USA
Grenzbeamte nach tödlichen Schüssen in Minneapolis suspendiert

Nach den tödlichen Schüssen bei einem Einsatz der US-Grenzschutzbehörde CBP in Minneapolis sind die beteiligten Agenten vorläufig suspendiert worden. Ein CBP-Vertreter bestätigte am späten Abend entsprechende Medienberichte. Er sagte, es es handele sich eine Standardprozedur.

    Ein Tannenkranz mit einem Foto Prettis liegt in der Bildmitte auf Schnee. Dahinter weitere Kränze, Schilder und noch ein Bild Prettis.
    Improvisierte Gedenkstätte an dem Ort in Minneapolis, an dem Alex Pretti erschossen wurde. (dpa / AP / Adam Gray)
    Die beiden Männer hatten am vergangenen Samstag in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota den US-amerikanischen Krankenpfleger Alex Pretti erschossen. Heimatschutzministerin Noem hatte kurz danach behauptet, der 37-Jährige habe sich den CBP-Beamten mit einer Waffe genähert. Auf Videos von der Szene ist jedoch nichts dergleichen zu sehen. Stattdessen scheinen die Schüsse auf den am Boden liegenden Pretti zu fallen, nachdem einer der Beamten Prettis Waffe, die er legal besaß und nicht in den Händen hatte, sichergestellt hat.

    Untersuchungsbericht entgegen der Darstellung der Heimatschutzministerin

    Im vorläufigen Untersuchungsbericht, den die Grenzschutzbehörde CBP per E-Mail an Mitglieder des Kongresses in Washington schickte, ist laut Medien keine Rede mehr davon, dass Pretti nach seiner Waffe gegriffen habe. Selbst Trump widersprach schließlich indirekt den Aussagen hoher Regierungsmitglieder, wonach es sich bei Pretti um einen Attentäter gehandelt habe. Prettis Tod sei ein sehr unglücklicher Vorfall, so der Präsident. Vermutlich vor dem Hintergrund dieser Entwicklung stellte er zudem ein weniger aggressives Vorgehen der Bundesbehörden in Aussicht. Trump sagte, man werde "ein bisschen deeskalieren". Er betonte zugleich aber gegenüber Fox News, dies stelle keinen Rückzug der Bundesbehörden dar, sondern nur eine kleine Änderung.

    Trump will Noems nicht entlassen

    Forderungen aus der Demokratischen Partei nach einer Entlassung von Heimatschutzministerin Noems wies Trump zurück. Er sagte, Noems leiste sehr gute Arbeit. Zugleich betonte der Präsident, er wolle eine ehrliche Untersuchung und er werde diese persönlich beaufsichtigen.
    Trumps Grenzschutzbeauftragter Homan traf sich mit dem demokratischen Bürgermeister von Minneapolis, Frey, und Minnesotas demokratischem Gouverneur Walz. Frey erklärte nach dem Treffen, er habe mit Homan über die "ernsthaften negativen Auswirkungen dieses Einsatzes auf Minneapolis" gesprochen und betont, dass die Stadt die Einwanderungsgesetze der Bundesregierung nicht umsetzen werde.
    Die Wut vieler Amerikaner gegen das Vorgehen der Bundesbehörden in Minnesota war auch schon vor dem Tod von Alex Pretti groß: Am 7. Januar hatte ein Beamter von ICE die unbewaffnete Renee Good in ihrem Fahrzeug erschossen. Außerdem sorgten mehrere Festnahmen Minderjähriger - darunter ein fünfjähriges Kind - für Proteste.

    Weiterführende Informationen

    Kritik an ICE-Einsatz drängt Trump zu Kurswechsel (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.