Mittwoch, 18. Mai 2022

Saisonfinale in der Fußball-Bundesliga
Breuckmann: Zehnter Bayern-Titel in Folge "ein Makel für die Liga"

Die Saison in der Fußball-Bundesliga ist zu Ende. Stuttgart hat die Klasse gehalten, Freiburg und Union Berlin sind in die Europa League eingezogen. ARD-Reporter Manni Breuckmann freue sich über die Erfolge der kleinen Vereine, sagte er im Dlf.

Manfred Breuckmann im Gespräch mit Matthias Friebe | 14.05.2022

Manfred Breuckmann im Stadion. Er kommentiert die Partie Schalke gegen Union in der Saison 2019/2020.
Bruder im Geiste: Radiolegende Manfred "Manni" Breuckmann kommentiert 2019 das Spiel Schalke gegen Union. (picture alliance / augenklick/firo Sportphoto / Ralf Ibing)
Die Saison 2021/2022 der Fußball-Bundesliga ist vorbei. Im Tabellenkeller wurde es am letzten Spieltag am Samstag noch einmal dramatisch. Der VfB Stuttgart hat durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 2:1 gegen den 1. FC Köln gewonnen und hat dadurch doch noch den direkten Klassenerhalt geschafft. Dagegen muss Hertha BSC nach der 1:2-Niederlage bei Borussia Dortmund in die Relegation.
Am Ende sei das auch verdient gewesen, sagte der ehemalige ARD-Reporter Manfred "Manni" Breuckmann im Deutschlandfunk: "Als ich davon hörte, dass Hertha BSC in die Relegation muss, musste ich persönlich nicht gestützt werden. Ich hätte es nicht gut gefunden, wenn dieses sogenannte Konzept mit dreistelligen Millionenbeträgen, einer Trainerlösung gefühlt aus dem letzten Jahrhundert, gut gegangen wäre, wäre das sicherlich nicht in meinem Sinne gewesen. Der VfB Stuttgart hat sich gerettet. Ich persönlich finde das gut."
Am Ende habe Hertha BSC das Geld in die falschen Spieler investiert, so Breuckmann. "Man hat häufig das Gefühl bei Spielen von Hertha BSC, dass die spielerisch richtig klasse sind, aber nicht bereit sind, zu kämpfen bis zum Letzten, was man gemeinhin in den Kurven Söldnermentalität nennt."

"Die Arminen werden bestimmt wiederkommen"

Direkt absteigen muss Arminia Bielefeld, die gegen RB Leipzig schon ein Wunder gebraucht hätten, um noch die Relegation zu erreichen. Am Ende hieß es 1:1. Den Bielefeldern sei letztlich ihre offensive Harmlosigkeit zum Verhängnis geworden, sagte Breuckmann und fügte an: "Die Arminen werden bestimmt wiederkommen."
Die Überraschungen der Saison waren der SC Freiburg un der 1. FC Union Berlin. Beide spiele in der kommenden Saison in der Europa League. "Das hat mich sehr gefreut", sagte Breuckmann. "Und wir können auch gleich den 1. FC Köln mit dazu nehmen, der sich ja letztes Jahr noch durch die Relegation gegen Holstein Kiel quälen musste und jetzt mit dem neuen Trainer Steffen Baumgart in einen europäischen Wettbewerb einzieht." Der FC spielt in der Conference League.

Kontinuität auf Trainerposition als Schlüssel

Besonders freut Breuckmann, dass mit Urs Fischer (Union), Christian Streich (Freiburg) und Baumgart "drei extrem besondere Trainerpersönlichkeiten an der Außenlinie stehen." Kontinuität auf der Trainerposition werde mehr und mehr zum Schlüssel für Erfolg in der Bundesliga, glaubt Breuckmann. Das habe auch das Beispiel VfL Bochum mit Thomas Reis gezeigt. "Jeder hat damit gerechnet, dass der VfL Bochum zu den Absteigern gehören wird. Die Bochumer selber natürlich nicht. Und dann haben sie sich vorzeitig gerettet. Auch das ist ein Riesenerfolg, der nicht zuletzt auf den Trainer zurückzuführen ist."
Deutscher Meister ist - mal wieder - der FC Bayern München, bereits zum zehnten Mal in Folge. Für Breuckmann sei das ein "Makel" für die Bundesliga. "Das lässt sich eigentlich nur dadurch verbessern, dass die Konkurrenz mal ein bisschen an Qualität gewinnt. Borussia Dortmund hat, obwohl sie Vizemeister geworden sind und Champions-League-Teilnehmer waren, mit einigen doch ärgerlichen Spielen die Fans vergrätzt.Ich habe mich gefreut über die Erfolge der kleinen Vereine. Ich bin ja ein Kind des Ruhrgebiets. Ich hab mich sehr darüber gefreut, dass der VfL Bochum die Klasse halten konnte."
Mit den Aufsteigern Schalke 04 und womöglich auch Werder Bremen werden die Liga von den Namen her in der kommenden Saison wieder besser, so Breuckmann. Allerdings sei der Fußball der Schalker in der zweiten Liga nicht immer überzeugend gewesen. "Und Schalke tritt auch in der Bundesliga mit bescheidenen finanziellen Mitteln an. Da müsste man mal gucken, aber die guten Namen bereichern natürlich die erste Liga."