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Gigantenhochzeit in der Container-Schifffahrt voraus

Die beiden größten deutschen Reeder, Hapag Lloyd und Hamburg Süd, leiden unter der seit Monaten andauernden Schifffahrtskrise. Nun deutet sich ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen an. Bei einer Fusion entstünde die viertgrößte Reederei der Welt.

Von Verena Herb | 18.12.2012

Die Meldung beider Unternehmen auf ihren Internetseiten ist kurz. Keine Details. Allein: Die Reedereien Hapag Lloyd und Hamburg Süd prüfen im Einvernehmen mit ihren Gesellschaftern, ob und unter welchen Bedingungen ein Zusammenschluss beider Unternehmen sinnvoll ist.

Hapag Lloyd und Hamburg Süd leiden beide unter der seit Monaten andauernden Schifffahrtskrise. Die Frachtraten, also die Preise für den Containertransport sind aufgrund der Überkapazitäten auf einem äußerst niedrigen Niveau und werden sich wohl noch weiter verringern, da noch mehr - bereits vor der Krise bestellte Schiffe - in den kommenden Monaten auf den Markt kommen. Hinzu kommen die hohen Treibstoffkosten, die zu Ergebniseinbrüchen bei vielen in der Branche geführt haben.

Schon mehrfach war über einen möglichen Zusammenschluss der beiden größten deutschen Reedereien spekuliert worden. Während Hapag Lloyd hauptsächlich die Asienlinien bedient, ist Hamburg Süd eher auf den Nord- und Südamerika - Strecken aktiv.

Hans Michael Kühne, als Mitglied des Albert Ballin Konsortiums, dem auch die Stadt Hamburg angehört, Mehrheitseigner von Hapag Lloyd, hatte schon einmal angedeutet, er wolle die Reederei zu einer weltweit führenden Containerlinie ausbauen. Derzeit liegt Hapag Lloyd weltweit auf Rang 6 in der Containerschifffahrt.

Hamburg Süd gehört zum Oetker-Konzern aus Bielefeld und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,75 Milliarden Euro. Zusammengerechnet würden die Umsätze beider Unternehmen bei über 10 Milliarden Euro liegen – und ein Transportvolumen von 8,3 Millionen Standardcontainer TEU aufbringen. Bei einem Zusammenschluss entstünde die viertgrößte Reederei der Welt mit mehr als 250 Containerschiffen.

Die Gespräche laufen schon einigen Wochen, bestätigte Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) der Nachrichtenagentur dapd. Die Stadt als Hauptaktionär von Hapag Lloyd wie auch der Reisekonzern TUI als Anteilseigner begrüßen eine mögliche Fusion. Wann diesbezüglich eine Entscheidung fällt und wie das Ergebnis aussehen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.