
Inzwischen äußerte sich auch Sachsens Innenminister Schuster entsprechend in einem Interview. Ein Mitarbeiter des Flughafens hatte die mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nacht zum Mittwoch bemerkt. Sie wurde entschärft.
Bei einem weiteren Vorfall in der Nähe stieß eine Frachtmaschine mit einem unbekannten Flugobjekt zusammengestoßen und wurde leicht beschädigt. Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein Fracht-Drehkreuz auch für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland.
Wer hinter dem Vorfall steckt, ist noch unklar. Bundesinnenminister Dobrindt sprach von einem "hybriden Anschlagsszenario". Dabei schloss er auch "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus. Zudem betonte der CSU-Politiker, der sehr ernste sicherheitsrelevante Vorfall zeige eine neue Gefahrenqualität. Dobrindt hatte sich gestern Abend mit den Chefs der deutschen Sicherheitsbehörden zu einer Lagebesprechung getroffen.
Der Vorfall hat eine Diskussion darüber ausgelöst, inwiefern Deutschland sich vor Angriffen mit Drohnen schützen kann. Der Sicherheitsexperte Nico Lange sagte im Deutschlandfunk, es sei lediglich Glück gewesen, dass es nicht zu einer Katastrophe gekommen sei. Hierzulande sei man überhaupt nicht auf dem Stand der Dinge und viel zu langsam.
Dobrindt lädt Ostsee-Anrainerstaaten und östliche EU-Länder zu Gipfel Ende des Monat
Die Grünen forderten wegen des Vorfalls eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Fraktionschefin Dröge sagte der Nachrichtenagentur dpa, das Gremium müsse umgehend über notwendige Konsequenzen beraten.
Bundesinnenminister Dobrindt lud seine Amtskollegen der osteuropäischen EU-Länder und der Ostsee-Anrainerstaaten zu einem Treffen in der Marineschule Mürwik in Flensburg Ende des Monats ein. Dabei soll es laut Angaben des Ministeriums um eine gemeinsame Verteidigungsstrategie gegen unbemannte Flugsysteme gehen.
Diese Nachricht wurde am 06.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






