Deutschlandfunk-Bericht
Familie des 1961 ermordeten Patrice Lumumba bereitet Klage gegen Belgien vor

Die Familie des 1961 ermordeten Regierungschefs des Kongos, Patrice Lumumba, bereitet eine Zivilklage gegen den belgischen Staat vor. Das kündigten zwei der Enkel, Yema und Yvan Lumumbu, im Deutschlandfunk an. Es müsse eine rechtliche Antwort auf die Frage geben, welche Institutionen die Verantwortung für die Ermordung des Großvaters trügen.

    Historisches Porträt des kongolesischen Politikers Patrice Emergy Lumumba, aufgenommen im Jahr 1960. Lumumba wurde im Januar 1961 unter ungeklärten Umständen ermordet. 1966 erklärte man ihn zum Nationalhelden.
    Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Mord an Patrice Lumumba will die Familie jetzt den belgischen Staat verklagen. (picture-alliance / dpa / Central Press)
    Patrice Lumumba war der erste Ministerpräsident des Kongos nach der Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1960. Nach rund drei Monaten im Amt wurde er mit Unterstützung der USA und der belgischen Regierung abgesetzt. Später wurde er festgenommen und unter bis heute nicht völlig aufgeklärten Umständen ermordet. Mehr als sechs Jahrzehnte später war im März in Belgien nach langer Prüfung ein Gerichtsverfahren in dieser Sache zugelassen worden. Kurz darauf war allerdings der letzte der zunächst zehn Beklagten im Alter von 93 Jahren gestorben.
    Die Stellungnahme der Familie Lumumba können Sie hier in der Sendung ”Hintergrund” im Deutschlandfunk hören , die sich mit dem Umgang Belgiens mit seiner Kolonialvergangenheit beschäftigt.
    Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.