
Videoaufnahmen, die nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP verifiziert wurden, zeigen Menschenmengen auf dem weitläufigen Ajatollah-Kaschani-Boulevard in Teheran. Ähnliche Bilder gibt es aus der westiranischen Großstadt Abadan oder aus Täbris und dem religiösen Zentrum Maschhad im Norden. Menschen skandierten Parolen zum Sturz des Diktators Ajatollah Chamenei und forderten ein Ende der sogenannten Islamischen Republik. Die Proteste dauern seit mittlerweile zwölf Tagen an. Das Internet wurde dem Anschein nach von der Führung blockiert. Die in London ansässige Organisation Netblocks sprach von einem fast vollständigen landesweiten Ausfall.
US-Präsident Trump wiederholte derweil seine Drohungen gegen Teheran. Er werde hart durchgreifen, sollten Demonstranten getötet werden. Die Organisation Iran Human Rights mit Sitz in Norwegen spricht bereits von mindestens 45 Todesopfern, darunter acht Minderjährige. Iranische Medien meldeten bislang 21 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte. Die Proteste hatten Ende Dezember zunächst als Reaktion auf die schlechte Wirtschaftslage im Land begonnen.
Diese Nachricht wurde am 09.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
