Buchenwald
Gedenk-Ausstellung in ehemaligem sowjetischem Speziallager wird überarbeitet

Die 26 Jahre alte Dauerausstellung über das sowjetische Speziallager Nr. 2 in Buchenwald wird grundlegend überarbeitet. Das Gebäude soll saniert und die Ausstellung neu gestaltet werden. Im August 1945 wurde auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald bei Weimar das Lager des sowjetischen Geheimdienstes errichtet.

19.09.2023
    Das Bild zeigt das ehemalige sowjetische Speziallager Nr.2 in Buchenwald. Ein mehrstöckiges Gebäude, davor Rasen und die Pfosten eines Zauns.
    Das ehemalige sowjetische Speziallager Nr.2 in Buchenwald. (imago / VIADATA / imago stock&people)
    Bis zur Auflösung des Lagers im Februar 1950 waren dort 28.000 Menschen inhaftiert - nach Angaben der Gedenkstätte vor allem lokale Funktionsträger der NSDAP, aber auch Jugendliche und Denunzierte. Mehr als 7.000 Menschen starben in dem sowjetischen Lager an Unterernährung und Krankheiten. Kurz nach der Gründung der DDR wurde das Lager im Februar 1950 aufgelöst.
    Jens-Christian Wagner, der Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, sagte, die Geschichte des Speziallagers Nr.2 zeige, welches Leid nicht nur für die direkt Betroffenen, sondern auch für Angehörige und Freunde damit verbunden gewesen sei. Nur in Einzelfällen habe der Internierung ein Urteil zugrunde gelegen. In keinem Fall habe es rechtsstaatlichen Grundsätzen entsprochen.
    Nun liegt nach Angaben Wagners eine Förderzusage von Bund und Land über rund 3,8 Millionen Euro vor, um das Gebäude zu sanieren und die Ausstellung neu zu gestalten. Der heutigen Generation, die die Zeit von 1945 bis 1950 nicht mehr selbst erlebt habe, müsse die Geschichte des Speziallagers anders nahegebracht werden als den Menschen vor einem Vierteljahrhundert, sagte Wagner. Mit der Konzeption für die neue Ausstellung soll ab Oktober begonnen werden. Dabei sollen auch ehemalige Lagerinsassen eingebunden werden. Die Eröffnung ist für Ende 2026 geplant.
    Diese Nachricht wurde am 18.09.2023 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.