen, für die unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate den Iran verantwortlich machen.
Samstag, 8. August
+++ Der Iran und der Oman stehen nach den Worten des iranischen Außenministers Araghdschi vor einer Einigung über eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus.
Derzeit werde über eine alternative Route verhandelt, sagte Araghdschi. Einer Einigung sei man "sehr nahe". Technische und rechtliche Fragen müssten noch für eine dauerhafte Lösung geklärt werden. Als Bedingung nannte der Minister eine Entschädigung für die aus Sicht Teherans erfolgten US-Verstöße gegen die Absichtserklärung von Islamabad, mit der der Nahost-Konflikt entschärft werden sollte.
+++ In der Straße von Hormus ist ein Schiff der staatlichen Ölgesellschaft von Abu Dhabi mit einer Rakete angegriffen worden.
Verletzt wurde dabei niemand, wie das Unternehmen über die staatliche Nachrichtenagentur WAM mitteilte. Zu dem angegriffenen Schiff, seiner Ladung, dem Ausmaß des Schadens oder zur Verantwortung für den Angriff wurden keine Angaben gemacht. Die Lage sei unter Kontrolle, hieß es.
+++ Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Raketenangriffe der vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien und auf Handelsschiffe aus dem Königreich verurteilt.
Die Attacken bedrohten die Sicherheit in der Region und die Freiheit des Schiffsverkehrs, hieß es in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme der Mitgliedsländer des mächtigsten UNO-Gremiums. Die Huthi-Miliz wurde darin aufgefordert, von einer Eskalation abzusehen. Stattdessen sollten bestehende Dialogkanäle genutzt werden.
+++ Der iranische Präsident Peseschkian verteidigt trotz des Widerstands von Hardlinern Verhandlungen mit den USA.
"Wenn wir unsere Rechte im Dialog durchsetzen können, warum sollten wir das dann nicht tun?", sagt er in einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Die meisten ranghohen Kommandeure befürworteten Gespräche über ein Abkommen, das die Kämpfe beenden solle, sagt Peseschkian weiter. Dabei verweist er auf das Verhältnis zwischen Washington und Peking: "Der größte Feind Amerikas ist China. Warum bekämpfen die beiden einander nicht?" China gehe seinen eigenen Weg und werde immer stärker.
+++ Die USA stellen eine Aufhebung der Blockade iranischer Häfen in Aussicht.
Voraussetzung sei eine Einigung zwischen dem Iran und Oman über die Straße von Hormus, sagt ein Vertreter der US-Regierung der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe Fortschritte bei den Gesprächen, eine Einigung werde bald erwartet. Sobald ein Abkommen den ungehinderten Handelsverkehr wiederherstelle, würden die USA ihre Blockade aufheben. Das Vorgehen der USA hänge jedoch von der Erfüllung der Verpflichtungen durch den Iran ab, heißt es weiter. Eine Stellungnahme aus dem Iran oder dem Oman liegt nicht vor.
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