Mittwoch, 17. August 2022

TV-Vertrag der Handball-Bundesliga
Neue finanzielle Dimension

Durch den neuen TV-Vertrag mit S Nation Media kann die deutsche Handball-Bundesliga ihre TV-Erlöse mehr als verdoppeln. Abgesichert wird der 115 Millionen Euro-Deal durch eine Patronatserklärung des Axel-Springer-Konzerns. Auch Sky und die Telekom hatten ein Angebot abgegeben.

Von Erik Egggers | 26.07.2022

Das Logo der Handball-Bundesliga auf dem Ärmel eines Schiedsrichters.
Das Logo der Handball-Bundesliga auf dem Ärmel eines Schiedsrichters. (IMAGO/Lobeca)
Die neue Streaming-Plattform S Nation Media will bis 2029 rund 115 Millionen Euro in den deutschen Klubhandball investieren. Ex-Fußballmanager Christian Seifert, der das Medienunternehmen mit dem Axel Springer-Konzern gegründet hat, wollte zwar keine Summen kommentieren. Aber er erklärte, das Gesamtpaket sei das „größte Einzel-Investment in der Geschichte des deutschen Handballs, das jemals ein Partner zugesagt“ habe.

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Die deutsche Handball-Bundesliga (HBL) und die Streamingplattform hatten sich Anfang Juli auf einen TV-Vertrag für die Jahre 2023 bis 2029 verständigt. Die Lizenzentgelte sollen sich auf rund 60 Millionen Euro belaufen, also zehn Millionen Euro pro Saison – damit kann die HBL ihre TV-Erlöse mehr als verdoppeln. Für die TV-Produktion der Liga- und Pokalspiele sind etwa 30 Millionen Euro veranschlagt. Zudem kalkuliert S Nation Media rund 25 Millionen Euro für Marketingmaßnahmen.

Lizenzentgelte durch Patronatserklärung garantiert

Seifert bestätigte, dass die Lizenzentgelte und die Kosten für die TV-Produktion mit einer Patronatserklärung von Springer abgesichert würden. Dies sei nichts Ungewöhnliches, da derartige Garantien auch im Fußball an der Tagesordnung seien.
S Nation Media wolle mindestens 200.000 Abonnenten aus den Handballfans gewinnen und perspektivisch auch bei Rechten für die europäischen Wettbewerbe mitbieten. Aber auch für die 3. Ligen und die Handball Bundesliga Frauen. Ziel sei es, als eine Art „Home of Handball“ alle Rechte zu bündeln.

Auch Sky und Telekom haben Angebot abgegeben

Liga-Präsident Uwe Schwenker erklärte: auch die aktuellen HBL-Partner Sky und die Deutsche Telekom als Mutterkonzern der Plattform Magenta hätten eine gemeinsame Offerte abgegeben, in einer ähnlichen Höhe. Die Lizenzentgelte hätten aber keine zentrale Rolle gespielt. Vielmehr habe die Liga das Konzept Seiferts überzeugt, die Reichweite deutlich zu erhöhen, indem etwa die HBL-Clubs im Zuge der Nachverwertung selbst Bewegtbilder nutzen dürften.