Freitag, 23. Februar 2024

Studienergebnis
Fast zwei Drittel aller Korallenriffe weltweit überfischt

Weltweit sind die Fischbestände in Korallenriffen durch Überfischung stark reduziert worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, an der das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung in Bremen beteiligt war. Demnach sind weltweit zwei Drittel aller Korallenriffe überfischt.

06.09.2023
    Zu sehen ist ein Korallenriff.
    Korallenriffe sind Lebensraum für zahlreiche Fischarten. (picture alliance risma/Dirscherl Reinhard)
    Die Studie ermögliche zum ersten Mal einen Einblick in den weltweiten Zustand der Fischerei in Riffen, erklärte einer der Bremer Mitautoren. Die Fischbestände in nahezu jedem zehnten befischten Riff seien bereits zusammengebrochen. Auch höhere Wassertemperaturen und geringere Korallenbedeckung ließen die Bestände schrumpfen.
    Besonders hoch sei der Anteil von nicht nachhaltig befischten Riffen in Südostasien, heißt es weiter. Auch in Riffen im Persischen Golf und Teilen der Karibik finden sich demnach viele überfischte Bestände. Zu einer deutlichen Entspannung könnte beitragen, wenn die Fischerei in den Korallenriffen auf 80 Prozent des maximal möglichen Ertrags begrenzt werde.
    Die Rifffischerei hat in bestimmten Regionen einen großen Anteil an der gesamten Meeresfischerei. Im Nahen und Mittleren Osten etwa 43 Prozent und in der Karibik 40 Prozent.
    Um den Grad der Überfischung zu ermitteln, griffen die Forscher auf Datensätze zu Fischbeobachtungen von mehr als 2.000 Riffen weltweit zurück. Als Vergleich dienten Daten von geschützten, nicht befischten Standorten.
    Diese Nachricht wurde am 06.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.