Freitag, 03. Dezember 2021

FIFA-ProzessSchweizer Bundesanwaltschaft legt Berufung ein

Die Schweizer Bundesanwaltschaft ist mit den Urteilen im Prozess gegen den ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke und Fußball-Funktionär Nasser Al-Khelaifi nicht einverstanden. Die Ankläger haben Berufung eingelegt.

Von Dietrich-Karl Mäurer | 17.02.2021

FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke
FIFA-Generalsekretär Valcke ist von seinen Aufgaben entbunden worden (picture alliance/Sergei Fadeichev)
Mit Freisprüchen und einer Geldstrafe endete im letzten Oktober in der Schweiz der Prozess gegen den ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke, Fußball-Funktionär Nasser Al-Khelaifi und einen griechischen Geschäftsmann. Gegen die Urteile hat die Schweizer Bundesanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft in Bern als Ankläger in dem Verfahren will damit erreichen, dass die erfolgten Freisprüche kassiert und die Beschuldigten verurteilt werden. In dem Prozess am Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona ging es um mögliche Korruption bei der Vergabe von Übertragungsrechten etwa an den Fußballweltmeisterschaften 2026 und 2030.
Korruptionsprozess - Freispruch für Al Khelaifi, Bewährung für Valcke
Urteile im Prozess um Korruption bei der Vergabe von Medienrechten: Freispruch für Nasser Al Khelaifi, den Präsidenten von Paris Saint-Germain. Ex-FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke ist dagegen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Übertragungsrechte gegen Geschenke?

Dem katarischen Medienmogul und Präsidenten des Fußballclubs Paris-St. Germain Nasser Al-Khelaifi war vorgeworden worden, sich diese Rechte gesichert zu haben - durch Geschenke an den früheren Generalsekretär des Weltfußballverbands FIFA Jerôme Valcke, etwa den mietfreien Zugang zu einer Villa auf Sardinien im Wert von fünf Millionen Euro. Vor Gericht stand auch ein griechischer Geschäftsmann. Doch die drei Angeklagten, die stets ein Fehlverhalten bestritten hatten, wurden freigesprochen.

Blatters rechte Hand

Lediglich Jerôme Valcke, der lange als rechte Hand des früheren FIFA-Präsidenten Sepp Blatter fungierte, wurde in einem angehängten Verfahren wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Zudem soll er der FIFA einen Millionenbetrag und Prozessentschädigung zahlen. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte für alle drei Haftstrafen gefordert.