Sonntag, 05. Februar 2023

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Fotoprojekt
Wo Gras über Geschichte wächst

Wie bildet man unsichtbare Geschichte ab? Das Künstlerpaar Anne Heinlein und Göran Gnaudschun hat den ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen fotografiert. Ihre Bilder zeigen friedliche Naturaufnahmen, wo auf DDR-Seite einst ganze Siedlungen dem Erdboden gleichgemacht wurden.

Anne Heinlein und Göran Gnaudschun im Corso-Gespräch mit Christoph Reimann | 06.01.2017

    Grenztürme stehen bei Milz (Thüringen) auf dem früheren Todesstreifen, der heutigen Grenze zwischen Thüringen und Bayern. Knapp 1.400 Kilometer zieht sich das "Grüne Band" auf der einstigen DDR-Staatsgrenze von der Ostsee bis ins Vogtland.
    Kulturlandschaft "Grünes Band". Wo früher der Todesstreifen war, ist jetzt vielfach nur Natur. (picture alliance / dpa / Martin Schutt)
    "Wüstungen" – so nennt man Orte auf der DDR-Seite der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, die zwischen den 50er und 80er-Jahren eingestampft wurden. Der Grund: Sie haben den Soldaten die freie Sicht versperrt oder standen einfach zu nah an der Grenze. Anne Heinlein hat großformatige schwarz-weiße Landschaftsfotografien von den Orten gemacht: Wiesen, Wälder, Landschaftsecken und kleine Flächen sind zu sehen.
    Um zu verstehen, warum die Orte gewüstet wurden, hat sie mit ihrem Partner Göran Gnaudschun in zahlreichen Archiven nach zeithistorischen Hintergründen recherchiert und Zeitzeugen interviewt. Im Corso-Gespräch erzählen sie von ihren Begegnungen und der Entdeckung einer weitgehend unbekannten Zone mitten in Deutschland.
    Das Gespräch können Sie sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.