Medienberichte
Filmstudio Paramount stellt Weichen für Wegzug aus Kalifornien

Der Filmkonzern Paramount stellt laut Medienberichten die Weichen für einen Wegzug aus Kalifornien. Grund soll eine Wettbewerbsklage gegen die geplante Übernahme des Rivalen Warner Brothers sein.

    Das Logo von Paramount prangt an einem Gebäude.
    Paramount wird wahrscheinlich aus Kalifornien wegziehen (Archivbild). (Michael Kappeler / dpa / Michael Kappeler)
    Der Paramount-Verwaltungsrat habe den Beginn des Vorhabens ab dem 1. Oktober gebilligt, berichteten unter anderem die Website "Puck" und der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf Insider. Von Paramount gab es dazu zunächst keine Stellungnahme. Den Berichten zufolge soll in den nächsten fünf Jahren ein Großteil der Jobs im Film- und TV-Bereich den Standort wechseln. Sollte die Warner-Übernahme gelingen, könne auch ein Studiogelände in Hollywood verkauft werden. 

    Umzug in republikanischen Staat?

    Als potenzieller neuer Standort würden unter anderem die Bundesstaaten Tennessee, Georgia und Texas in Erwägung gezogen, hieß es. Das sind alles Bundesstaaten, in denen die Republikanische Partei von Präsident Trump stark ist. Auch andere in Kalifornien ansässige Unternehmen, etwa der von Tech-Milliardär Musk geführte Autokonzern Tesla, verlegten in den vergangenen Jahren ihre Firmenzentrale in republikanische Bundesstaaten, die den Unternehmen eine freiere Hand und eine niedrigere Steuerlast versprechen.

    Kalifornien hatte geklagt

    Die aktuelle Wettbewerbsklage wurde von Kalifornien und anderen Bundesstaaten eingereicht, die von Demokraten geführt werden. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Bonta sprach nach den Berichten von einem Erpressungsversuch. Die Bundesstaaten argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen.

    Für Paramount läuft die Zeit

    Die Wettbewerbsklage soll Anfang März verhandelt werden. Für Paramount bedeutet das zusätzliche Zahlungen an Warner Brothers, denn die Unternehmensspitze sagte den Warner-Aktionären Zahlungen von 650 Millionen Dollar pro Quartal zu, falls die Übernahme bis Ende September noch nicht abgeschlossen ist. Steht im Juni kommenden Jahres immer noch kein Deal, kann Warner Brothers die geplante Übernahme ganz aufkündigen.
    Diese Nachricht wurde am 12.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.