Steuergelder
Deutschland finanziert kein Luxus-Skigebiet in der Ukraine

In der Westukraine entsteht derzeit ein neues Skigebiet. Finanziert wird es von privaten Investoren. Deutsches Steuergeld fließt nicht in das Bauprojekt – auch wenn diese Behauptung immer wieder auf Social Media kursiert.

    Skifahrer auf einer verschneiten Piste.
    Die Planung für das Skigebiet läuft Medienberichten zufolge schon seit 2017. (Symbolbild) (picture alliance / imageBROKER / PsychoShadow)
    Wir überprüfen regelmäßig Behauptungen, die im Internet viel diskutiert werden. Was stimmt, was nicht – und welche Aspekte fehlen in der Diskussion?

    Inhalt

    Was stimmt

    Die Ukraine baut in der Region Lwiw ein neues Skigebiet, das „Goro Mountain Resort“. Die Kosten belaufen sich auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Deutschland und die EU unterstützen die Ukraine im Krieg gegen Russland mit Steuergeld. 

    Das wird behauptet

    Spätestens seit 2024 wird immer wieder behauptet, dass deutsche Steuergelder auch in ein ukrainisches "Luxus-Skigebiet" fließen. Verbreitet wird die prorussische Falschbehauptung auf TikTok, X (ehemals Twitter) und Facebook.

    Was nicht stimmt

    Der Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks hat in der Angelegenheit beim Auswärtigen Amt nachgefragt. Die Antwort der Behörde: Deutschland unterstütze die Ukraine bei der Selbstverteidigung – das Skigebiet werde nicht mitfinanziert.
    Die OKKO Group ist der Eigentümer und Hauptinvestor des Bauprojekts. Ihr zufolge werden die Kosten ausschließlich von privaten Investoren übernommen. 
    In solchen Videos würden Halbwissen mit Lügen vermischt, um gegen die Ukraine zu hetzen, sagte Vassili Golod, Ukraine-Korrespondent der ARD, dem DLF.

    Gut zu wissen

    Die Planung für das Skigebiet läuft Medienberichten zufolge schon seit dem Jahr 2017. Sie begann also Jahre vor dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022.
    Quellen: dpa, Bayerischer Rundfunk, 20Minuten, dyvys.info, OKKO GROUP