Samstag, 28. Mai 2022

Fall Hoeness
Urteil könnte morgen fallen

Der dritte Tag im Steuerprozess vor dem Münchner Landgericht gegen Uli Hoeneß ist nach nicht einmal eineinhalb Stunden Verhandlungszeit zu Ende gegangen. Er wird morgen mit der Beweisaufnahme fortgesetzt. Dann könnte auch schon das Urteil im Prozess gegen den prominenten Steuersünder fallen.

12.03.2014

Heute hatten ein Betriebsprüfer und ein EDV-Mitarbeiter des Finanzamts Rosenheim als Zeugen ausgesagt. Danach wurde die Beweisaufnahme überraschend schnell abgeschlossen: Der dritte Tag in dem Prozess endete bereits nach knapp eineinhalb Stunden. Die Verteidigung von Hoeneß akzeptierte in einer Erklärung die von einer Finanzbeamtin gestern genannten Steuerschulden von 27,2 Millionen Euro. Man zweifle die Zahlen nicht an, sagte Hoeneß' Anwalt Feigen. Sollte es morgen keine anderen Beweisanträge geben, könnten Plädoyers und die Urteilsverkündung folgen. Der zuständige Richter betonte, man werde bei dem Urteil von den jüngsten Zahlen ausgehen.
Kapitalerträge kommen hinzu
Schon mit seinem Geständnis zum Prozessauftakt hatten Hoeneß und seine Anwälte auch die Staatsanwaltschaft überrascht. Diese hatte dem 62-Jährigen in ihrer Anklage vorgeworfen, 3,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Laut Staatsanwaltschaft könnte der FC-Bayern-Präsident nach neuen Erkenntnissen sogar mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Zu den 23,7 Millionen Euro kommen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits in der Anklage aufgeführte weitere 3,5 Millionen Euro aus Kapitalerträgen für die Jahre 2007 bis 2009 hinzu. Dieser Betrag könnte aber noch weiter steigen.
Hoeneß droht Haftstrafe
Der Fußballmanager hatte sich am Montag reumütig gezeigt und beteuert, er wolle zur vollen Steuerehrlichkeit zurückkehren. Am zweiten Verhandlungstag schwieg er durchgehend, während eine Vertreterin der Steuerfahndung Rosenheim sein steuerliches Sündenregister vortrug und auf Basis neuer Datenberge aus Zürich die jüngste Schätzung abgab. Hoeneß droht eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren, sollte das Gericht einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung feststellen. Der Prozess war ursprünglich auf vier Verhandlungstage angesetzt.