Donnerstag, 29. September 2022

Archiv

Forum neuer Musik 2016
Die Klangwelten von Chaya Czernowin

Neu erschlossene Klangwelten, generiert aus dem menschlichen Körper und vorgetragen nur mit Stimme und Atem, sowie eine Art musikalische Unterwasserfahrt zu den Ab- oder Urgründen der menschlichen Seele: so versteht Chaya Czernowin ihre beiden Werke "Adiantum capillus-veneris" und "Hidden".

Am Mikrofon: Barbara Eckle | 27.06.2016

    Die israelisch-amerikanische Komponistin Chaya Czernowin
    Beim Forum neuer Musik 2016 dabei: Chaya Czernowin (Priska Ketterer)
    Die israelisch-amerikanische Komponistin stand im Mittelpunkt des Abschlusstages beim Forum neuer Musik 2016 "Jüdische Identitäten" im Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Aufgeführt wurden Czernowins Zyklus "Adiantum capillus-veneris" für Stimme und Atem und "Hidden" für Elektronik und Streichquartett. Die Sopranistin Inbal Hever, eine junge Israelin, realisierte die schwierige Vokalpartitur mit immenser Technik und Faszinationskraft. Czernowins Anliegen war es, aus dem menschlichen Körper generierte neue Klangwelten zu erschließen, den Atem dabei kompositorisch zu mikroskopieren. Der dritte Teil des Zyklus entfaltete sich mittels Zuspielungen sehr apart zu einer Art dreistimmigem Madrigal am Rande von Stimme und Klang. Eigentümliche Geräuschwelten, sich überlagerndes Innen und Außen begegneten dem Hörer bei "Hidden". Aus drei Lautsprecher-Ringen fluteten akustische Ereignisse in den Saal. Die Komponistin versteht "Hidden" als Unterwasserfahrt zu den Ab- oder Urgründen der menschlichen Seele.
    Chaya Czernowin
    Adiantum Capillus-veneris I - III
    Hidden
    Inbal Hever, Sopran
    Jack Quartet
    Aufnahme vom 10. April 2016 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal