Paris
Flächendeckende Ermittlungen wegen sexueller Gewalt an Kitas und Grundschulen - 16 Festnahmen

Die französische Hauptstadt Paris wird von einem Skandal um massenhafte sexuelle Gewalt an Kindergärten und Grundschulen erschüttert. Medienberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft an über 100 Einrichtungen, die über die ganze Stadt verteilt sind. Mittlerweile gibt es erste Festnahmen.

    Zu sehen sind mehrere Fernsehreporterinnen und -reporter vor einem Kindergarten.
    Fernsehreporterinnen und -reporter filmen vor einem Kindergarten in Paris. (Dimitar Dilkoff / AFP / dpa )
    Den Betroffenen würden Vergewaltigungen von Minderjährigen, sexuelle Übergriffe auf Minderjährige und Gewalt gegen Minderjährige vorgeworfen, bestätigte die Ermittlungsbehörde der Zeitung "Le Monde". Alleine in Zusammenhang mit Vorwürfen bezüglich eines einzigen öffentlichen Kindergartens im Stadtzentrum wurden am Mittwoch 16 Menschen festgenommen und in Polizeigewahrsam gebracht. Bereits seit Monaten hatte es Berichte über Verdachtsfälle gegeben.

    "Alle Arrondissements betroffen"

    Gegen 84 Kindergärten, rund 20 Grundschulen und 10 Kinderhorte seien Ermittlungen aufgenommen worden, hatte die Pariser Staatsanwältin Beccuau bereits am Sonntag dem Sender RTL gesagt und hinzugefügt. "Alle Pariser Arrondissements sind betroffen." Nach Angaben von Bürgermeister Grégoire wurden seit Jahresbeginn 78 Betreuer von ihrer Arbeit suspendiert, 31 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt. Bereits im vergangenen Jahr hatte es 30 Suspendierungen gegeben, 16 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt. 
    Grégoire kündigte inzwischen einen Aktionsplan. Beinhalten soll dieser ein schnelles und transparentes Melden von Verdachtsfällen, die Einbeziehung und Betreuung der Eltern sowie bauliche Verbesserungen. "Wir müssen alles von Grund auf neu überdenken, mit einem Ziel vor Augen: Nulltoleranz."
    Diese Nachricht wurde am 20.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.