
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, Autismus-Spektrum-Störungen und andere neurologische Besonderheiten gingen für Betroffene und deren Familien mit vielfältigen Herausforderungen einher, teilte das Pflegeberatungsunternehmen Compass anlässlich des heutigen Internationalen Kindertages mit. Der Betreuungsaufwand sei bei ADHS oder ASS in der Regel höher. Viele Kinder benötigten zum Beispiel länger Unterstützung bei Essen, Trinken und Körperpflege, hätten Schwierigkeiten im sozialen Miteinander oder zeigten herausfordernde Verhaltensweisen. Meist übernähmen die Eltern den Großteil der Betreuung im Alltag, häufig seien aber auch Geschwisterkinder und weitere An- und Zugehörige eingebunden. Gerade Eltern könnten durch die dauerhafte Mehrbelastung an ihre Grenzen kommen.
Die Diagnose einer Neurodiversität beeinflusst den Experten zufolge nicht nur die kindliche Entwicklung, sondern auch soziale, kognitive und emotionale Fähigkeiten. Laut Compass kann ein Pflegegrad beantragt werden, wenn die Alltagskompetenzen eines Kindes eingeschränkt sind. Unterstützung lieferten zudem bundesweite Entlastungs- und Selbsthilfeangebote.
Bündnis will 10.000 Schulgesundheitsfachkräfte bundesweit
Ein Bündnis von Krankenkassen, Schülern und Eltern macht sich allgemein für den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften stark. Sie gehörten flächendeckend, verbindlich und dauerhaft etabliert an jede Schule, teilten der Dachverband der Betriebskrankenkassen, die Bundesschüler*innenkonferenz, der Bundeselternrat und der Deutsche Pflegerat mit. Ziel sei, dass die ausgebildeten Pflegekräfte bei akuten gesundheitlichen Problemen direkt helfen und darüber hinaus zur Prävention von Krankheiten beitragen.
Laut dem Vorsitzenden des Bundeselternrats, Heise, geht es um eine "Brücken- und Vernetzungsposition" zwischen Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sowie zwischen Lehrern und Eltern. Die Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, Luntz, betonte, es gehe um eine wichtige Investition in die Zukunft. Wenn man sich heute nicht um Kinder kümmere, werde die Zukunft nicht resilient sein.
Bislang 137 Schulgesundheitspflegekräfte
Im März waren in mehreren Bundesländern und Kommunen in Summe 137 Schulgesundheitspflegekräfte fest angestellt. BKK-Vorständin Klemm nannte als Startpunkt für eine deutschlandweite Einführung 10.000 Pflegekräfte. In Deutschland gibt es über 33.000 Schulen. Klemm verwies auf die Möglichkeit, eine Fachkraft etwa an einem Schulcampus für mehrere Schulen einzusetzen.
Diese Nachricht wurde am 01.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
