Festnahmen
Europäische Union äußert Besorgnis nach Razzien gegen LGBTQ-Vereine in der Türkei

Die Europäische Union hat angesichts landesweiter Razzien gegen LGBTQ-Vereine in der Türkei Besorgnis geäußert.

    Während einer Demonstration zur Unterstützung von Transgender-Personen und deren Rechten im Rahmen der LGBTQ-Pride-Woche in Istanbul am 21. Juni 2026 fliehen Menschen vor der Polizei.
    Istanbul: Teilnehmende einer Demonstration für Trans-Rechte im Rahmen der LGBTQ-Pride-Woche fliehen vor der Polizei (Bild vom 21. Juni 2026). (picture alliance / AP Photo / Dilara Acikgoz / Dilara Acikgoz)
    Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, man verfolge die Lage aufmerksam. Die Durchsuchungen fanden unter anderem in Ankara, Istanbul und Izmir statt, zahlreiche Menschen wurden festgenommen. Justizminister Gürlek erklärte auf der Plattform X, es seien Verfahren gegen 162 Verdächtige, neun Organisationen und 13 Unternehmen eingeleitet worden. Nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu werden den Betroffenen unter anderem Prostitution und Verstöße gegen die Sittlichkeit vorgeworfen. In einer Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es demzufolge, es seien Beweise gefunden worden, dass durch die Vereine Minderjährige in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung und ihre Geschlechtsidentität beeinflusst würden. Oppositionsparteien und Menschenrechtsorganisationen in der Türkei verurteilten die Razzien.
    Diese Nachricht wurde am 14.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.