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Flucht aus IdomeniFlugblätter vom "Kommando Norbert Blüm"

Polizisten umringen Flüchtlinge (picture alliance/dpa/MAXPPP)
Rund 2.000 Menschen machten sich von Idomeni auf den Weg Richtung mazedonischer Grenze (picture alliance/dpa/MAXPPP)

Die Flüchtlinge in Idomeni sind anscheinend mit Flugblättern zum Marsch Richtung Mazedonien aufgefordert worden. Noch ist nicht bekannt, wer hinter der Aktion steckt. Unterzeichnet hat das selbsternannte "Kommando Norbert Blüm". Der frühere Bundesarbeitsminister stellte klar: Er ist zwar in Idomeni, hat aber nichts damit zu tun.

Im Flüchtlingslager Idomeni waren Flugblätter verteilt worden, in arabischer Sprache und mit einer Skizze, die den Weg zu einer Lücke im Grenzzaun zeigt. Die Verfasser legten es offenbar darauf an, möglichst viele Menschen schnell dorthin zu locken.

Kleine Gruppen, heißt es in dem Text, würden von der mazedonischen Polizei festgenommen und zurückgebracht. Würden dagegen viele versuchen, gleichzeitig über die Grenze zu kommen, könnten sie nicht gestoppt werden. Auf den Flugblättern wurde außerdem davor gewarnt, dass das Lager angeblich schon in Kürze geräumt werde und die Flüchtlinge dann in die Türkei abgeschoben werden könnten. 

Verzweifelter Ausbruchsversuch

Die Angst und die Verzweiflung brachte gestern dann bis zu 2.000 Menschen dazu, sich auf den Weg Richtung mazeodnischer Grenze zu machen - zu einem weiteren "Hoffnungsmarsch". Dabei mussten sie auch durch einen Fluss waten, der durch tagelangen Regenfälle angeschwollen war. Viele schafften es am Ende tatsächlich über eine ungesicherte Stelle ins Nachbarland. Die meisten wurden von den Sicherheitskräften aber wieder zurückgedrängt, rund 700 Menschen wurden auf mezodonischem Boden festgenommen. Die meisten wurden inzwischen wieder nach Griechenland zurückgebracht.

"Kommando Norbert Blüm"

Die Behörden in Athen gehen davon aus, dass der Ausbruchversuch organisiert war - von wem auch immer. Unterzeichnet waren die Flugblätter von einem angeblichen "Kommando Norbert Blüm".

Der frühere Bundesminister ist momentan tatsächlich mit einem eigenen Zelt im Flüchtlingslager, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Der 80-Jährige beeilte sich, klar zu stellen, dass er nichts mit dem Flugblatt zu tun habe. Der BILD-Zeitung sagte er, erst im Nachhinein davon erfahren zu haben. Verstehen kann er die Flüchtlinge. Die Lage in Idomeni sei "schrecklich".

Der ehemalige Sozialminister Norbert Blüm besuchte das Flüchtlingslager in Idomeni  (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)Der ehemalige Sozialminister Norbert Blüm besuchte das Flüchtlingslager in Idomeni (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)

Griechenland verurteilt Flugblatt-Aktion

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras nannte die Flugblatt-Aktion "gefährlich" für die Flüchtlinge. Dieses Spiel mit Menschenleben müsse aufhören, sagte er bei einer Pressekonferenz. Die Flüchtlinge forderte er einmal mehr auf, in andere Auffanglager seines Landes zu gehen. In Idomeni würden sie ihr Leben risikieren. 

In Idomeni sitzen momentan rund 14.000 Menschen fest. Mazedonien hat seine Grenze zu Griechenland für Migranten praktisch geschlossen. Die Flüchtlinge hoffen trotzdem, noch über die Grenze nach Norden gelassen zu werden, um dann weiter in Richtung von Staaten wie Österreich, Deutschland oder Schweden ziehen zu können.

(rm/jasi)

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