Naher Osten
Ex-Botschafter Seibert nennt Gaza und Westjordanland besetzte Gebiete

Der ehemalige deutsche Botschafter in Israel, Seibert, sieht Grenzen der deutschen Staatsräson, die sich auf die Sicherheit Israels bezieht. Mit Blick auf seine kürzlich zu Ende gegangene Amtszeit sagte Seibert dem "Zeitmagazin" : "Ich bin Botschafter für Israel in den international anerkannten Grenzen von 1967. Gaza und das Westjordanland sind für uns besetzte Gebiete. Ostjerusalem ist Teil einer Stadt, deren Endstatus noch nicht definiert ist."

    Steffen Seibert, ehemaliger Botschafter Deutschlands in Israel spricht auf einer Konferenz im Hilton Hotel in Tel Aviv.
    Steffen Seibert, ehemaliger Botschafter Deutschlands in Israel (picture alliance / dpa / Elisa Schu)
    Die Selbstverpflichtung Deutschlands gelte Israel in diesen international anerkannten Grenzen. "Wenn dieses Israel gefährdet ist in seiner Existenz durch einen mörderischen Angriff der Hamas, durch die nicht weniger mörderischen Pläne der Hisbollah, durch den Iran, dann haben wir zu diesem Staat zu stehen", betonte Seibert. Aber das gelte nicht gegenüber den Siedlern im Jordantal. Nach internationalem Recht seien das illegale Siedlungen, die der "Ideologie" folgten: "Dies ist allein unser Land, Gott hat es uns geschenkt."
    Darauf beziehe sich die Staatsräson nicht, und sie unterstütze nicht das "Überlegenheitsgefühl" gegenüber einer anderen Bevölkerung. Zugleich betonte der frühere Diplomat, der auch Regierungssprecher in Deutschland war: "Genauso notwendig ist es, den Palästinensern zu sagen, dass sie das Recht des israelischen Volkes, in seinem Staat zu leben, achten müssen. Und dass, wer auch immer die Existenz Israels infrage stellt, unser Gegner ist."
    Diese Nachricht wurde am 13.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.